"Gen Z"-Demos in ganz Deutschland: Barrikaden in Brand gesteckt, Polizei setzt Pfefferspray und Wasserwerfer ein
Berlin - Die Jugend steht auf in Deutschland. Unter dem Namen "Gen Z regelt" haben am Samstag Demonstrationen in 34 Städten begonnen.
Weil die jungen Leute unzufrieden mit der Entwicklung im Land sind, wurde landesweit zu Demos aufgerufen. Seit 14 Uhr wurde in insgesamt 34 Städten protestiert.
Weil die Proteste in Frankreich oder Italien bereits gewaltsam ausgeartet sind, sichert die Polizei die Veranstaltungen ab.
Wegen der Angst vor Ausschreitungen oder Plünderungen bleiben einige Läden dicht.
TAG24 hält Euch im Live-Ticker auf dem Laufenden.
31. Oktober, 18.19 Uhr: Brennende Barrikaden und Pfefferspray bei Demo in Hamburg
Nach einem weitgehend störungsfreien Verlauf am Nachmittag war die Lage auf dem Steindamm in der Nähe des Hauptbahnhofes in Hamburg schließlich teils aus dem Ruder geraten.
So hatten gegen Ende der Demonstration schwarz gekleidete und teils vermummte Menschen mehrfach Pyrotechnik gezündet sowie Baustellenabsperrungen aus ihren Verankerungen gerissen und in Brand gesteckt. Teils waren die Einsatzkräfte auch mit Pyrotechnik und Baustellenmaterial beworfen worden.
Die Polizei schritt ein, trieb die Menge wieder auseinander und setzte teils auch Pfefferspray gegen die Demonstrierenden ein. Das Feuer wurde schließlich mithilfe eines Wasserwerfers gelöscht. Im Anschluss wurde die Kundgebung durch die Polizei offiziell beendet.
Doch damit war der Einsatz für die Polizei noch nicht beendet. Sie war weiter damit beschäftigt, brennende Mülltonnen und Barrikaden mit dem Wasserwerfer zu löschen und in einigen Seitenstraßen die sich zuspitzende Lage durch ihre Präsenz wieder zu entspannen. Dabei hatte die Polizei auch eine Drohne in der Luft. "Wir sind immer noch im Viertel unterwegs, weil noch Kleingruppen unterwegs sind und versuchen, Kleinmaterial auf die Straße zu werfen und zu entzünden. Und das unterbinden wir", sagte ein Polizeisprecher.
31. Oktober, 18.18 Uhr: Protestzug steckt in Düsseldorf auf "Kö" fest
In Düsseldorf ist der Demonstrationszug von "Gen Z regelt" am Samstag auf der Königsallee kurz ins Stocken geraten. Grund war, dass die Spitze der Protestierenden falsch abgebogen sei, sagte eine Polizeisprecherin.
Über Lautsprecherdurchsagen seien zusätzliche Ordner für den Zug gesucht worden, berichtete ein dpa-Reporter. Nachdem ein neuer Weg festgelegt worden war, ging es weiter in Richtung Altstadt und zum Rheinufer. Zwischenfälle gab es dabei aber nicht, wie es hieß.
31. Oktober, 18.16 Uhr: Haltestelle nach "Gen Z"-Demo in Leipzig zerstört
Nach dem Ende der Demonstration von "Gen Z regelt" ist es in Leipzig vereinzelt zu Sachbeschädigungen gekommen.
Ein Polizeisprecher teilte mit, eine Gruppe von 100 bis 200 "Störern" habe auf dem Heimweg von der Demonstration im Süden der Stadt "ein bisschen randaliert". Nach dem Eintreffen der Bereitschaftspolizei habe sich die Gruppe dann aber schnell "zerstreut", die Lage sei unter Kontrolle.
Wie der Sprecher weiter mitteilte, warfen die Personen Verkehrsschilder auf die Straße geworfen und zerstörten zudem eine Haltestelle.
31. Oktober, 17.56 Uhr: Tausende Menschen demonstrieren am Brandenburger Tor
Tausende Menschen sind in Berlin dem Aufruf der Initiative "Gen Z regelt" gefolgt und haben friedlich demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich rund 11.000 Menschen am Brandenburger Tor, die Polizei sprach hingegen von etwa 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Spitze.
