Mega-Störung bei Deutscher Bahn: Altbackenes Funksystem dafür verantwortlich

Berlin - Der Verkehr der Deutschen Bahn ist am frühen Mittwoch schrittweise wieder aufgenommen worden, nachdem ein technischer Fehler im Funksystem alle Züge zum Stillstand gezwungen hat.

An den Bahnhöfen wie hier in Duisburg mussten sich Reisende gedulden.  © dpa/Roberto Pfeil

Eine bundesweite Kommunikationsstörung hatte am späten Dienstagabend den Betrieb im gesamten Netz für rund zwei Stunden zum Erliegen gebracht, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte.

Die ersten Züge fuhren gegen 0.30 Uhr wieder los, bevor der Betrieb im Laufe des frühen Morgens schrittweise wieder aufgenommen wurde.

Die Störung wurde durch einen Fehler im GSM-R verursacht - kurz für "Global System for Mobile Communications Railway" - dem digitalen Funksystem, das vom Bahnpersonal während des Bahnbetriebs im gesamten Netz der Deutschen Bahn genutzt wird.

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Demnach war der "planmäßige Tausch einer technischen Komponente" beim digitalen Bahnfunksystem GSM-R Auslöser für die Probleme, wie der Chef der Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo, Philipp Nagl, mitteilte. "Wie es dadurch genau zu der Störung kam, analysieren wir nun mit höchster Priorität." Weitere Details nannte der bundeseigene Konzern nicht.

Die staatliche Bahn teilte mit, die Störung sei behoben worden, allerdings sei in einigen Gebieten bis in den morgendlichen Berufsverkehr hinein mit erheblichen Verspätungen und Ausfällen zu rechnen. Im Güterverkehr kritisierten die Wettbewerber der Bahn hingegen anhaltende Auswirkungen.

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An den DB-Informationsschaltern herrschte jede Menge Erklärungsbedarf.  © Christoph Reichwein/dpa
Stillstand auch in Köln: Fahrgäste warteten am späten Abend auf ihren Zug.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Deutsche Bahn: Verkehrsminister fordert umfassende Aufklärung

Bahn-Chefin Evelyn Palla (53, l.) und Verkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU, r.)  © Kay Nietfeld/dpa

"Seit Mitternacht rollen zwar vereinzelt wieder Züge", teilte die Geschäftsführerin des Wettbewerberverbands Die Güterbahnen, Neele Wesseln, mit. "Circa die Hälfte unserer Güterzüge steht aber verteilt im Land und an den Grenzen noch immer still."

Die Lage sei extrem angespannt, weil Güter-, Nah- und Fernverkehr gleichzeitig auf Weiterfahrt warteten. "Es wird Tage dauern, diesen Logistik-Stau abzuarbeiten", betonte Wesseln. 

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) forderte am Morgen von dem bundeseigenen Konzern eine umfassende Aufklärung. Sollte es sich um Probleme mit Hardware-Komponenten oder um ein Update-Problem eines Servers handeln, müsse die Bahn ihre Systeme so aufstellen, dass sich das nicht wiederhole, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

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Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Tarek Al-Wazir (55, Grüne), kritisierte zudem die für die Funkstörung verantwortliche Technik an sich: "GSM ist das, was man heute 2G nennen würde und wir sind ja gerade beim Übergang von 5G auf 6G", sagte er vor einer Sitzung, bei der auch Bahn-Chefin Evelyn Palla (53) anwesend war.

Erstmeldung 23. Juni, 23.11 Uhr, zuletzt aktualisiert 24. Juni, 13.14 Uhr.

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