Anwohner sind wütend: Protest gegen neues Drogenhilfezentrum in Köln
Köln - Streit um ein neues Drogenhilfezentrum in Köln: Viele Anwohner wehren sich gegen die Pläne der Stadt und haben bereits eine Petition gestartet.
Seit Ende Dezember steht fest: Die Stadt Köln will ein neues Suchthilfezentrum bauen, um den offenen Drogenkonsum, besonders rund um den Neumarkt, besser zu kontrollieren.
Das Zentrum soll Beratung, medizinische Versorgung und einen kontrollierten Konsumraum bündeln und am Perlengraben im Pantaleonsviertel entstehen.
Viele Nachbarn finden die Pläne alles andere als gut. Sie haben die IG Pantaleonsviertel gegründet und starteten Online-Petitionen, um den Bau zu verhindern oder einen anderen Standort zu fordern.
Dabei geht es vor allem um Sorge um die Nachbarschaft, die Nähe zu Wohnhäusern, Spielplätzen und Kitas sowie um die Frage, ob die Stadt die Pläne ausreichend durchdacht hat.
Drogenhilfezentrum: Stadt Köln verteidigt Standortwahl
Die Stadt erklärt auf ihrem Beteiligungsportal Meinung für Köln, warum der Perlengraben gewählt wurde. Demnach sei die Fläche schnell und rechtlich nutzbar, gut erreichbar mit ÖPNV und im direkten Umfeld befänden sich weder Kita- noch Schulstandorte.
Außerdem soll das neue Zentrum den bisherigen Drogenkonsumraum am Neumarkt ersetzen, der angesichts zunehmender Drogenprobleme, besonders durch Crack-Konsum, an seine Kapazitätsgrenze stößt.
Die endgültige Abstimmung über den Standort soll am 5. Februar in der Kölner Ratssitzung erfolgen. Bis dahin versuchen die Anwohner, mit Versammlungen und Petitionen noch Einfluss zu nehmen.
Am Montagabend lädt die IG alle Interessierten um 19.30 Uhr ins Berufskolleg am Perlengraben ein, um Sorgen und Bedenken direkt mit der Stadt zu besprechen.
Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

