Mega-Waldbrand in NRW: Feuerwehrmann in Klinik gebracht

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Hürtgenwald (Nordrhein-Westfalen) - In Nordrhein-Westfalen haben sich seit Donnerstagnachmittag (13. August) dramatische Szenen abgespielt. Während im Hürtgenwald inzwischen alle offenen Flammen gelöscht sind, kämpft die Feuerwehr in der Nähe gegen die nächste Feuer-Walze aus Belgien.

In der Gemeinde Hürtgenwald haben seit Donnerstagnachmittag 300 Hektar Wald gebrannt - seit Sonntagmittag sind alle offenen Flammen gelöscht.
In der Gemeinde Hürtgenwald haben seit Donnerstagnachmittag 300 Hektar Wald gebrannt - seit Sonntagmittag sind alle offenen Flammen gelöscht.  © Jan Ohmen/dpa

Insgesamt sollen beim größten Waldbrand in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen rund 300 Hektar verbrannt worden sein - das entspricht der Größe von 420 Fußballfeldern.

Nach der Evakuierung von 1800 Bewohnern des Ortsteils Gey konnten diese am Samstag zurück in ihre Häuser und Wohnungen.

Allerdings: Nur rund 20 Kilometer entfernt bahnen sich die Flammen schon den nächsten Weg nahe der belgischen Grenze.

15 bis 20 Hektar abgefackelt: Waldbrand in Schramberg unter Kontrolle
Feuerwehreinsätze 15 bis 20 Hektar abgefackelt: Waldbrand in Schramberg unter Kontrolle

TAG24 hält Euch in einem Liveticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

17. August, 16.26 Uhr: Kampf gegen Brand in Belgien - eine Feuerwehrkraft in Klinik

Beim Einsatz im belgischen Hohen Venn ist eine Einsatzkraft der unterstützenden Feuerwehr aus Monschau mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus gekommen.

Das berichtete der Leiter der Feuerwehr in der Eifelstadt, die direkt an der belgischen Grenze liegt. Aktuell löschen 60 Brandschützer aus Monschau mit Schläuchen. Das sei sehr kräftezehrend, das Personal müsse regelmäßig ausgetauscht werden.

Im belgischen Hohen Venn kämpfen auch deutsche Einsatzkräfte gegen den Waldbrand.
Im belgischen Hohen Venn kämpfen auch deutsche Einsatzkräfte gegen den Waldbrand.  © Federico Gambarini/dpa

17. August, 16.23 Uhr: Wegen Klimawandel: Mehr Tage mit Waldbrandgefahr

Infolge des Klimawandels haben die Tage mit hoher Waldbrandgefahr in den vergangenen Jahrzehnten laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zugenommen.

Die Anzahl der Tage mit Gefahrenstufe vier - hohe Gefahr - sei vor allem über die letzten zwei bis drei Jahrzehnte hinweg deutlich gestiegen, schilderte der DWD-Agrarmeteorologe Andreas Brömser. 

17. August, 14 Uhr: König Philippe macht sich Bild von der Brandlage

Belgiens König Philippe (66) hat sich im Krisenzentrum der Gemeinde Herstal über die verheerenden Brände im Hohen Venn informieren lassen. Anschließend waren Gespräche mit den Einsatzkräften direkt am Brandort geplant.

Das Feuer war am Sonntag bis auf rund 300 Meter an die deutsche Grenze bei Monschau herangerückt. Der einsetzende Regen sorgt bei den Einsatzkräften zwar für Erleichterung, ist bislang aber noch zu schwach, um den Brand entscheidend einzudämmen. Für die kommenden Tage ist weiterer Regen vorhergesagt.

Belgiens König Philippe (66) informiert sich vor Ort über die Lage rund um den verheerenden Waldbrand im Hohen Venn.
Belgiens König Philippe (66) informiert sich vor Ort über die Lage rund um den verheerenden Waldbrand im Hohen Venn.  © Marius Burgelman/AP/dpa

17. August, 13.05 Uhr: Feuerwehr-Gewerkschaft fordert mehr Fokus auf Waldbrände

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordert angesichts zunehmender Waldbrände ein bundesweites Gesamtkonzept.

Einsatzkräfte bräuchten unter anderem mehr Spezialfahrzeuge, Drohnen, Pumpen und bessere Schutzausrüstung. Auch Ausbildung und die Unterstützung freiwilliger Feuerwehren müssten verbessert werden. Zudem solle die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft besser vorbereitet werden.

17. August, 12.36 Uhr: Trinkwasser in Monschau kann sich eintrüben

Wegen der erhöhten Wasserentnahme für die Löscharbeiten im Hohen Venn kann das Trinkwasser in der Region Monschau derzeit leicht eingetrübt sein.

Laut Wasserversorger ist das gesundheitlich unbedenklich. Das Leitungsnetz soll bis Montagnachmittag wieder vollständig ausgespült sein.

17. August, 11.14 Uhr: Keine weiteren Evakuierungen in Monschau geplant

Die am Sonntagabend vorsorglich evakuierten rund 30 Menschen aus Monschau-Kalterherberg können noch nicht in ihre Häuser zurück. Weitere Evakuierungen seien laut Einsatzleiter Philipp Krüger aber aktuell nicht nötig.

