Lieber Mathe als ins Militär: Dresdner Schüler demonstrieren gegen Wehrpflicht

Von Yuriko Wahl-Immel und Marcus Scholz

Dresden - Unter dem Motto "Schulstreik gegen Wehrpflicht" gingen am heutigen Donnerstag Schüler bundesweit auf die Straße. Auch in Dresden wurde demonstriert.

"Lieber lern ich Mathe als ins Militär zu gehen" - und das mag schon etwas heißen!
"Lieber lern ich Mathe als ins Militär zu gehen" - und das mag schon etwas heißen!  © xcitepress/Finn Becker

Kurz vor Beginn der Demos benannte die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz im ZDF-Morgenmagazin einen der Kernpunkte: Viele Jugendliche würden sich beim neuen Wehrdienst übergangen fühlen, so Amy Kirchhoff (19) vom Beruflichen Gymnasium der Freien Werkschule Meißen.

Die Entscheidung sei "von oben" von der Politik gefällt worden, ohne vorher mit den jungen Menschen zu sprechen. Es brauche eine "strukturelle Verankerung von Jugendbeteiligung", so Kirchhoff.

Unten, auf der Straße, machten Schüler ihrem Ärger diesbezüglich Luft, starteten ihren bunten Demo-Zug um 10 Uhr am Postplatz und hielten Plakate mit Botschaften wie "Lieber lern ich Mathe als ins Militär zu gehen" oder "Für eine Zukunft ohne Zwangsdienste - Nein zur Wehrpflicht" in den sonnigen Himmel.

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Besondere Vorkommnisse seien nicht zu verzeichnen gewesen. "Alles ruhig", lautete das zwischenzeitliche Fazit der Dresdner Polizei auf TAG24-Nachfrage.

Dresdens Schülerinnen und Schüler möchten Freiheit, nicht zu irgendetwas gezwungen werden.
Dresdens Schülerinnen und Schüler möchten Freiheit, nicht zu irgendetwas gezwungen werden.  © xcitepress/Finn Becker
Trotz kleiner Rechtschreibfehler ist die Botschaft auf diesem Plakat eindeutig.
Trotz kleiner Rechtschreibfehler ist die Botschaft auf diesem Plakat eindeutig.  © xcitepress/Finn Becker

Alle 18-Jährigen erhalten seit Jahresbeginn Fragebogen für den neuen Wehrdienst

Seit Jahresbeginn gilt ein Gesetz für den neuen Wehrdienst. Alle 18-jährigen Männer und Frauen erhalten einen Fragebogen, mit dem ihre Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr erhoben wird. Männer müssen diesen verpflichtend ausfüllen. Sollte es der Bundeswehr mithilfe des Fragebogens nicht gelingen, genügend Freiwillige zu gewinnen, behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor.

Schon Anfang Dezember hatten Schülerinnen und Schüler in vielen deutschen Städten demonstriert. In Dresden gingen damals schätzungsweise 2000 Menschen - Schüler und Eltern gleichermaßen - auf die Straße.

Titelfoto: xcitepress/Finn Becker

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