Von Wolf-Dietrich von Dewitz
Bonn - Bei der Einhaltung einer gesetzlichen Vorschrift zur Flächenpräsenz von Filialen hat die Deutsche Post in Nordrhein-Westfalen mit Problemen zu kämpfen.
Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, gab es in dem Bundesland Mitte April 23 unbesetzte Pflichtstandorte – an diesen Orten hat das Unternehmen keine Filialen, obwohl es dort eine haben müsste.
Das waren zehn mehr als im September. Der Trend im Bundesgebiet war gegenläufig, dort sank die Anzahl der unbesetzten Standorte seit September um 30 auf 130.
Eine Post-Sprecherin begründete die Lücken im Filialnetz mit dem Strukturwandel des Einzelhandels vor allem im ländlichen Raum: Mancherorts mache das letzte Geschäft zu und es gebe kein anderes Geschäft mehr, das einen Postschalter haben könnte.
Man arbeite intensiv an Lösungen und es handele sich nur um vorübergehende Lücken, betonte sie. Die Post hat bundesweit 12.400 Postfilialen, der Anteil der unbesetzten Standorte ist also gering.
Strukturwandel trifft Filialnetz hart
Der gelbe Riese muss in Dörfern mit mehr als 2000 Einwohnern eine Filiale haben. In größeren Kommunen und Städten darf die Filiale nicht weiter entfernt sein als zwei Kilometer, sofern das Wohngebiet zusammenhängend bebaut ist.
Mit Filialen sind meistens Einzelhändler gemeint, etwa ein Supermarkt oder Kiosk mit einem Schalter, wo man Briefmarken kaufen oder Pakete abgeben kann.
Solche Einzelhändler haben es auf dem Land oder am Stadtrand häufig wirtschaftlich schwer, viele von ihnen werfen irgendwann das Handtuch und machen dicht. Dann hat die Post dort keine Filiale mehr.
Zu den Orten in NRW, wo Mitte April eine Filiale hätte sein sollen und keine war, gehören Balve-Garbeck, Jüchen-Gierath, Dormagen-Delhoven, Dormund-Sölde, Tecklenburg-Leeden, Übach-Palenberg und Weilerswist.