Von Marco Krefting & Marcel Gnauck
Stuttgart/Ulm - Als Teil der bundesweiten Jugendproteste läuft auch eine Demo in Stuttgart. Die Polizei berichtet von mehreren - teils gravierenden - Störungen. Und fehlender Kooperation der Veranstalter.
Entgegen der Absprachen zieht die Jugend-Demonstration in Stuttgart über eine andere Strecke. "Die Versammlungsleitung hat eine Kooperation verweigert", teilte die Polizei unter anderem über ihren WhatsApp-Kanal mit.
Auch hätten sich immer wieder Teilnehmer in verschiedene Richtungen entfernt. Der Aufzug wurde laut Polizei mehrfach gestoppt. Einer Sprecherin zufolge sind mindestens 3000 Menschen in Stuttgart unterwegs.
Zuvor hatte das Präsidium schon berichtet, dass einige Teilnehmer vermummt seien. Aus dem Aufzug soll Pyrotechnik gegen Einsatzkräfte eingesetzt worden sein, teilte die Polizei mit. "Das wird nicht geduldet und die Verantwortlichen erwarten Konsequenzen", hieß es dazu.
Vereinzelt seien zudem Sachbeschädigungen wie Graffiti und brennende Mülleimer gemeldet worden.
Noch vor Beginn des Aufzugs seien Rauchtöpfe gezündet worden, auch Böller seien zu hören gewesen. "Das ist nicht okay", sagte die Sprecherin in einem kurzen Video.
"Wir appellieren an euch: Seid laut, aber bleibt friedlich." Mehrere Menschen hätten die vorgesehene Strecke verlassen. Der Aufzug sei angehalten, die Teilnehmer würden aufgefordert, sich an die vereinbarte Route zu halten.
Landesweite Sorge vor Krawallen
In zahlreichen Städten in Deutschland demonstrieren junge Menschen auf den Straßen. Sie setzen sich unter anderem für ein bezahlbares Leben und mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie aus. Zudem sprechen sie sich klar gegen die Wehrpflicht aus.
In Baden-Württemberg gibt es Demonstrationen etwa in Stuttgart, Ulm und Mannheim.
Nach Ausschreitungen bei Protesten in europäischen Nachbarländern sorgen sich Ladenbesitzer und Politiker, dass es auch hierzulande zu Krawallen kommen könnte. Innenminister Manuel Hagel (38, CDU) hatte davor gewarnt, Extremisten würden versuchen, die Demonstrationen zu unterwandern.
Sowohl die Initiative "Gen Z regelt", die hinter den Protesten steht, als auch der Landesschülerbeirat haben im Vorfeld zu friedlichen Protesten aufgerufen.