Jugendproteste in Bayern: Was die Sicherheitsbehörden am 31. Oktober erwarten

Von Irena Güttel

München - Nach den Massenprotesten im Ausland kündigt die Polizei starke Präsenz bei den Jugendprotesten an. Wie viele junge Menschen am Samstag an den Demos in Bayern teilnehmen, ist jedoch schwer einzuschätzen.

In Frankreich kam es bei den Protesten zu schweren Ausschreitungen.  © Jeremias Gonzalez/AP/dpa

Im Internet ruft die Initiative "Gen Z regelt" für den 31. Oktober zu Protesten in vielen deutschen Städten auf. Sie will unter anderem für mehr Klimaschutz, gegen die Wehrpflicht und hohe Lebenshaltungskosten demonstrieren.

"Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie über unsere Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden", heißt es in einem Positionspapier.

Gewalt lehnt die Gruppe eigenen Angaben nach ab. Zur Generation Z gehören junge Menschen, die grob zwischen 1995 und 2010 geboren wurden.

Demonstrationen Innenminister Hagel verspricht Schutz für Jüdinnen und Juden bei Gen-Z-Demos: "Gebet vor Gebrüll"

Im Freistaat sind in mehreren Städten ab dem Nachmittag Versammlungen angemeldet. Laut der Homepage genz-regelt.de waren zunächst Proteste in München, Nürnberg und Augsburg geplant. Aber auch in Regensburg wurde laut der Stadt eine Demonstration angemeldet, die am Samstag vom Rathausplatz durch die Altstadt zum Dom ziehen soll. Auch in Rosenheim soll es dem bayerischen Innenministerium zufolge eine Versammlung geben.

In München ist nach Angaben der Stadt ein Demonstrationszug angemeldet, der am Geschwister-Scholl-Platz starten soll.

Anzeige

Linksextreme könnten Demonstrationen an Halloween unterwandern

Die Polizei wird bei den Protesten in Bayern starke Präsenz zeigen. (Symbolfoto)  © Felix Hörhager/dpa

Wie viele Menschen kommen werden, ist vorab schwer einzuschätzen. Auf der Protest-Homepage kann man per Mausklick sein Kommen zusagen. Ob dann am Ende tatsächlich jeder davon dabei ist, wird sich zeigen. Den jüngsten Zahlen nach wollen sich mehr als 7000 Leute in München und mehr als 5000 in Nürnberg beteiligen. 

In anderen europäischen Ländern demonstrieren junge Leute bereits seit Wochen. In Frankreich, Spanien, Italien und Albanien war es dabei zu Ausschreitungen und teilweise Plünderungen gekommen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt, dass linksextreme Gruppen die deutschlandweiten Jugendproteste unterwandern und für ihre Zwecke missbrauchen könnten. 

Demonstrationen Aktivisten bekleben Shell-Tankstelle: Konzern verdoppelt Gewinn, Greenpeace fordert Übergewinnsteuer

Mit einer Eskalation der Gewalt in Bayern rechnet Innenminister Joachim Herrmann (70, CSU) nach derzeitigem Stand aber nicht. "Die angekündigten Schülerproteste lassen zum jetzigen Zeitpunkt keine vergleichbaren Ausschreitungen wie in Frankreich erwarten", sagte der Politiker. Den Sicherheitsbehörden lägen derzeit auch keine konkreten Aufrufe zu Gewalt oder zu geplanten gewalttätigen Ausschreitungen vor. 

Dennoch werde es eine starke Polizeipräsenz an allen Orten geben. Der Schwerpunkt des Einsatzgeschehens in Bayern zeichne sich derzeit in München ab.

Die Polizei in München kündigte an, die aktuellen Entwicklungen rund um die Gen-Z-Proteste im Blick zu behalten. "Wir verfolgen und bewerten die Entwicklungen und Vorfälle im Zusammenhang mit vergleichbaren Versammlungen in anderen Städten und dem europäischen Ausland sehr aufmerksam", sagte ein Sprecher. Dazu stehe die Polizei in engem Austausch mit anderen Polizei- und Sicherheitsbehörden.

Mehr zum Thema Demonstrationen: