27-Jähriger erleidet Herzinfarkt wegen Cannabis - "ungefährliche" Droge nur ein Mythos?

Oujda - Viele Konsumenten sind felsenfest davon überzeugt, dass Cannabis nicht schädlich für den menschlichen Körper ist. Tatsächlich scheint das gesundheitliche Risiko wesentlich geringer zu sein als bei anderen Drogen - das heißt jedoch nicht, dass es überhaupt keins gibt, wie nun eine neue Fallstudie bewies!

Ärzte der "University of Oujda" beschrieben die negativen Folgen von Gras-Konsum. (Symbolbild)
Ärzte der "University of Oujda" beschrieben die negativen Folgen von Gras-Konsum. (Symbolbild)  © 123rf/megaflopp

Die Untersuchung erscheint in der August-Ausgabe des "Annals of Medicine and Surgery" und wurde am Montag im Internet veröffentlicht. Darin berichten Ärzte von einem 27-jährigen Patienten, der aufgrund seines Cannabis-Konsums einen Herzinfarkt erlitten haben soll.

Bei dem jungen Marokkaner wurde im Krankenhaus das Dressler-Syndrom - auch als post-myokardiales Infarktsyndrom bekannt - festgestellt, nachdem er eine Woche zuvor unter starken Schmerzen in der Brust gelitten hatte.

Ist Cannabis - im Deutschen gerne als Gras oder Bubatz bezeichnet - also gar nicht so ungefährlich, wie immer behauptet wird?

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"Cannabis-Konsum erhöht das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse, nicht nur bei Patienten mit traditionellen kardiovaskulären Risiko-Faktoren, sondern auch bei der jüngeren Bevölkerung ohne Risiko-Faktoren", schrieben zumindest die Ärzte der "University of Oujda" in ihrem Bericht.

Der betroffene Mann war keinerlei anderen Risiko-Faktoren für Herz-Erkrankungen ausgesetzt. "Hier beschreiben wir den Fall eines durch Cannabis-Konsum verursachten Myokard-Infarkts bei einem jungen Mann ohne signifikante medizinische Vorgeschichte", schrieben auch die Mediziner.

"Marihuana ist kein gutes Medikament"

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Deutschland steht kurz vor der Legalisierung von Cannabis-Konsum. Der richtige Schirtt?  © 123RF/rgbspace

"Der zunehmende Konsum von Cannabis stellt ein großes Risiko für [Herzinfarkte] dar", hieß es des Weiteren. Bei der Untersuchung von jungen Infarkt-Patienten sollen Ärzte demnach wachsam sein, erst recht, wenn es keine anderen kardiovaskulären Risiko-Faktoren gäbe.

"Wir hoffen, dass [die Studie] die Öffentlichkeit auf die tödlichen Folgen des Cannabis-Konsums für das Herz-Kreislauf-System aufmerksam macht und dazu beitragen wird, die Mortalitätsraten im Zusammenhang mit [Herzinfarkt] aufgrund von Cannabis-Konsum zu senken", schrieben die Ärzte.

Die Mediziner machten in ihrem Bericht jedoch auch deutlich, dass derartige (nachgewiesene) Fälle äußerst selten seien. Ein Zusammenhang zwischen Herzinfarkten und Cannabis-Konsum scheint indes unbestreitbar, wie eine weitere Studie bestätigte.

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"Marihuana hat eine deutlich negative Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System", lautete das Ergebnis einer Untersuchung der Stanford-Universität.

"Da immer mehr Staaten den Konsum von Marihuana legalisieren, gehe ich davon aus, dass wir in den kommenden Jahren einen Anstieg von Herzinfarkten und Schlaganfällen sehen werden", schrieb Dr. Mark Chandy in einer Pressemitteilung.

"Unsere Studien an menschlichen Zellen und Mäusen zeigen deutlich, wie die THC-Exposition eine schädliche molekulare Kaskade in den Blutgefäßen auslöst."

Das - vor allem für Cannabis-Konsumenten schockierende - Urteil der Forscher: "Marihuana ist kein gutes Medikament."

Titelfoto: 123rf/megaflopp

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