Schulstreik: Sächsische Schüler protestieren gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht

Von Daniel Josling

Leipzig - In mehreren Städten in Sachsen sind Schülerinnen und Schüler gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht auf die Straße gegangen. Die Aktionen sind Teil eines bundesweiten Schulstreiks, zu dem Initiativen und Jugendgruppen in zahlreichen Städten in Deutschland aufgerufen hatten. Demonstrationen und Kundgebungen gab es unter anderem in Leipzig, Dresden und Chemnitz.

In Leipzig mischten sich auch Politiker u.a. von Die Linke unter die Demonstrierenden.
In Leipzig mischten sich auch Politiker u.a. von Die Linke unter die Demonstrierenden.  © Christian Grube

In Leipzig war für den späten Nachmittag eine Demonstration mit einem Aufzug durch die Innenstadt angemeldet. Nach Angaben der Stadt wurden rund 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Ganz so viele waren es letztendlich nicht.

Die Polizei zählte kurz nach Beginn rund 800 Teilnehmende. Die Versammlung begann am Augustusplatz und führte über den Innenstadtring zurück zum Augustusplatz. Entlang der Route kam es zwischenzeitlich zu Verkehrseinschränkungen. Vereinzelt wurden Rauchtöpfe gezündet.

Auch in Dresden beteiligten sich Schülerinnen und Schüler an Protesten. Die Polizei sprach von mehr als 600 Teilnehmenden. Unterstützt wurde der Protest unter anderem von der Partei Die Linke.

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Nach Angaben von Veranstaltern richteten sich die bundesweiten Schülerproteste gegen militärische Aufrüstung und verpflichtende Dienste. Auch in Chemnitz gingen rund 400 junge Demonstrierende auf die Straße.

Entlang der Demo-Route wurden in Leipzig vereinzelt Rauchtöpfe gezündet.
Entlang der Demo-Route wurden in Leipzig vereinzelt Rauchtöpfe gezündet.  © EHL Media/Björn Stach

Wer volljährig wird, bekommt einen Fragebogen

In Leipzig waren 5000 Teilnehmende angemeldet. Ganz so viele waren es am Ende nicht.
In Leipzig waren 5000 Teilnehmende angemeldet. Ganz so viele waren es am Ende nicht.  © EHL Media/Björn Stach

Hintergrund des Schulstreiks ist die Neuregelung des Wehrdienstes in Deutschland. Seit Anfang des Jahres bekommen junge Menschen, die volljährig werden, Fragebögen zugeschickt. Abgefragt werden Angaben zur Person, der Gesundheit sowie die Bereitschaft zum Wehrdienst. Männer müssen den Fragebogen zurückschicken, Frauen können es.

Für Männer ist auch die Musterung verpflichtend, allerdings befinden sich die Kapazitäten dafür noch im Aufbau. Der Wehrdienst an sich ist aber zunächst freiwillig.

Sollte das nicht ausreichen, behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor.

Titelfoto: EHL Media/Björn Stach

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