Demo der "Deutschen Patrioten" in Köln abgesagt, Gegenprotest am Heumarkt fand statt

Köln - Unter dem Motto "Frieden schaffen ohne Waffen" wollten in Köln am Samstag mehrere hundert Personen auf die Straße gehen. Doch am Morgen vor dem Start kam eine Absage: Nicht genügend Menschen seien erschienen.

Die Polizei hatte sich auf einen Großeinsatz vorbereitet. (Symbolbild)
Die Polizei hatte sich auf einen Großeinsatz vorbereitet. (Symbolbild)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Bis kurz vor Start der Demo hätten sich circa 1000 Personen für die Demo "Frieden schaffen ohne Waffen" in der Kölner Innenstadt angemeldet, teilte die Polizei mit.

Hinter den Plänen soll die Gruppe "Deutsche Patrioten" stecken, die via Facebook auf die Kundgebung aufmerksam gemacht haben soll.

Laut des "Kölner Stadt-Anzeiger" tauchten dann allerdings nur drei Teilnehmende auf dem Heumarkt auf. Da der Verfassungsschutz davon ausging, dass sich auch Rechtsextreme unter den Demonstranten befinden könnten, war das geplante Polizeiaufgebot dementsprechend groß.

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Anlass dazu geben nicht nur die Facebook-Profile, die in den vergangenen Monaten dazu aufgerufen haben, sondern auch konkrete Beispiele.

Neben einer Slideshow auf TikTok, in der Bilder mit Botschaften wie "Heimatliebe" oder "Schütze deine Rasse" kursieren, sollen auch in einer Telegram-Gruppe Anfang Februar die Abschiebungen von "kriminellen Ausländern" gefordert sowie dubiose Links zu offensichtlich rechtsradikalen Quellen wie der "Jungen Freiheit" oder gar der NPD geteilt worden sein.

Gegendemo von "Köln gegen Rechts" geplant

Schon im vergangenen September ging die Gruppe "Köln gegen Rechts" auf die Straßen.
Schon im vergangenen September ging die Gruppe "Köln gegen Rechts" auf die Straßen.  © Roberto Pfeil

Einen anderen Ton schlagen derweil die "Deutschen Patrioten" ein. Sie wollen bei ihrer Kundgebung lediglich zum Ukraine-Krieg Stellung beziehen, den "unsere Regierung angezettelt" habe. Was sie fordern? "Keine Waffen für die Ukraine. Denn wir sind nicht im Krieg mit Russland."

Die Aussagen sorgten auf der Gegenseite für Kopfschütteln, weshalb sich eine Gegendemonstration organisiert hatte.

Bis zum Mittag hatten sich 300 Teilnehmende vor dem Reiterdenkmal aufgestellt. Als die Absage bekannt gegeben wurde, ertönte Beifall und Jubel.

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Originalmeldung vom 10. März, 18.14 Uhr; zuletzt aktualisiert: 11. März 13.35 Uhr


Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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