"Gen Z"-Demos in ganz Deutschland: Barrikaden in Brand gesteckt, Polizei setzt Pfefferspray und Wasserwerfer ein

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Berlin - Die Jugend steht auf in Deutschland. Unter dem Namen "Gen Z regelt" haben am Samstag Demonstrationen in 34 Städten begonnen.

Die Polizei sichert die Demo-Veranstaltungen ab, damit es keine gewaltsamen Ausschreitungen wie in Italien oder Frankreich gibt. (Archivbild)
Die Polizei sichert die Demo-Veranstaltungen ab, damit es keine gewaltsamen Ausschreitungen wie in Italien oder Frankreich gibt. (Archivbild)  © Felix Hörhager/dpa

Weil die jungen Leute unzufrieden mit der Entwicklung im Land sind, wurde landesweit zu Demos aufgerufen. Seit 14 Uhr wurde in insgesamt 34 Städten protestiert.

Weil die Proteste in Frankreich oder Italien bereits gewaltsam ausgeartet sind, sichert die Polizei die Veranstaltungen ab.

Wegen der Angst vor Ausschreitungen oder Plünderungen bleiben einige Läden dicht.

Böllerwurf: Verletzter bei Jugend-Demo in Nürnberg
Demonstrationen Böllerwurf: Verletzter bei Jugend-Demo in Nürnberg

TAG24 hält Euch im Live-Ticker auf dem Laufenden.

31. Oktober, 18.19 Uhr: Brennende Barrikaden und Pfefferspray bei Demo in Hamburg

Nach einem weitgehend störungsfreien Verlauf am Nachmittag war die Lage auf dem Steindamm in der Nähe des Hauptbahnhofes in Hamburg schließlich teils aus dem Ruder geraten. 

So hatten gegen Ende der Demonstration schwarz gekleidete und teils vermummte Menschen mehrfach Pyrotechnik gezündet sowie Baustellenabsperrungen aus ihren Verankerungen gerissen und in Brand gesteckt. Teils waren die Einsatzkräfte auch mit Pyrotechnik und Baustellenmaterial beworfen worden.

Die Polizei schritt ein, trieb die Menge wieder auseinander und setzte teils auch Pfefferspray gegen die Demonstrierenden ein. Das Feuer wurde schließlich mithilfe eines Wasserwerfers gelöscht. Im Anschluss wurde die Kundgebung durch die Polizei offiziell beendet. 

Doch damit war der Einsatz für die Polizei noch nicht beendet. Sie war weiter damit beschäftigt, brennende Mülltonnen und Barrikaden mit dem Wasserwerfer zu löschen und in einigen Seitenstraßen die sich zuspitzende Lage durch ihre Präsenz wieder zu entspannen. Dabei hatte die Polizei auch eine Drohne in der Luft. "Wir sind immer noch im Viertel unterwegs, weil noch Kleingruppen unterwegs sind und versuchen, Kleinmaterial auf die Straße zu werfen und zu entzünden. Und das unterbinden wir", sagte ein Polizeisprecher.

In Hamburg wurden wiederholt Barrikaden angezündet, die Polizei musste einschreiten.
In Hamburg wurden wiederholt Barrikaden angezündet, die Polizei musste einschreiten.  © Marius Bulling/onw-images/dpa

31. Oktober, 18.18 Uhr: Protestzug steckt in Düsseldorf auf "Kö" fest

In Düsseldorf ist der Demonstrationszug von "Gen Z regelt" am Samstag auf der Königsallee kurz ins Stocken geraten. Grund war, dass die Spitze der Protestierenden falsch abgebogen sei, sagte eine Polizeisprecherin.

Über Lautsprecherdurchsagen seien zusätzliche Ordner für den Zug gesucht worden, berichtete ein dpa-Reporter. Nachdem ein neuer Weg festgelegt worden war, ging es weiter in Richtung Altstadt und zum Rheinufer. Zwischenfälle gab es dabei aber nicht, wie es hieß.

