Für mehr Militär-Transporte: Hier fordert PRO BAHN ein zweites Gleis

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Dresden/Berlin/Falkenberg - Diese Prognose kam unerwartet: Anfang April hatte die Deutsche Bahn verkündet, dass sich der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Dresden und Berlin voraussichtlich um viele Jahre verzögert. Nun wird eine Forderung laut, die Umleitungsstrecke von Falkenberg (Elster) nach Jüterbog in Brandenburg zu ertüchtigen - auch, um eine Stärkung der militärischen Mobilität zu bewirken.

PRO BAHN plädiert für den Ausbau der Umleitungsstrecke zwischen Falkenberg (Elster) und Jüterbog - unter anderem für mehr Militär-Transporte angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage. (Symbolfoto)
PRO BAHN plädiert für den Ausbau der Umleitungsstrecke zwischen Falkenberg (Elster) und Jüterbog - unter anderem für mehr Militär-Transporte angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage. (Symbolfoto)  © Wolfgang Müller/dpa

So würde ein zweites Gleis die Kapazitäten der Nord-Süd-Achse für die Verlegung von Material und Truppen unmittelbar erhöhen. "Und zwar nicht als haushaltspolitische Pauschalzuordnung, sondern als gezielte Investition in tatsächlich relevante Infrastruktur", schreibt PRO BAHN in einer Mitteilung.

Zugleich würde ein Ausbau auch die Netzresilienz dauerhaft stärken. "Bei Störungen, Unwettern oder sonstigen Einschränkungen auf der Hauptstrecke über Elsterwerda stünde mit einer zweigleisigen Strecke über Falkenberg eine echte Alternative zur Verfügung - nicht nur ein Notbehelf mit langen Wartezeiten an Kreuzungsstellen", so der Fahrgastverband.

Generell sei es sinnvoll, bei planmäßigen Sperrungen eine leistungsfähige Umleitungsmöglichkeit für Fern-, Regional- und Güterverkehr nutzen zu können - etwa bei der zweiten Baustufe zwischen Dresden und Berlin ab 2032.

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PRO BAHN fordert daher vom Infrastrukturbetreiber sowie dem Eisenbahn-Bundesamt, einen Wiederaufbau des zweiten Gleises zu prüfen. Dabei solle das Planungsrecht vereinfacht umgesetzt werden, da die Trasse bereits bis zum Zweiten Weltkrieg bestanden hätte und weiter für eine Neuverlegung von Schienen vorbereitet sei.

Schnittstelle des Bahnverkehrs von drei Bundesländern: der Knoten Falkenberg (Elster).
Schnittstelle des Bahnverkehrs von drei Bundesländern: der Knoten Falkenberg (Elster).  © DB AG

"Der Knoten Falkenberg (Elster) liegt an der Schnittstelle dreier Bundesländer und hat als Turmbahnhof eine einzigartige Netzfunktion. Ein zweigleisiger Zulauf aus Richtung Jüterbog würde nicht nur Berlin-Dresden entlasten, sondern auch die Anbindung Sachsen-Anhalts an das überregionale Schienennetz stärken", betont der stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbands, Michael Koch.

Titelfoto: Wolfgang Müller/dpa

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