Beide Seiten zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. "Es ist total ermutigend, dass so viele Menschen aus der ganzen Gesellschaft gekommen sind", sagte Sprecherin Veronika Dinter, die die Demonstration in Berlin mitorganisiert hatte. "Die Versammlung verlief wie erwartet friedlich", sagte Polizeisprecher Jörn Iffländer.
31. Oktober, 17.55 Uhr: Protest verlief in Stuttgart laut Polizei nicht friedlich
Die Jugend-Demonstration in Stuttgart ist nach Angaben der Polizei nicht friedlich verlaufen. Teilnehmer warfen laut einer Polizeisprecherin Flaschen und Pyrotechnik auf Beamte.
Auch nach dem Abschluss der Kundgebung seien noch zahlreiche Demonstranten auf dem Marienplatz, teilte die Polizei nach dem offiziellen Ende der Aktion mit. Die Beamten seien daher weiter "mit starken Kräften vor Ort". Die befürchteten großen Ausschreitungen seien aber ausgeblieben.
Schon vor Beginn des Aufzugs am Nachmittag sollen erste Böller und Rauchtöpfe gezündet worden sein. Während des Aufzugs und bei der Abschlusskundgebung wurde dann nach Polizeiangaben immer wieder Pyrotechnik auf Einsatzkräfte geworfen.
31. Oktober, 17.29 Uhr: Gen-Z-Protest in Sachsen mit fast 10.000 Menschen
Bei den Demonstrationen von "Gen Z regelt" sind in Sachsen mehr Menschen auf die Straße gegangen als erwartet.
In Leipzig ging die Polizei von 6500 Teilnehmern aus, in Dresden waren nach Schätzungen von dpa-Reportern etwa 3000 Menschen auf der Straße, die Polizei sprach von rund 2500. In Chemnitz zog der Protest einige Hundert Demonstranten an. Dabei gingen nicht nur junge Menschen auf die Straße.
In Dresden waren auch viele Ältere dem Aufruf zum Protest gefolgt.
31. Oktober, 17.11 Uhr: Wasserwerfereinsatz gegen "gewaltbereite Demonstranten" in Köln
Am Rande der Gen-Z-Demo in Köln ist ein Wasserwerfer der Polizei zum Einsatz gekommen. Ein dpa-Reporter berichtete, dass dieser nach dem Zünden mehrerer Böller Wasser auf Demonstranten gespritzt habe. Der Wasserwerfereinsatz richtete sich nach Angaben des Innenministeriums gegen "gewaltbereite Demonstranten".
Sie hätten die Standkundgebung verlassen wollen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Eine Polizeisprecherin sagte, dass es vor dem Einsatz Angriffe mit Pyrotechnik auf Einsatzkräfte gegeben habe.
31. Oktober, 17.06 Uhr: Böller und Bengalos bei "Gen Z"-Demo in Hamburg gezündet
Bei der Demonstration der Initiative "Gen Z regelt", die aktuell durch die Hamburger Innenstadt zieht, wurden Rauchtöpfe, Bengalos und Böller gezündet.
Im Verlauf der Demonstration hatten schwarz gekleidete und teils vermummte Menschen zudem rot-weiße Plastik-Baustellenabsperrungen auf dem Steindamm in der Nähe des Hauptbahnhofes aus ihren Verankerungen gerissen und auf die Straße geworfen. Später wurden die Plastikteile im Bereich der U-Bahnstation Lohmühlenstraße auch angezündet.
Die Polizei schritt ein, trieb die Menge wieder auseinander und setzte teils auch Pfefferspray gegen die Demonstrierenden ein. Das Feuer wurde schließlich mithilfe eines Wasserwerfers gelöscht.
Die Bereitschaftspolizei gehe mit "unmittelbarem Zwang" dagegen vor, postete die Polizei auf ihrem WhatsApp-Channel.
31. Oktober, 17.03 Uhr: Ein Verletzter bei Jugend-Demo in Nürnberg
Bei den Jugendprotesten in Nürnberg ist ein Versammlungsteilnehmer verletzt worden. Grund sei möglicherweise ein Böllerwurf, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken der Deutschen Presse-Agentur. Angaben zur Schwere der Verletzung gab es zunächst nicht. Die Person sei vom Rettungsdienst behandelt worden.
Die Polizei stoppte den Demonstrationszug kurzfristig. Nach einem Appell an die Teilnehmer per Lautsprecher habe der Zug dann aber wieder fortgesetzt werden können.
