Bahn strandet, Dutzende Fahrgäste stundenlang gefangen: Das ist der Grund

Halle (Saale) - Ein liegen gebliebener Regionalexpress sorgte am Mittwoch mitten in Halle für Aufsehen. Dutzende Menschen mussten stundenlang in dem Zug ausharren, bevor sie evakuiert werden konnten. Jetzt liegen neue Erkenntnisse vor, was genau passiert ist.

Mit 32 Fahrgästen an Bord strandete ein Regionalexpress in der Nähe des Hallenser Hauptbahnhofs. (Symbolbild)
Mit 32 Fahrgästen an Bord strandete ein Regionalexpress in der Nähe des Hallenser Hauptbahnhofs. (Symbolbild)  © Martin Schutt/dpa

Wie eine Sprecherin des Subunternehmens "Regionalverkehre Start Deutschland GmbH / Start Mitteldeutschland" auf Anfrage von TAG24 erklärte, sei es kurz nach der Abfahrt vom Hallenser Hauptbahnhof zu einem Ausfall der Steuerzentrale des RE4 gekommen.

Die genaue Ursache dafür müsse nun noch ermittelt werden. Das Fahrzeug befinde sich derzeit in der Prüfung und sei noch nicht wieder fahrbereit.

Zum Zeitpunkt des plötzlichen Liegenbleibens nahe der Berliner Brücke sollen sich den Angaben nach 32 Fahrgäste in der Bahn befunden haben. Zunächst war laut Mitteldeutscher Zeitung von rund 100 Personen die Rede gewesen.

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Der Defekt sei dem Notdienst um 14.16 Uhr telefonisch gemeldet worden. Gegen 15 Uhr traf ein Abschleppfahrzeug am Ort des Geschehens ein, das den Zug zurück zum Bahnhof bringen sollte. "Dies blieb jedoch erfolglos", so die Sprecherin.

Erst vier Stunden später konnte Zug evakuiert werden

Erst am Abend konnten die Passagiere zurück zum Bahnhof gebracht werden. Für sie sicher ein gebrauchter Tag. (Archivbild)
Erst am Abend konnten die Passagiere zurück zum Bahnhof gebracht werden. Für sie sicher ein gebrauchter Tag. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa

Schließlich sollten die Passagiere evakuiert werden. Doch auch das schien nicht so einfach zu sein. So habe der Notdienst der "Start Mitteldeutschland" ab 16.40 Uhr mit Zugpersonal und Fahrgästen auf den Notfallmanager der DB InfraGO und die Feuerwehr gewartet.

Letztere sei allerdings erst gegen 17.20 Uhr vor Ort gewesen. Dennoch mussten die Passagiere noch weiter im Regionalexpress ausharren.

Laut einer Sprecherin der DB habe der Notfallmanager vor Ort die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, "damit die von Start alarmierte Feuerwehr die Reisenden evakuieren konnte". Dafür seien auch Gleissperrungen nötig gewesen.

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Gegen 18.10 Uhr konnte schließlich die Freigabe zur Evakuierung erteilt werden - rund vier Stunden, nachdem der Zug gestrandet war. Dann erst konnten die 32 Personen mit dem Ersatzzug 409 zurück zum Hauptbahnhof gebracht werden.

Die Stunden des Ausharrens kann den Reisenden niemand zurückgeben. Indes verweist das "Start Mitteldeutschland" auf die allgemeinen Fahrgastrechte, über die man sich gegebenenfalls das Geld zurückerstatten lassen kann.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa

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