Von Martin Fischer
Hamburg - Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Angriff auf feiernde Menschen beim Christopher Street Day in Berlin soll die Sicherheit auch bei den Feiern der queeren Community in Hamburg noch einmal überprüft werden. "Der Anschlag in Berlin überschattet auch den Beginn der Pride Week in Hamburg", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (60, SPD) der Nachrichtenagentur dpa.
"Die Hamburger Sicherheitsbehörden tun alles, um die CSD-Demonstration und die Veranstaltungen der Pride-Week in unserer Stadt zu schützen, damit von Hamburg auch in diesem Jahr ein starkes Zeichen der Toleranz und Vielfalt ausgehen kann", versprach dieser.
Zu der Hamburger CSD-Parade werden am kommenden Samstag Hunderttausende Menschen erwartet. Die Pride Week hatte an diesem Wochenende begonnen.
Innensenator Andy Grote (58, SPD) kündigte eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen an. Zwar sei das Sicherheitsniveau bei Veranstaltungen in Hamburg hoch - "gerade was den Schutz vor Überfahrtaten angeht", sagte er.
Aber: "Vor dem Hintergrund der schrecklichen Tat in Berlin werden die Sicherheitsmaßnahmen für den CSD kommende Woche in Hamburg noch einmal sorgfältig überprüft, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten."
Ihre Behörde stehe im engen Austausch mit der Innenbehörde, der Polizei und der queeren Community, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, sagte Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne). "Wir werden alles dafür tun, dass die Teilnehmenden so frei, selbstbestimmt und sicher wie jedes Jahr demonstrieren können."
Hamburg Pride geht nach Angriff auf die Straße
Die Veranstalter der Hamburger Pride Week riefen nach dem tödlichen Angriff zu einer Demonstration in der Hamburger Innenstadt auf.
"Wir sind in Gedanken bei der Berliner Community", hieß es in dem bei Instagram verbreiteten Aufruf. Zu der Demonstration kamen rund 800 Menschen am Nachmittag zusammen, wie das Polizeilagezentrum mitteilte.
Zu der Hamburger CSD-Parade sei man nach der Bluttat von Berlin im Austausch mit Polizei, sagte Manuel Opitz, Sprecher von Hamburg Pride. Einzelheiten nannte er nicht.
"Wichtig ist, dass wir uns nicht unsichtbar machen lassen von Gewalt. Das was wir jetzt brauchen, ist der Rückhalt aus der Stadtgesellschaft", betonte er.
"Deswegen rufen wir alle Hamburgerinnen und Hamburger auf, sich am CSD zu beteiligen."
Erstmeldung am 26. Juli um 14.09 Uhr, aktualisiert um 19.39 Uhr.