Bereits vor dem Vorfall waren in Nürnberg aus der Menge heraus immer wieder Gegenstände in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden, darunter auch Pyrotechnik. Laut Polizei hatten sich dort rund 2000 Menschen dem Protest angeschlossen.
31. Oktober, 16.41 Uhr: Protestmarsch auch in Frankfurt gestoppt
Auch in Frankfurt hat die Polizei die "Gen Z regelt"-Demo vorübergehend wegen gezündeter Pyrotechnik gestoppt.
"Gegen Personen, die andere daran hindern, friedlich zu demonstrieren, die die Versammlung stören oder Straftaten begehen, gehen wir gezielt und konsequent vor", schrieb die Polizei auf WhatsApp. Sie begleitete die Demo mit einem großen Aufgebot, auch eine Drohne war im Einsatz. Rund 2500 Menschen ziehen laut Polizei bei der Demonstration durch Frankfurt.
31. Oktober, 16.34 Uhr: Demonstrationszug wegen Vermummung in Köln abgesagt
Wegen der Vermummung einiger Teilnehmer und dem Einsatz von Pyrotechnik hat die Polizei in Köln den Demonstrationszug der Initiative "Gen Z regelt" kurzfristig abgesagt.
"Die Demo wird als Standkundgebung weitergehen", sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Samstagnachmittag. Das bedeute, dass die Versammlung am Rheinufer weitergehe. Die Polizei appelliere an die Zurückhaltung der Teilnehmenden. Bislang sei die Teilnehmerzahl unter den 15.000 angemeldeten Menschen geblieben, sagte die Sprecherin.
31. Oktober, 16.11 Uhr: Mehrere Tausend Teilnehmer bei Gen-Z-Demos in Hannover und Bremen
In Hannover, Bremen und Göttingen sind mehrere Tausend Menschen für eine bessere Zukunft, mehr Klimaschutz, geringere Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht auf die Straße gegangen.
Rund 1600 Menschen waren in Bremen dabei, wie die Polizei mitteilte. In der Hansestadt fällt die Demo neben Halloween auch mit dem Freimarkt und einem Heimspiel von Werder Bremen zusammen.
In Hannover sprach die Polizei von etwa 1000 Teilnehmern, in Göttingen von rund 800. Die Demonstrationen seien bislang ruhig und friedlich verlaufen, hieß es.
31. Oktober, 16.08 Uhr: Pyro gegen Polizisten und brennende Mülleimer in Stuttgart
Entgegen der Absprachen zieht die Jugend-Demonstration in Stuttgart über eine andere Strecke. "Die Versammlungsleitung hat eine Kooperation verweigert", teilte die Polizei unter anderem über ihren WhatsApp-Kanal mit.
Auch hätten sich immer wieder Teilnehmer in verschiedene Richtungen entfernt. Der Aufzug wurde laut Polizei mehrfach gestoppt. Einer Sprecherin zufolge sind mindestens 3000 Menschen in Stuttgart unterwegs.
Aus dem Aufzug soll zudem Pyrotechnik gegen Einsatzkräfte eingesetzt worden sein, teilte die Polizei mit. "Das wird nicht geduldet und die Verantwortlichen erwarten Konsequenzen", hieß es dazu. Vereinzelt seien zudem Sachbeschädigungen wie Graffiti und brennende Mülleimer gemeldet worden.
31. Oktober, 15.41 Uhr: Vermummte und Pyrotechnik bei Jugend-Demo in Stuttgart
In Stuttgart hat die Polizei die Demonstration im Zuge der angekündigten bundesweiten Jugendproteste mehrfach angehalten. Zunächst bemängelten die Beamten, dass sich Teilnehmer vermummten. "Nur ohne Vermummung kann es weitergehen", hieß es auf dem WhatsApp-Kanal der Polizei.
"Noch vor Beginn des Aufzugs sind Rauchtöpfe gezündet worden, und auch Böller waren zu hören. Das ist nicht okay", sagte eine Polizeisprecherin zudem in einem kurzen Video.
"Wir appellieren an euch: Seid laut, aber bleibt friedlich." Mehrere Menschen hätten die vorgesehene Strecke verlassen. Der Aufzug sei angehalten, die Teilnehmer würden aufgefordert, sich an die vereinbarte Route zu halten.
