"Gen Z"-Demo erst friedlich, dann gestoppt: Steinwürfe auf Polizisten
Von Marion van der Kraats, Fabian Sommer
Berlin - Tausende Menschen folgten in Berlin dem Aufruf der Initiative "Gen Z regelt" und demonstrierten friedlich demonstriert. Am Abend aber war die Stimmung bei einem weiteren Protest deutlich angespannter. Die Polizei hat die Demo inzwischen vorzeitig beendet.
Grund dafür seien unter anderem Steinwürfe auf Polizisten sowie das Abbrennen von Pyrotechnik, sagte Polizeisprecherin Julia Scholz am Abend. Deshalb habe man den in Mitte begonnenen Protestzug in Absprache mit dem Veranstalter frühzeitig kurz vor der Diesterwegstraße in Prenzlauer Berg gestoppt.
Eigentlich hätte es noch ein paar hundert Meter weiter bis zum S-Bahnhof Prenzlauer Allee gehen sollen.
"Es ist jetzt hier wie eine Art Katz-und-Maus-Spiel", sagte Scholz. Einige Menschentrauben seien noch vor Ort, darunter auch Schaulustige. Teilweise spiele sich das Geschehen in Nebenstraßen ab. Der Großteil der Demonstration habe sich jedoch aufgelöst.
Auf X schrieb die Polizei: "Bleiben Sie unbedingt friedlich, brennen Sie keine Pyrotechnik ab und distanzieren Sie sich klar und eindeutig von Gewalttätern."
Der Protestzug nicht Teil der Initiative "Gen Z regelt"
Zunächst hatten sich nach Polizeiangaben rund 700 Menschen am frühen Abend am Rosenthaler Platz nahe der bekannten Hackeschen Höfe versammelt. Von dort aus zog die Demonstration mit dem Titel "Gen Z hat genug!" in Richtung Prenzlauer Berg. Dabei stießen immer mehr Menschen hinzu, die Polizei sprach schließlich von 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Der Protestzug steht im Kontext mit den bundesweiten Jugendprotesten, ist aber nicht Teil der bundesweiten Demos der Initiative "Gen Z regelt". Bei deren Veranstaltung am Brandenburger Tor hatten am Nachmittag Tausende Menschen friedlich demonstriert.
Polizeisprecherin Scholz sagte, dass beide Veranstaltungen ziemlich gegensätzlich gewesen sein. Bei dem Protest am Abend sei die Stimmung von vornherein sehr angespannt gewesen. Es seien viele dunkelgekleidete und vermummte Menschen dabei gewesen.
Der Veranstalter des abendlichen Protestzuges wird von der Polizei dem linken Spektrum zugeordnet, auch Teilnehmer der propalästinensischen Szene waren vor Ort. Die Polizei begleitete die Demo mit zahlreichen Beamtinnen und Beamten. Den ganzen Tag über ist sie nach eigenen Angaben mit rund 1.500 Polizistinnen und Polizisten zusätzlich in der Stadt unterwegs.
Erstmeldung um 16.25 Uhr, zuletzt aktualisiert um 20.52 Uhr
Titelfoto: Marion van der Kraats, Fabian Sommer/dpa

