Will die Post demnächst keine Briefe mehr zustellen?

Berlin - Diese News sorgen für allerhand Aufregung: Während die Post derzeit über den Tarif und mehr Lohn verhandelt, spielt sich im Hintergrund offenbar noch viel mehr ab! Anscheinend wird im Konzernvorstand über etwas diskutiert, was auch die Post-Kunden hart treffen würde.

Will die Post zukünftig keine Briefe mehr zustellen?
Will die Post zukünftig keine Briefe mehr zustellen?  © Oliver Berg/dpa

Welt.de liegen demnach Informationen aus dem Betriebsrat vor, die darauf hindeuten, dass das Bonner Unternehmen aus der "Postuniversaldienstleistung" aussteigen könnte.

Was das bedeutet?

Zukünftig würde sich die Post nicht mehr um eine flächendeckende Zustellung kümmern und diese Pflicht an den Staat abdrücken. Rein rechtlich wäre das sogar möglich.

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Der Bund selbst müsste dann einen Weg finden, wie die Post beim Adressaten ankommt. Möglich wäre es, dass Briefe in Zukunft nicht mehr an sechs Tagen zugestellt werden, sondern nur noch an fünf oder gar vier Tagen in der Woche.

Während vor allem Kunden in ländlichen Gebieten in jenem Fall dann wahrscheinlich komplett von Fremdfirmen beliefert und die Postverteilung spärlicher werden würde, bekämen Städter eher wenig von der Änderung mit.

220.000 Arbeitsplätze in Gefahr?

Das Bonner Unternehmen spielt offenbar mit dem Gedanken, aus der Postuniversaldienstleistung auszusteigen.
Das Bonner Unternehmen spielt offenbar mit dem Gedanken, aus der Postuniversaldienstleistung auszusteigen.  © Thomas Banneyer/dpa

Würde sich das Unternehmen aus der sogenannten Universaldienstleistungspflicht zurückziehen, wären definitiv viele Arbeitsplätze in Gefahr.

So titelte der Betriebsrat der Niederlassung Berlin 2 in einer aktuellen Sonderausgabe der Mitarbeiterzeitung, dass es dann sogar 220.000 Arbeitsplätzen an den Kragen gehen könnte.

Der Grund für das Planspiel sei finanzieller Natur: "In verschiedenen Gesprächen hat der Postvorstand durchblicken lassen, sich aus der Erbringung des Universaldienstes zurückzuziehen, wenn nicht mehr genügend Geld in Deutschland erwirtschaftet werden kann", heißt es im Post-Magazin.

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Sollte die Entscheidung tatsächlich fallen, würde die Dienstleistung der Briefzustellung vom Bund ausgeschrieben werden. Das Unternehmen, was die geringste Ausgleichszahlung fordert, würde den Zuschlag erhalten.

Wahrscheinlich würde sich die Änderung auch auf die Preise für den Briefversand schlagen: Wie Welt.de berichtet, dürfte das Porto dann erheblich teurer werden. Auch die Löhne und Arbeitsbedingungen der jeweiligen Zusteller wären nicht mehr wie vorher.

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Das Unternehmen reagierte auf den Artikel des Betriebsrat folgendermaßen: "Wir wollen diesen wichtigen Beitrag zur Grundversorgung weiterhin leisten", so ein Sprecher. Doch dies wäre nur möglich, wenn am Postgesetz geschraubt werden würde.

"Damit die Post den eingeschlagenen Weg der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit beibehalten kann, muss die künftige Regulierung es aber möglich machen, dass das Unternehmen die dafür erforderlichen Investitionen auch verdienen kann", erklärt der Konzern weiter.

Gerade in Sachen Briefe läuft es bei der Post nicht allzu rosig: Digitalisierung, höhere Energiepreise, Wuchermieten und steigende Arbeitslöhne machen dem Unternehmen diese Dienstleistung alles andere als schmackhaft.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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