Drogenhandel für Süchtige erlauben? Kölns Bürgermeister wagt Vorstoß
Köln - Die offene Drogenszene rund um den Neumarkt in der Kölner City wird zu einem immer größeren Problem für die Stadt. Nun erwägt Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) offenbar einen drastischen Schritt.
Mit einem neuen Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel sollen die Suchtkranken geschützt werden. "Damit holen wir die Drogenkranken von den Straßen in eine betreute Einrichtung", beteuert Burmester im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
Der Bau ist inzwischen beschlossene Sache, trotz erheblicher Bedenken der Anwohnerinnen und Anwohner. Teilweise wurde sogar mit Petitionen gegen den Standort gekämpft. Dennoch seien nun alle Voraussetzungen für das Suchthilfezentrum geschaffen worden.
Nur noch letzte Detailfragen seien zu klären, verrät Burmester: "Unter anderem der Umgang mit dem Mikrohandel von Drogen: Unter welchen Rahmenbedingungen könnte der Handel mit geringen Mengen erlaubt werden, um Süchtige aus der Kriminalität zu holen?"
Konkret ginge es ihm darum, Lösungen für den Drogenhandel, die Erforschung des Crackkonsums, für Ersatzstoffe und für Beratung zu erarbeiten. "Für all das brauchen wir die Möglichkeit von Experimentierklauseln in den Kommunen", ist sich der SPD-Mann sicher.
Köln und Düsseldorf wagen Vorstoß bei NRW-Landesregierung
Einen ersten Vorstoß in diese Richtung hat die NRW-Regierung allerdings abgelehnt. Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (55) habe er in diesem Zusammenhang einen Brief an Innenminister Herbert Reul (73, CDU) und Gesundheitsminister Franz-Josef Laumann (59, CDU) geschrieben.
Die Antwort sei allerdings "ernüchternd" ausgefallen: "Alles nicht möglich", verrät Burmester.
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