Hamburg - Demo in der Hansestadt: "Männer gegen Männergewalt" und "Menschlich statt männlich" war auf einigen Plakaten zu lesen, die von den Teilnehmenden auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg am Donnerstag hochgehalten wurden.
Am Vatertag versammelten sich im Nieselregen zahlreiche Demonstranten und Demonstrantinnen, die meisten von ihnen männlich.
Hintergrund der Demo: Veranstalter und Teilnehmende fordern mehr Verständnis für Frauen. Die Demonstration richtete sich vor allem gegen Gewalt an Frauen und für ein solidarisches gesellschaftliches Miteinander.
Organisiert wurde die Aktion mit dem Motto "Come on Boys!" unter anderem über soziale Medien und durch eine Gruppe rund um "Großstadtrevier"-Star Enrique Fiss (33). Insgesamt vier Wochen arbeiteten die Veranstalter an der Umsetzung ihrer Idee.
Ebenfalls mit dabei: verschiedene Speaker und Musik-Acts. Darunter Musikerin Hanna Noir, Mina Richman oder Mal Élevé. "Es fängt mit uns an. Es ist unsere Aufgabe. Es ist unsere Verantwortung", sagte ein Sprecher in Hamburg. "Wieso haben die meisten Männer eigentlich keine weiblichen oder queeren Vorbilder?", so ein anderer Sprecher. Auch patriarchale Strukturen wie unbezahlte Sorgearbeit, die größtenteils an Frauen hängenbleibe, und finanzielle Abhängigkeit wurden kritisiert.
Werbung für das Event machten unter anderem auch bekannte Gesichter wie Schauspieler Merlin Sandmeyer (36) oder Moderator Michel Abdollahi (45).
Demo in Hamburg: Einhaltung von Verhaltenscodex gefordert
Und auch auf einen Verhaltenskodex wurde Wert gelegt. "Wir dulden keine Form von Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Transfeindlichkeit oder andere Formen von menschenfeindlichem oder diskriminierendem Verhalten. Nur Ja heißt Ja", wurde bereits vor dem Event auf Social Media angekündigt. Auch ein extra Familienbereich samt "Kids-Corner" wurde eingerichtet.
Statt Bier und Bollerwagen am Vatertag war das Ziel, sich kritisch mit Männlichkeit, der eigenen Rolle im patriarchalen System und männlicher Gewalt auseinanderzusetzen.