Mega-Waldbrand in NRW: Brandschneisen sollen Deutschland vor Ausbreitung der Flammen schützen

Hürtgenwald/Monschau (Nordrhein-Westfalen) - Der riesige Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze hält die Feuerwehr weiterhin in Atem. In der Nacht zu Dienstag waren auch hunderte deutsche Einsatzkräfte vor Ort.

Die Löscharbeiten im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze laufen auch am Dienstag noch auf Hochtouren.  © Images VHP via Belga/dpa

Die Löscharbeiten seien sehr kräftezehrend und das Personal müsse regelmäßig ausgetauscht werden, teilte der Leiter der Feuerwehr der grenznahen Eifelstadt Monschau mit.

Ein Brandbekämpfer habe sogar von der Einsatzstelle ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Bei ihm bestehe der Verdacht auf einen Herzinfarkt, so der Feuerwehrleiter.

Auch für die Anwohner hat der Einsatz Folgen. Am Wochenende mussten einige Bewohner Monschaus ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Feuerwehreinsätze Helfer in Not: Motorboot kentert bei Rettungsversuch auf dem Bodensee

Schon zuvor waren die Floriansjünger in NRW mit einem Mega-Waldbrand beschäftigt. Im nahegelegenen Hürtgenwald verbrannten rund 300 Hektar - das entspricht einer Größe von etwa 420 Fußballfeldern.

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18. August, 14.21 Uhr: Brandschneisen sollen Deutschland vor Ausbreitung der Flammen schützen

Die Feuerwehr versucht aktuell, ein Übergreifen der Flammen auf Deutschland durch sogenannte Brandschneisen zu verhindern. Dabei wird brennbares Material wie Bäume, Büsche oder Gras über mehrere Meter Breite auf ein Minimum reduziert. Die Arbeiten sollen den ganzen Dienstagvormittag andauern.

Die Ausbreitung des Feuers wurde derweil nach Angaben des belgischen Innenministeriums gestoppt. Lediglich entlang der Brandfront, die wegen des unwegsamen Geländes für Bodenkräfte unzugänglich bleibt, sei die Lage noch heikel. Zumal am Dienstag aufgrund des Wetters auch keine Löschflugzeuge und -helikopter unterwegs sein können.

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18. August, 13.21 Uhr: Umweltverbände fordern Wiedervernässung von trocken gelegten Mooren und Wäldern

Angesichts der schweren Wald- und Moorbrände im Hürtgenwald und im Hohen Venn drängen die beiden großen Umweltschutzverbände Nabu und BUND auf eine Rückkehr zu nasseren Landschaften. 

Die schnelle Wiedervernässung trocken gelegter Moore, Wälder und Auen sei ein wichtiger Schutz nicht nur gegen Brände, sondern auch gegen Dürre, Hitze und Starkregen, teilten beide Verbände mit. Die Ereignisse machten deutlich, wie wichtig widerstandsfähige Landschaften angesichts der Klimakrise seien. 

"In intakten Mooren kann der Torf nicht brennen, in naturnahen Waldökosystemen ist die Brandgefahr geringer als in Aufforstungen", sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht.

18. August, 7.49 Uhr: Wind bereitet aktuell keine Probleme

Anders als noch am Montag befürchtet, gibt es am Dienstagmorgen bisher keinen ungünstigen West- oder Südwestwind, der die Feuer-Walze weiter in Richtung der deutschen Grenze treiben könnte. Das teilte der stellvertretende Bürgermeister von Monschau, Franz-Karl Boden, mit.

Am Montagabend war die Brandlinie nach Angaben der Feuerwehr Monschau rund 2,3 Kilometer von der Grenze entfernt.

18. August, 6.34 Uhr: Lage bleibt weiter "unberechenbar" - hilft jetzt das Wetter?

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn laufen die Löscharbeiten weiterhin auf Hochtouren.

Zwar habe sich die Ausbreitung des Feuers am Montag aufgrund der günstigen Wetterbedingungen mit Regen stark verlangsamt, allerdings sei die Lage weiterhin unberechenbar, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin (55) der Nachrichtenagentur Belga. Zumal man laut dem Politiker mit Nachlöscharbeiten von mehreren Wochen rechnen müsse.