31. Oktober, 18.16 Uhr: Haltestelle nach "Gen Z"-Demo in Leipzig zerstört

Nach dem Ende der Demonstration von "Gen Z regelt" ist es in Leipzig vereinzelt zu Sachbeschädigungen gekommen.

Ein Polizeisprecher teilte mit, eine Gruppe von 100 bis 200 "Störern" habe auf dem Heimweg von der Demonstration im Süden der Stadt "ein bisschen randaliert". Nach dem Eintreffen der Bereitschaftspolizei habe sich die Gruppe dann aber schnell "zerstreut", die Lage sei unter Kontrolle.

Wie der Sprecher weiter mitteilte, warfen die Personen Verkehrsschilder auf die Straße geworfen und zerstörten zudem eine Haltestelle.

Gegen Ende der Demo in Leipzig haben laut Polizei einige Demonstranten randaliert.
Gegen Ende der Demo in Leipzig haben laut Polizei einige Demonstranten randaliert.  © Sebastian Willnow/ dpa/dpa

31. Oktober, 17.56 Uhr: Tausende Menschen demonstrieren am Brandenburger Tor

Tausende Menschen sind in Berlin dem Aufruf der Initiative "Gen Z regelt" gefolgt und haben friedlich demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich rund 11.000 Menschen am Brandenburger Tor, die Polizei sprach hingegen von etwa 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Spitze.

Beide Seiten zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. "Es ist total ermutigend, dass so viele Menschen aus der ganzen Gesellschaft gekommen sind", sagte Sprecherin Veronika Dinter, die die Demonstration in Berlin mitorganisiert hatte. "Die Versammlung verlief wie erwartet friedlich", sagte Polizeisprecher Jörn Iffländer.

In Berlin verliefen die "Gen Z"-Proteste friedlich.
In Berlin verliefen die "Gen Z"-Proteste friedlich.  © Carsten Koall/dpa

31. Oktober, 17.55 Uhr: Protest verlief in Stuttgart laut Polizei nicht friedlich

Die Jugend-Demonstration in Stuttgart ist nach Angaben der Polizei nicht friedlich verlaufen. Teilnehmer warfen laut einer Polizeisprecherin Flaschen und Pyrotechnik auf Beamte.

Auch nach dem Abschluss der Kundgebung seien noch zahlreiche Demonstranten auf dem Marienplatz, teilte die Polizei nach dem offiziellen Ende der Aktion mit. Die Beamten seien daher weiter "mit starken Kräften vor Ort". Die befürchteten großen Ausschreitungen seien aber ausgeblieben. 

Schon vor Beginn des Aufzugs am Nachmittag sollen erste Böller und Rauchtöpfe gezündet worden sein. Während des Aufzugs und bei der Abschlusskundgebung wurde dann nach Polizeiangaben immer wieder Pyrotechnik auf Einsatzkräfte geworfen. 

31. Oktober, 17.29 Uhr: Gen-Z-Protest in Sachsen mit fast 10.000 Menschen

Bei den Demonstrationen von "Gen Z regelt" sind in Sachsen mehr Menschen auf die Straße gegangen als erwartet.

In Leipzig ging die Polizei von 6500 Teilnehmern aus, in Dresden waren nach Schätzungen von dpa-Reportern etwa 3000 Menschen auf der Straße, die Polizei sprach von rund 2500. In Chemnitz zog der Protest einige Hundert Demonstranten an. Dabei gingen nicht nur junge Menschen auf die Straße.

In Dresden waren auch viele Ältere dem Aufruf zum Protest gefolgt.

In Sachsen gingen deutlich mehr Menschen auf die Straße als erwartet.
In Sachsen gingen deutlich mehr Menschen auf die Straße als erwartet.  © Jürgen Lösel/dpa

31. Oktober, 17.11 Uhr: Wasserwerfereinsatz gegen "gewaltbereite Demonstranten" in Köln

Am Rande der Gen-Z-Demo in Köln ist ein Wasserwerfer der Polizei zum Einsatz gekommen. Ein dpa-Reporter berichtete, dass dieser nach dem Zünden mehrerer Böller Wasser auf Demonstranten gespritzt habe. Der Wasserwerfereinsatz richtete sich nach Angaben des Innenministeriums gegen "gewaltbereite Demonstranten".