31. Oktober, 15.27 Uhr: Gen-Z-Proteste auch in Nordrhein-Westfalen
In Köln haben sich mehrere tausend Menschen versammelt, um an einer Demonstration der Gruppe "Gen Z regelt" teilzunehmen. Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer liege bislang unter den angemeldeten 15.000, sagte eine Polizeisprecherin. Man befinde sich aber noch in der Sammelphase.
Es sei noch nicht entschieden worden, ob es eine Standkundgebung bleibe oder ob man sich als Aufzug bewege. Unter den Teilnehmern seien vereinzelt Personen gewesen, die sich mit Schals vermummt hätten, sagte die Sprecherin weiter. Man habe sie aufgefordert, diese abzunehmen.
In Bielefeld gab es einen Aufzug. Auch dort blieb die Teilnehmerzahl laut Polizei unter der angemeldeten Anzahl 3.000. Bislang laufe alles friedlich und ordnungsgemäß, sagte eine Polizeisprecherin.
In Bonn versammelten sich auf der Hofgartenwiese in der Innenstadt etwa 500 Menschen. Die Versammlung war laut Polizei nicht angemeldet. Bisher sei alles friedlich verlaufen.
31. Oktober, 15.19 Uhr: Gen-Z-Demo in Hamburg bislang störungsfrei
In Hamburg ist die Demonstration "Gegen Wehrpflicht – Gen Z regelt!" wie geplant in der Innenstadt gestartet.
Der erste Redebeitrag laufe bereits und der Verlauf sei störungsfrei, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist eine normale Versammlung." Wie viele Menschen dem Demo-Aufruf gefolgt sind, war zunächst unklar. Bislang lägen die Teilnehmenden-Zahlen im niedrigen vierstelligen Bereich.
Die Polizei hat sich angesichts bundesweit angekündigter Jugendproteste auf einen Großeinsatz eingerichtet, war gleichzeitig aber auch davon ausgegangen, dass die Proteste in Hamburg weitgehend friedlich verlaufen werden. Die Polizei ist mit mehreren Hundertschaften im Einsatz sein, um Präsenz zu zeigen. Auch Drohnen sollten eingesetzt werden.
31. Oktober, 15.02 Uhr: Proteste der Gen Z in München und Nürnberg laufen an
In München und Nürnberg laufen die Proteste der Generation Z langsam an. Auf dem Geschwister-Scholl-Platz vor der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) hatten sich laut Polizei etwa 1000 Menschen versammelt, auch in der Innenstadt in Nürnberg waren viele unterwegs. Die Stimmung zu Beginn: entspannt.
Am bundesweiten Protesttag soll es am Nachmittag neben München und Nürnberg auch Versammlungen in Augsburg, Regensburg und Rosenheim geben. Ladeninhaber hatten aus Angst vor Ausschreitungen etwa in der noblen Maximiliansstraße in München ihre Schaufenster verbarrikadiert.
31. Oktober, 14.58 Uhr: "Gen Z regelt"-Demonstrationen in Dresden und Leipzig
In Dresden und Leipzig haben Demonstrationen der Initiative "Gen Z regelt" begonnen. In Dresden versammelten sich nach Beobachtungen von dpa-Reportern mehrere Hundert Menschen, in Leipzig knapp 2000.
Es wurden unter anderem Schilder mit Aufschriften wie "Vergesellschaftet den Reichtum" oder "Merz muss weg" gezeigt.
31. Oktober, 14.32 Uhr: Proteste in mehreren deutschen Städten gestartet
Deutschlandweit haben die Demonstrationen der Initiative "Gen Z regelt" begonnen. Auf dem Erfurter Anger versammelten sich am frühen Nachmittag nach Schätzungen eines dpa-Reporters mehrere hundert Menschen. Die Stimmung war friedlich. Es wurden unter anderem Schilder mit Aufschriften wie "Bilden statt Ballern" oder "Nein zur Wehrpflicht" gezeigt.
Die Initiative "Gen Z regelt" hat zu friedlichem Protest in mehr als 30 deutschen Städten aufgerufen. Sie fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.
Die Demonstrationen in Berlin, Köln, Frankfurt und München werden von einem zentralen Organisationsteam betreut. Bei den anderen Orten hat sich dieses als nicht zuständig für Inhalt und Organisation erklärt.
31. Oktober, 11.28 Uhr: Hamburger Polizei vor Großeinsatz
Angesichts bundesweit angekündigter Jugendproteste richtet sich auch die Hamburger Polizei auf einen Großeinsatz ein. Zwar gehe man davon aus, dass die für den frühen Samstagnachmittag in der Innenstadt angekündigte Demonstration "Gegen Wehrpflicht – Gen Z regelt!" weitgehend störungsfrei verlaufen werde, sagte ein Sprecher.
Dennoch werde die Polizei mit mehreren Hundertschaften im Einsatz sein, um Präsenz zu zeigen. Auch Drohnen sollen eingesetzt werden.
Friedliche Demonstrationen hätten ihren Platz. "Wer hingegen Ärger macht oder Straftaten begeht, muss mit einem konsequenten Einschreiten rechnen", sagte der Sprecher. Dies gelte gleichermaßen für Halloweenfeiern.
31. Oktober, 11.17 Uhr: Schüler sollen mehr Mitsprachemöglichkeiten bekommen
Schüler und Schülerinnen sollen mehr Möglichkeiten der Mitsprache bekommen. In einem Modellversuch will das Kultusministerium die Einführung von Kreisschülerräten testen, berichtete die "Südwest Presse".
Der Landesschülerbeirat (LSBR) engagiere sich auch dafür, "um Schülerinnen und Schülern in Baden-Württemberg in der Breite des Landes eine starke Stimme zu geben", sagte Ressortchef Andreas Jung (CDU) demzufolge.
"Wir prüfen, wie wir das mit einem Modellversuch in zunächst vier Kreisen unterstützen können", sagte der Minister der Zeitung. "Dahinter steht die Überzeugung: Demokratie muss gelernt und gelebt werden." In welchen Kreisen getestet werden soll, ist laut einem Ministeriumssprecher noch offen, wie es weiter hieß. Der LSBR habe dem Vernehmen nach Biberach, Böblingen, den Ortenaukreis und den Landkreis Karlsruhe ins Spiel gebracht.
31. Oktober, 10.20 Uhr: Mehrere Schaufenster in Erfurt verrammelt
In der Erfurter Innenstadt haben mehrere Einzelhändler ihre Schaufenster mit frischen Holzplatten verbarrikadiert.
Unweit des Angers, wo am Nachmittag eine Demonstration unter dem Motto "Gen Z regelt" stattfinden soll, sind unter anderem die Fenster eines internationalen Sportartikelhändlers und einer Kosmetikkette verrammelt, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Auf den Straßen waren etliche Polizeifahrzeuge zu sehen.
Bei vielen anderen Läden, etwa Juwelieren, sind die Rollläden heruntergelassen. Letzteres dürfte aber eher daran liegen, dass der Reformationstag in Thüringen ein gesetzlicher Feiertag ist und die Läden damit geschlossen bleiben.
31. Oktober, 7.46 Uhr: "Gen Z regelt" hofft auf mehr als 160.000 Demonstranten
Für die angekündigten Jugendproteste hofft die Initiative "Gen Z regelt" heute auf mehr als 160.000 Teilnehmer. So viele Menschen haben nach Angaben auf der Website ihre Teilnahme zugesagt.
Die Gruppierung fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, soziale Gerechtigkeit und für mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.
Die Demonstrationen in Berlin, Köln, Frankfurt und München werden von einem Organisationsteam betreut. Bei den anderen Orten hat sich dieses als nicht zuständig für Inhalt und Organisation erklärt, weist auf seiner Website aber auf diese Veranstaltungen hin und ruft zur Teilnahme auf. "Gen Z regelt" hat sich nach eigenen Angaben erst vor wenigen Wochen zusammengefunden, zum zentralen Organisationsteam gehören nach eigenen Angaben 30 Menschen.
31. Oktober, 7.15 Uhr: Für diese Städte gibt es die meisten Zusagen
In mehr als 30 deutschen Städten wollen junge Menschen auf die Straße gehen. In Berlin, München, Frankfurt am Main und Köln verantwortet "GenZ regelt" die Demonstrationen selbst, in dutzenden weiteren Städten schließt sie sich örtlichen Initiativen an.
Mehr als 160.000 Menschen haben bis Freitag im Internet ihre Teilnahme zugesagt. Den meisten Zulauf verzeichnen Köln (mehr als 14.000 Zusagen), Frankfurt (rund 13.000) und Berlin (mehr als 10.000). Für München gibt es bislang mehr als 8000 Zusagen.
31. Oktober, 6 Uhr: Großeinsatz für Berliner Polizei
Die Berliner Polizei stellt sich angesichts der Protestaufrufe der Initiative "Gen Z regelt" am Samstag auf einen Großeinsatz in der Hauptstadt ein. Rund 1500 Polizistinnen und Polizisten werden nach Behördenangaben zusätzlich in der Stadt unterwegs sein.
Die Polizei sieht Konfliktpotenzial wegen der Kombination von Protestaufrufen und der Halloween-Nacht, die regelmäßig in Berlin vermehrt zu Polizeieinsätzen führt. Die Sicherheitsbehörden rechnen aber nicht mit Plünderungen und haben nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse über gezielte Gewaltaufrufe.
Zwei Veranstaltungen sind im Kontext mit dem Jugendprotest angekündigt: Am Brandenburger Tor ist um 14 Uhr zeitgleich mit vielen weiteren Demos bundesweit eine Kundgebung geplant, zu der 10.000 Menschen erwartet werden.
30. Oktober, 17.10 Uhr: Verfassungsschutz warnt vor Extremisten bei Jugendprotesten
Der Verfassungsschutz hat vor einem Missbrauch der für Samstag in Hamburg angekündigten Jugendprotest-Demo durch Extremisten gewarnt. Linksextreme Gruppen wie das Offen Antifaschistische Treffen Hamburg, der Rote Aufbau oder die Interventionistische Linke und extremistische Gruppen mit Auslandsbezug wie die Thawra Hamburg würden in sozialen Medien für eine Teilnahme mobilisieren, teilte das Landesamt auf seiner Internetseite mit.
"In den Aufrufen zeigt man sich solidarisch mit den Geschehnissen in Frankreich und will hieran anknüpfen." Bezug genommen werde dabei auf die friedlichen Demonstrationen, "zum Teil aber auch auf gewalttätige Auseinandersetzungen", hieß es.
30. Oktober, 15.11 Uhr: Orga-Team kritisiert Fokus auf Thema Gewalt
Vertreter der Initiative "Gen Z regelt" kritisieren, dass sich die öffentliche Diskussion zu den für Samstag geplanten bundesweiten Protesten vorwiegend auf die Sorge vor Gewalt konzentriert. "Das zeigt ja, dass unser Punkt, dass wir nicht ernst genommen werden und nicht gehört werden, auch stimmt. Denn keiner will sich mit uns um die Inhalte kümmern, sondern es ist immer nur das Thema Gewalt auf der Agenda", sagte Steve, der die Demonstration in München mit organisiert, bei einer Pressekonferenz in Köln.
Die Bewegung habe eine klare Leitlinie, wonach die Proteste ohne jegliche Gewalt ablaufen sollten, erklärte der 18-Jährige. Man werde "friedlich protestieren". Zugleich betonte er, dass die Demonstrationen dezentral organisiert seien. Die Teilnehmer der Pressekonferenz könnten nur für die Veranstaltungen in Köln, München, Berlin und Frankfurt sprechen, in denen es offizielle Ortsgruppen von "GenZ regelt" gebe.
30. Oktober, 14.58 Uhr: Laut Ministerium keine Hinweise auf Gewalt bei Jugendprotest
Die Sicherheitsbehörden des Bundes haben keine weitergehenden Erkenntnisse zu Gewaltaufrufen oder geplanten gewalttätigen Ausschreitungen bei den für diesen Samstag geplanten Jugendprotesten. Das sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin.
"Die öffentlich bekannt gewordenen Mobilisierungsaufrufe betonen vielmehr den friedlichen Charakter dieser Proteste, und sie distanzieren sich tatsächlich ausdrücklich von den gewaltsamen Auseinandersetzungen im Ausland."
Gleichwohl griffen auch "Teile der linksextremistischen Szene sowie vereinzelt Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus" die Aufrufe auf, um sich an der Mobilisierung zu beteiligen, so die Sprecherin.
30. Oktober, 14.22 Uhr: AfD warnt vor Protest, Linke spricht von "Hetzkampagne"
Die "Gen Z regelt"-Bewegung erhält Unterstützung von der Linken.
Deren Parteichef Luigi Pantisano (47) erklärte, dass es genau der richtige Zeitpunkt für Proteste sei, angesichts von geplanter schwarz-roter Reformen und "sozialen Grausamkeiten". Skeptisch steht die AfD dem Demogeschehen gegenüber. "Es bestehe die "reale Gefahr, dass die Demonstrationen wie in Frankreich von gewaltbereiten Menschen aus dem linksextremen und islamistischen Milieu gekapert werden", wird die Parteivorsitzende der Alternative für Deutschland in einer Mitteilung zitiert.
