Polizei warnt Kiffer: Neuer Zusatz in Cannabis macht den Joint zur tödlichen Gefahr

Kiel - Joints gelten meist als eher harmlos. Jetzt geht in Schleswig-Holstein Cannabis um, das es in sich hat.

Ein Mann raucht einen Joint. Im Norden sollten Kiffer nun besonders aufpassen, rät die Polizei. (Symbolbild)
Ein Mann raucht einen Joint. Im Norden sollten Kiffer nun besonders aufpassen, rät die Polizei. (Symbolbild)  © RAS GRÜN/Unsplash

Der Konsum der Droge kann gravierende gesundheitliche Folgen haben, warnt jetzt die Polizei.

Es könne zu "Herzrasen, unregelmäßigem Schlagen des Herzens, Erbrechen, Übelkeit, Orientierungsverlust, kurz andauernden Ohnmachtsanfällen, Lähmungserscheinungen, Wahnvorstellungen, Kreislaufversagen bis hin zur Bewusstlosigkeit, Versagen sämtlicher Vitalfunktionen und Tod" kommen.

Grund für die Gesundheitsprobleme nach dem Kiffen sollen sogenannte "Neue Psychoaktive Substanzen" (NPS) sein, mit denen das Cannabis-Produkt versetzt sein könne.

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Drei Fälle mit schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien den Ermittlern der Einheit "Straßendeal" der Kripo Kiel aus dem Stadtteil Gaarden bekannt. Sie vermuten eine deutlich höhere Dunkelziffer.

Die Polizei schildert ein drastisches Beispiel aus der Landeshauptstadt.

Der Mann schaffte es gerade noch so, in seine Wohnung zu kommen, nachdem er einen Joint geraucht hatte. Hinter der Tür brach er sofort zusammen und lag eine unbekannte Zeit auf dem Boden im Flur. Dabei hatte er das Gefühl, dass sein Herz stehenblieb. Der Mann wollte um Hilfe rufen, schaffte es aber nicht. "Seinen Angaben zufolge war er wie stumm und habe seine Zunge nicht mehr unter Kontrolle gehabt", teilte die Polizei mit.

So was hatte der Kiffer bisher nicht nach dem Drogenkonsum erlebt und alarmierte später die Polizei. Er berichtete den Ermittlern von Todesängsten, die er durchlitten hatte.

Risiko für Cannabis-Konsumenten ist unkalkulierbar

Ob dem Cannabis "Neue Psychoaktive Substanzen" hinzugefügt wurden, ist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. (Symbolbild)
Ob dem Cannabis "Neue Psychoaktive Substanzen" hinzugefügt wurden, ist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. (Symbolbild)  © Thought Catalog/Unsplash

Die Polizei untersuchte das Cannabis und fand heraus, dass es mit NPS versetzt war. Im geschilderten Fall waren es synthetische Cannabinoide. Normalerweise ist Cannabis schwach oder gar nicht psychoaktiv wirksam. Doch durch das Zufügen der NPS entstehen hoch potente Stoffgemische.

Für Konsumenten bestehe ein unkalkulierbares Gesundheitsrisiko. "Neben der Unkenntnis der konkret zugesetzten Stoffe besteht insbesondere die Gefahr der Überdosierung. Die Konsumierenden gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesen Fällen davon aus, dass sie herkömmliches Cannabis konsumieren und nicht hoch potente, chemische Stoffe", heißt es von der Polizei.

Sie wissen meistens nichts über Wirkung, Giftigkeit, Abhängigkeitspotenzial, Wechselwirkungen mit Medikamenten und anderen Drogen, insbesondere Alkohol, Nebenwirkungen und Langzeitfolgen.

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Äußerlich ist kein Unterschied zwischen normalem Marihuana und dem sehr viel stärkeren, synthetischen NPS-Produkt erkennbar. Erst beim Konsum wird das deutlich.

Die Polizei rät allen Cannabis-Konsumenten, bei oben genannten Wirkungen sofort einen Arzt anzurufen.

Außerdem nimmt die Ermittlungseinheit "Rauschgift" Hinweise auf die Betäubungsmittelart, den Verkauf oder die Herkunft dieser Substanzen oder bereits aufgetretener Nebenwirkungen unter der Telefonnummer 0431160 3333 entgegen.

Titelfoto: RAS GRÜN/Unsplash

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