Am Dienstag liegt die Hoffnung der Einsatzkräfte erneut auf dem Wetter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für die Region nochmal mehr Regen als am Montag.

Der belgische Innenminister Bernard Quintin (55, Mitte) geht von wochenlangen Nachlöscharbeiten aus.  © Nicolas Lambert//dpa

17. August, 20.30 Uhr: Brandbekämpfer sind vorbereitet

Am Kampf gegen die verheerenden Brände im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn werden sich auch in der Nacht auf Dienstag zahlreiche Einsatzkräfte aus Deutschland beteiligen.

Die Brandlinie sei derzeit rund 2,3 Kilometer von der deutschen Landesgrenze entfernt, sagte der Sprecher der Feuerwehr Monschau, Tobias Schell, der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir müssen auf jeden Fall die ganze Nacht hier agieren und uns Bereiche freihalten." In mehreren Schichten seien insgesamt 240 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Polizei im Einsatz.

17. August, 18.44 Uhr: Lage hat sich weiter entspannt

Nach dem Waldbrand im Hürtgenwald in der Eifel hat sich die Lage weiter entspannt. Dies teilte der Kreis Düren mit.

Die Löscharbeiten hätten ihre Wirkung gezeigt. Auch Regen habe geholfen. "Petrus ist ein guter Feuerwehrmann", erklärte Landrat Ralf Nolten laut der Mitteilung. 

17. August, 16.26 Uhr: Kampf gegen Brand in Belgien - eine Feuerwehrkraft in Klinik

Beim Einsatz im belgischen Hohen Venn ist eine Einsatzkraft der unterstützenden Feuerwehr aus Monschau mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus gekommen.

Das berichtete der Leiter der Feuerwehr in der Eifelstadt, die direkt an der belgischen Grenze liegt. Aktuell löschen 60 Brandschützer aus Monschau mit Schläuchen. Das sei sehr kräftezehrend, das Personal müsse regelmäßig ausgetauscht werden.

Im belgischen Hohen Venn kämpfen auch deutsche Einsatzkräfte gegen den Waldbrand.  © Federico Gambarini/dpa

17. August, 16.23 Uhr: Wegen Klimawandel: Mehr Tage mit Waldbrandgefahr

Infolge des Klimawandels haben die Tage mit hoher Waldbrandgefahr in den vergangenen Jahrzehnten laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zugenommen.

Die Anzahl der Tage mit Gefahrenstufe vier - hohe Gefahr - sei vor allem über die letzten zwei bis drei Jahrzehnte hinweg deutlich gestiegen, schilderte der DWD-Agrarmeteorologe Andreas Brömser. 

17. August, 14 Uhr: König Philippe macht sich Bild von der Brandlage

Belgiens König Philippe (66) hat sich im Krisenzentrum der Gemeinde Herstal über die verheerenden Brände im Hohen Venn informieren lassen. Anschließend waren Gespräche mit den Einsatzkräften direkt am Brandort geplant.

Das Feuer war am Sonntag bis auf rund 300 Meter an die deutsche Grenze bei Monschau herangerückt. Der einsetzende Regen sorgt bei den Einsatzkräften zwar für Erleichterung, ist bislang aber noch zu schwach, um den Brand entscheidend einzudämmen. Für die kommenden Tage ist weiterer Regen vorhergesagt.

Belgiens König Philippe (66) informiert sich vor Ort über die Lage rund um den verheerenden Waldbrand im Hohen Venn.  © Marius Burgelman/AP/dpa

17. August, 13.05 Uhr: Feuerwehr-Gewerkschaft fordert mehr Fokus auf Waldbrände

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordert angesichts zunehmender Waldbrände ein bundesweites Gesamtkonzept.

Einsatzkräfte bräuchten unter anderem mehr Spezialfahrzeuge, Drohnen, Pumpen und bessere Schutzausrüstung. Auch Ausbildung und die Unterstützung freiwilliger Feuerwehren müssten verbessert werden. Zudem solle die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft besser vorbereitet werden.

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