30. Oktober, 12.09 Uhr: Minister warnt davor, dass Demos unterwandert werden
Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (38, CDU) äußert Verständnis für die Jugendproteste.
"Corona hat Schuljahre genommen. Wohnungen sind kaum bezahlbar. Fragen von Krieg und Frieden. KI und die Zukunft der Bildung". zählt er Argumente dafür auf, dass die Menschen aus Sorge auf die Straße gehen. Er fürchtet jedoch, dass die Proteste von den falschen Leuten missbraucht werden. "Extremisten versuchen die Demos zu unterwandern", macht er auf fälschlicherweise geteilte Fotos aus Frankreich aufmerksam, wo die Ausschreitungen gewaltsam eskalierten und rund 2400 Festnahmen allein an einem Tag erfolgt seien.
30. Oktober, 11.10 Uhr: Wie viele Teilnehmer werden erwartet?
Wie viele Menschen gehen am 31. Oktober auf die Straße?
Die genaue Zahl lässt sich schwer vorhersagen. Einen Eindruck gibt die Organisatoren-Webseite. Rund 160.000 Leute haben dort deutschlandweit zugesagt. In Großstädten wie Köln, Frankfurt am Mainz, Berlin, München oder Stuttgart haben sich rund 10.000 Teilnehmer oder mehr angekündigt. In anderen Städten wie Bremen, Leipzig und Dresden wird mit rund 5000 Personen gerechnet, die zugesagt haben. In anderen Städten wie Mannheim oder Chemnitz und Duisburg hat sich nur eine dreistellige Teilnehmerzahl angekündigt.
30. Oktober, 10.43 Uhr: Organisatoren kontern Vorwüfe
Kritik wurde im Vorfeld des Protest an den Organisationsstukturen der Bewegung geäußert.
"Man weiß nicht so genau, wer dahintersteht", kritisierte Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz in der Sendung Frühstart von RTL und Ntv. "Viele melden das allerste Mal eine Demo an, bevor sie überhaupt auf einer Demo gewesen sind", verwies "Gen Z regelt"-Sprecher Amadeo darauf, dass die Bewegung noch am Anfang stehe und sich aus Studierenden, Schülern und Azubis zusammensetze.
30. Oktober, 10.09 Uhr: Checkliste für Demos und Aktionen
Auf der Veranstalter-Homepage geben die Organisatoren Tipps für Demonstranten, die nicht auf Eskalation hindeuten.
Besucher sollen einen Personalausweis, ein geladenes Handy, Wasser und Snacks, sowie falls nötig - Medikamente mitnehmen. Explizit wird den Leuten nahegelegt, sowohl Glas, Alkohol, Drogen, Feuerwehr oder Waffen nicht mitzuführen und auch die Polizei nicht zu provozieren.
30. Oktober, 9.46 Uhr: Manche Geschäfte wollen schließen
Wie groß werden die Proteste und was passiert dort eigentlich? Angesichts von Horrormeldungen aus Frankreich oder Italien wollen einige Läden vorsorglich ihre Türen schließen.
Unter anderem wollen einige Einzelhändler im Südwesten aus Sicherheitsgründen früh zumachen. Händler aus Freiburg hätten gebeten, Baustellen ordentlich abzusichern, damit keine Wurfgeschosse frei herumliegen.
Die Parfümerie-Kette Douglas will 12 Filialen in Deutschland sicherheitshalber schließen - welche wurde nicht bekannt. In den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind die Ladenschließungen nicht notwendig, weil der 31. Oktober ein Feiertag ist.
30. Oktober, 9.24 Uhr: Wofür wird protestiert?
Fridays for Future demonstrieren für Klimaschutz, "Querdenken"-Proteste richteten sich während der Pandemie gegen die Corona-Maßnahmen, doch was möchte Gen Z eigentlich regeln?
Bei der jungen Bevölkerung existiert vielmehr ein Gefühl, dass "ihre Zukunft an die Wand gefahren wird", wie Steven Sedehi (18), einer der Organisatoren, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärt. Exemplarisch nannte der 18-Jährige den Umgang mit der Klimakrise, Sozialkürzungen und die Debatte um die Wehrpflicht. Aber auch für Gesundheit und ein bezahlbares Leben treten die Demonstranten ein.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Banneyer/dpa /Marius Bulling/onw-images/dpa