Sie hätten die Standkundgebung verlassen wollen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Eine Polizeisprecherin sagte, dass es vor dem Einsatz Angriffe mit Pyrotechnik auf Einsatzkräfte gegeben habe.

Am Rande der Gen-Z-Demo in Köln setzte die Polizei einen Wasserwerfer ein.
Am Rande der Gen-Z-Demo in Köln setzte die Polizei einen Wasserwerfer ein.  © Thomas Banneyer/dpa

31. Oktober, 17.06 Uhr: Böller und Bengalos bei "Gen Z"-Demo in Hamburg gezündet

Bei der Demonstration der Initiative "Gen Z regelt", die aktuell durch die Hamburger Innenstadt zieht, wurden Rauchtöpfe, Bengalos und Böller gezündet.

Im Verlauf der Demonstration hatten schwarz gekleidete und teils vermummte Menschen zudem rot-weiße Plastik-Baustellenabsperrungen auf dem Steindamm in der Nähe des Hauptbahnhofes aus ihren Verankerungen gerissen und auf die Straße geworfen. Später wurden die Plastikteile im Bereich der U-Bahnstation Lohmühlenstraße auch angezündet.

Die Polizei schritt ein, trieb die Menge wieder auseinander und setzte teils auch Pfefferspray gegen die Demonstrierenden ein. Das Feuer wurde schließlich mithilfe eines Wasserwerfers gelöscht. 

Die Bereitschaftspolizei gehe mit "unmittelbarem Zwang" dagegen vor, postete die Polizei auf ihrem WhatsApp-Channel. 

Auch in Hamburg wird demonstriert – erst reibungslos, dann werden Böller gezündet.
Auch in Hamburg wird demonstriert – erst reibungslos, dann werden Böller gezündet.  © Marcus Brandt/dpa

31. Oktober, 17.03 Uhr: Ein Verletzter bei Jugend-Demo in Nürnberg

Bei den Jugendprotesten in Nürnberg ist ein Versammlungsteilnehmer verletzt worden. Grund sei möglicherweise ein Böllerwurf, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken der Deutschen Presse-Agentur. Angaben zur Schwere der Verletzung gab es zunächst nicht. Die Person sei vom Rettungsdienst behandelt worden. 

Die Polizei stoppte den Demonstrationszug kurzfristig. Nach einem Appell an die Teilnehmer per Lautsprecher habe der Zug dann aber wieder fortgesetzt werden können. 

Bereits vor dem Vorfall waren in Nürnberg aus der Menge heraus immer wieder Gegenstände in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden, darunter auch Pyrotechnik. Laut Polizei hatten sich dort rund 2000 Menschen dem Protest angeschlossen.

Beim Jugendprotest in Nürnberg wurde ein Mensch verletzt. Der Demonstrationszug wurde kurzfristig gestoppt.
Beim Jugendprotest in Nürnberg wurde ein Mensch verletzt. Der Demonstrationszug wurde kurzfristig gestoppt.  © Pia Bayer/dpa

31. Oktober, 16.41 Uhr: Protestmarsch auch in Frankfurt gestoppt

Auch in Frankfurt hat die Polizei die "Gen Z regelt"-Demo vorübergehend wegen gezündeter Pyrotechnik gestoppt.

"Gegen Personen, die andere daran hindern, friedlich zu demonstrieren, die die Versammlung stören oder Straftaten begehen, gehen wir gezielt und konsequent vor", schrieb die Polizei auf WhatsApp. Sie begleitete die Demo mit einem großen Aufgebot, auch eine Drohne war im Einsatz. Rund 2500 Menschen ziehen laut Polizei bei der Demonstration durch Frankfurt.

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Banneyer/dpa /Marius Bulling/onw-images/dpa

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