"Die nächste Linie zur weiteren Evakuierung liegt noch weit, weit entfernt", stellte er klar. Entlastung bringt der einsetzende Regen sowie der geringe Wind.

Auf deutscher Seite sind derzeit rund 200 bis 250 Feuerwehrleute im Einsatz. Im Laufe des Tages könnte die Zahl der Kräfte möglicherweise reduziert werden.

Einsatzkräfte und Feuerwehrfahrzeuge kämpfen gegen den Waldbrand im Hürtgenwald.
Einsatzkräfte und Feuerwehrfahrzeuge kämpfen gegen den Waldbrand im Hürtgenwald.  © Federico Gambarini/dpa

17. August, 10.07 Uhr: 100.000 FFP2-Masken für Einsatzkräfte im Hohen Venn

Angesichts der starken Rauchentwicklung im Hohen Venn sollen die Helfer vor Ort besser geschützt werden. Das belgische Gesundheitsministerium stellt dafür rund 100.000 FFP2-Masken zur Verfügung.

Die ersten Exemplare sollen bereits am Montagabend an Feuerwehrleute und weitere Einsatzkräfte ausgegeben werden. Auch die Provinz Lüttich empfiehlt der Bevölkerung, in besonders stark verrauchten Bereichen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Am Sonntag wurden dort erhöhte Feinstaubwerte festgestellt. Über die Website Wallonair.be können sich Anwohner über die aktuelle Luftqualität informieren.

17. August, 9.05 Uhr: Löscharbeiten im Hürtgenwald dauern an

Die Feuerwehr kämpft am Montag weiter gegen den Waldbrand im Hürtgenwald. Die Lage ist zwar weitgehend unter Kontrolle, dennoch müssen die Einsatzkräfte weiterhin Glutnester und Bodenfeuer bekämpfen.

Bürgermeister Stephan Cranen (54) zufolge erleichtert eine rund zwei Kilometer lange Schneise am Rennweg inzwischen den Zugang zum Brandgebiet. Auch der anhaltende Landregen hilft: Er durchfeuchtet die Vegetation und kühlt den Boden ab.

17. August, 8.43 Uhr: Bundeswehr unterstützt aus der Luft

Im Kampf gegen den riesigen Waldbrand im belgischen Hohen Venn bekommt das Nachbarland Unterstützung aus Deutschland. Die Bundeswehr schickt zwei NH-90-Hubschrauber mit speziellen Löschwasserbehältern, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte.

Pro Flug können die sogenannten "Bambi Buckets" rund 2000 Liter Wasser abwerfen. "Der Einsatz beginnt noch heute und ist zunächst für sieben Tage vorgesehen", erklärte das Ministerium.

Der Waldbrand im Hohen Venn direkt an der Grenze zu Deutschland ist der größte der belgischen Geschichte. Die Bundeswehr hat sich mit den Transporthubschraubern bereits am großen Löscheinsatz gegen das Feuer bei Hürtgenwald in der Nordeifel beteiligt.

17. August, 6.39 Uhr: Flammen kommen Deutschland nicht näher

Die Lage rund um den Waldbrand im Hohen Venn hat sich laut Feuerwehr in der Nacht stabilisiert. Leichter Regen, feuchte Luft und kaum Wind verhinderten, dass sich das Feuer weiter in Richtung Deutschland ausbreitet.

Die Flammen waren bis auf rund 300 Meter an die deutsche Grenze herangerückt. Die Einsatzkräfte kämpften laut eigenen Aussagen die ganze Nacht gegen den Brand.

Die am Sonntagabend evakuierten Bewohner aus Ruitzhof und Geisberg in Monschau-Kalterherberg konnten zunächst nicht in ihre Häuser zurückkehren. Der Großteil von ihnen sei bei Freunden oder Verwandten untergekommen, sagte der stellvertretende Bürgermeister Franz-Karl Boden.

In der Nacht rückte das Feuer im Hohen Venn bis auf 300 Meter an die Häuser im Monschauer Stadtteil Kalterherberg heran.
In der Nacht rückte das Feuer im Hohen Venn bis auf 300 Meter an die Häuser im Monschauer Stadtteil Kalterherberg heran.  © Thomas Banneyer/dpa

16. August, 22.54 Uhr: Behörden ordnen Evakuierung in Monschau an

Wegen des enormen Waldbrandes im Hohen Venn haben die Behörden eine Evakuierung in Teilen der nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angeordnet.

"Die aktuelle Entwicklung des Brandgeschehens im Hohen Venn erfordert eine sofortige Evakuierung folgender Straßenzüge in Kalterherberg: Ruitzhof und Geisberg", teilte die Stadt Monschau auf ihrer Internetseite mit. Dafür wurde auch die NINA-Warnapp ausgelöst.

Die Häuser seien demnach sofort zu verlassen, hieß es. Eine Notunterkunft sei in der Sekundarschule in Simmerath eingerichtet worden. Betroffen seien 17 Häuser und maximal 30 Menschen. 

Titelfoto: Thomas Banneyer/dpa

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