Ex-Prostituierte packt aus: "Ich ließ zu, dass Leute mir immer schlimmere Dinge antaten"

Vereinigtes Königreich - Maeve Moon arbeitete jahrelang als Prostituierte und hat so einiges erlebt - jedoch nicht nur Positives. Die Sexarbeit hat die junge Frau in eine gefährliche Spirale von Geldsucht, Depression und Gesundheitsschädigung gebracht, aus der sie so schnell nicht rauskam. Heute arbeitete die ehemalige Studentin als Trauma-Coach und will anderen Menschen helfen.

Maeve Moon arbeitet heute als Psychotherapeutin und warnt vor den Folgen von Sexarbeit.
Maeve Moon arbeitet heute als Psychotherapeutin und warnt vor den Folgen von Sexarbeit.  © Screenshot/Instagram/profit_from_trauma

Alles begann, als Maeve noch Studentin war. Damals ging sie vorerst "nur" als Escort-Lady mit fremden Männern aus, um ihren Studienkredit tilgen zu können. Doch aus Essen gehen, zum Termin begleiten oder Kaffee trinken wurde schnell mehr - der Grund dafür war weniger die Neugier, sondern eher das Geld.

"Anfangs verlangte ich 150 Pfund pro Stunde und ich erinnere mich, wie er [der Kunde] mir diese 150 Pfund in die Hand drückte und ich einfach in das Zimmer meiner Mitbewohner ging - ich machte das in meiner Studentenwohnung - und ich flatterte mit dem Geld umher", so Moon zum Daily Star.

"150 Pfund [umgerechnet rund 174 Euro ] sind eigentlich nichts. Aber wenn man daran gewöhnt ist, für Peanuts zu arbeiten, dann sind 150 Pfund echt Hammer", erinnert sie sich.

Arzt rät Model von Vagina-OP ab: Sie macht es trotzdem und bereut es
Erotik Arzt rät Model von Vagina-OP ab: Sie macht es trotzdem und bereut es

Von der Geldsucht getrieben, wurden es immer mehr Freier am Tag - und das zehrte an den Nerven. "Ich wurde dünner und dünner und ließ zu, dass meine Selbstachtung immer weiter sank. Ich ließ zu, dass die Leute mir immer schlimmere Dinge antaten."

Mit "schlimmeren Dingen" meint Moon würgen und schlagen. "Ich bekam diese Sucht nach Geld und es wurde immer schlimmer und schlimmer. Ich nahm mehr Kunden, als mein Körper verkraften konnte und machte das dann sechs bis sieben Tage die Woche", erzählt sie.

Maeve Moon arbeitet heute als Psychotherapeutin

Heute hat die Britin es geschafft aus dem Teufelskreis auszusteigen.

Erfolgreich schloss sie ihr Studium ab, arbeitet als Psychotherapeutin und ist auf Instagram, TikTok und YouTube aktiv. Spezialisiert hat sie sich auf Traumata von jungen Menschen. Insbesondere jungen Mädchen, die ähnliches erlebt haben, will sie helfen.

"Das Wichtigste, was ein junger Mensch, der durch Sexarbeit in Versuchung gerät, wissen sollte, ist dies: Wenn Geld kein Gegenstand wäre, ist es wirklich das, was du mit deinem Leben machen möchtest?"

Und weiter: "Ich weiß, dass diese Logik auf die meisten Berufe zutrifft, aber die meisten Jobs sind nicht so körperlich und intim und sowohl psychisch als auch körperlich auf lange Sicht schädlich wie Sexarbeit", weiß Moon.

Titelfoto: Screenshot/Instagram/profit_from_trauma

Mehr zum Thema Erotik: