600 Passagiere betroffen: ICE steckt auf wichtiger Bahnstrecke fest, zwei Menschen kollabiert
Zahna - Notfall auf der Bahnstrecke Berlin-Halle: Bei Zahna im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt ist am Samstagnachmittag ein ICE mit rund 600 Menschen an Bord stecken geblieben. Die Deutsche Bahn hat bereits Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Wie lange die Strecke gesperrt bleiben muss, ist derzeit noch unklar.
Grund für den Ausfall war offenbar der Riss einer Oberleitung, wie eine Sprecherin der Bahn gegenüber TAG24 mitteilte.
Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge soll die Leitung direkt auf den Zug gestürzt sein. "Reisende berichten auch, dass Scheiben zu Bruch gingen", hieß es. Laut Deutscher Presse-Agentur sollen zwei Fahrgäste leicht verletzt worden sein. Beide seien wegen "Panik und Kreislauf" kollabiert.
Die Bahn sei bereits dabei, den betroffenen Passagieren zu helfen. "Alle DB-Mitarbeitenden - von der Betriebszentrale, die den Zugverkehr auf dem Schienennetz steuert, über die Leitstelle des Fernverkehrs bis hin zum Bordpersonal im betroffenen ICE - unternehmen alles, um die Weiterreise für die Fahrgäste in dem Zug so schnell es geht zu ermöglichen", so die Sprecherin.
Zunächst war dabei vom Einsatz eines Ersatzzuges die Rede, dann von Bussen, zuletzt sollte der Zug abgeschleppt werden. Einem dpa-Reporter vor Ort zufolge konnte der ICE letztlich am Abend eigenständig zum Bahnhof Lutherstadt-Wittenberg fahren, wo die Fahrgäste umsteigen konnten.
Züge über Dessau und Wiesenburg umgeleitet
Wie lange die wichtige Bahnstrecke zwischen Berlin und Halle, auf der unter anderem auch Schnellzüge von der Hauptstadt nach München fahren, gesperrt bleiben muss, sei derzeit noch unklar.
Laut Deutscher Bahn werden Züge wischen Berlin-Halle-Leipzig aktuell über Dessau und Wiesenburg umgeleitet. "Dadurch kommt es zu einer Fahrzeitverlängerung von etwa 40 Minuten", hieß es.
Der Halt Lutherstadt Wittenberg entfalle vorerst. Als Ersatzhalt fungiere Dessau.
Erstmeldung vom 11. April, 16.31 Uhr. Zuletzt aktualisiert um 20.32 Uhr.
Titelfoto: Heiko Rebsch/dpa

