Mega-Waldbrand in NRW: Lage am Hohen Venn noch immer nicht unter Kontrolle

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Hürtgenwald/Monschau (Nordrhein-Westfalen) - Der riesige Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze hält die Feuerwehr weiterhin in Atem. In der Nacht zu Dienstag waren auch hunderte deutsche Einsatzkräfte vor Ort.

Dichte Rauchschwaden ziehen nach wie vor über das belgische Naturschutzgebiet Hohes Venn.
Dichte Rauchschwaden ziehen nach wie vor über das belgische Naturschutzgebiet Hohes Venn.  © Oliver Berg/dpa

Die Löscharbeiten seien sehr kräftezehrend und das Personal müsse regelmäßig ausgetauscht werden, teilte der Leiter der Feuerwehr der grenznahen Eifelstadt Monschau mit.

Ein Brandbekämpfer habe sogar von der Einsatzstelle ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Bei ihm bestehe der Verdacht auf einen Herzinfarkt, so der Feuerwehrleiter.

Auch für die Anwohner hat der Einsatz Folgen. Am Wochenende mussten einige Bewohner Monschaus ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

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Feuerwehreinsätze Helfer in Not: Motorboot kentert bei Rettungsversuch auf dem Bodensee

Schon zuvor waren die Floriansjünger in NRW mit einem Mega-Waldbrand beschäftigt. Im nahegelegenen Hürtgenwald verbrannten rund 300 Hektar - das entspricht einer Größe von etwa 420 Fußballfeldern.

TAG24 hält Euch in einem Liveticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

19. August, 6.38 Uhr: Löschhubschrauber konnten am Dienstag nicht aufsteigen

Die weiterhin starke Rauchentwicklung hat am Dienstag unter anderem dafür gesorgt, dass die Löschhubschrauber nicht wie geplant aufsteigen konnten.

Es habe zwar einen Erkundungsflug gegeben. Dieser sei aber "ziemlich zeitnah" abgebrochen worden, "weil es einfach keinen Sinn machte", erklärt ein Sprecher der Feuerwehr Monschau gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

19. August, 06.26 Uhr: Lage am Hohen Venn noch immer nicht unter Kontrolle

Zwar konnte die Ausbreitung des Feuers inzwischen weitgehend verhindert werden, die Lage am Hohen Venn sei aber noch nicht unter Kontrolle, berichtet ein Sprecher der Monschauer Feuerwehr gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Knackpunkt sei nach wie vor die nordöstliche Flanke, die für die Einsatzkräfte besonders schwer erreichbar sei. "Das ist unser kritischer Punkt."

Die Brandlinie befindet sich nach wie vor etwa 2,3 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. "Solange wir da noch keine deutliche Entspannung sehen, wird die Evakuierung auch noch nicht aufgehoben", erklärt der Sprecher. Betroffen seien weiterhin rund 30 Bürgerinnen und Bürger Monschaus, die am Sonntagabend ihre Wohnungen und Häuser verlassen mussten.

19. August, 06.13 Uhr: Regen spielt Einsatzkräften "in die Karten"

Nach fast einer Woche hoffen die Einsatzkräfte im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn darauf, das Feuer endlich eindämmen zu können. "Ziel ist, die Brände zurückzudrängen und die Bereiche, die wir bis jetzt gerettet haben, weiterhin feuerfrei zu halten", betont ein Sprecher der Feuerwehr der grenznahen Stadt Monschau gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Dabei helfe auch das weiterhin regnerische Wetter, das auch am Mittwoch anhalten soll. "Das spielt uns auf jeden Fall in die Karten", so der Sprecher.

Die Löscharbeiten im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze laufen weiterhin noch auf Hochtouren.
Die Löscharbeiten im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze laufen weiterhin noch auf Hochtouren.  © Images VHP via Belga/dpa

18. August, 21.36 Uhr: Bislang 140 Hinweise zu den Waldbränden

Nach dem Großbrand im Hürtgenwald sucht die Polizei weiter nach der Ursache. Über ein Online-Portal gingen inzwischen rund 140 Hinweise ein, einige davon betreffen allerdings auch andere Waldbrände in NRW.

vPolitiker fordern unterdessen härtere Strafen für Brandverursacher. NRW-Innenminister Herbert Reul (73/CDU) will zunächst prüfen lassen, ob der bisherige Strafrahmen überhaupt ausgeschöpft wird.

18. August, 17.45 Uhr: Brandgeruch zieht bis nach Köln

Der Rauch des Waldbrands im Hohen Venn ist inzwischen auch weit entfernt zu riechen. Noch in mehr als 100 Kilometern Entfernung meldeten Menschen unangenehmen Brandgeruch - unter anderem in Köln, Wuppertal, im Oberbergischen Kreis und Teilen des Ruhrgebiets.

Die Kölner Feuerwehr sprach von einer "großräumigen Geruchslage", gab aber Entwarnung: Eine Gefahr bestehe nicht. In Wuppertal warnte die Feuerwehr dagegen, dass eine gesundheitliche Gefährdung nicht ausgeschlossen werden könne. Auch andere Kommunen gaben Hinweise für die Bevölkerung heraus. Der Ennepe-Ruhr-Kreis etwa riet dazu, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Geruchsbelästigung reicht bis nach Köln und Wuppertal.
Die Geruchsbelästigung reicht bis nach Köln und Wuppertal.  © Oliver Berg/dpa

18. August, 14.21 Uhr: Brandschneisen sollen Deutschland vor Ausbreitung der Flammen schützen

Die Feuerwehr versucht aktuell, ein Übergreifen der Flammen auf Deutschland durch sogenannte Brandschneisen zu verhindern. Dabei wird brennbares Material wie Bäume, Büsche oder Gras über mehrere Meter Breite auf ein Minimum reduziert. Die Arbeiten sollen den ganzen Dienstagvormittag andauern.

Die Ausbreitung des Feuers wurde derweil nach Angaben des belgischen Innenministeriums gestoppt. Lediglich entlang der Brandfront, die wegen des unwegsamen Geländes für Bodenkräfte unzugänglich bleibt, sei die Lage noch heikel. Zumal am Dienstag aufgrund des Wetters auch keine Löschflugzeuge und -helikopter unterwegs sein können.

18. August, 13.21 Uhr: Umweltverbände fordern Wiedervernässung von trocken gelegten Mooren und Wäldern

Angesichts der schweren Wald- und Moorbrände im Hürtgenwald und im Hohen Venn drängen die beiden großen Umweltschutzverbände Nabu und BUND auf eine Rückkehr zu nasseren Landschaften. 

Die schnelle Wiedervernässung trocken gelegter Moore, Wälder und Auen sei ein wichtiger Schutz nicht nur gegen Brände, sondern auch gegen Dürre, Hitze und Starkregen, teilten beide Verbände mit. Die Ereignisse machten deutlich, wie wichtig widerstandsfähige Landschaften angesichts der Klimakrise seien. 

"In intakten Mooren kann der Torf nicht brennen, in naturnahen Waldökosystemen ist die Brandgefahr geringer als in Aufforstungen", sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht.

18. August, 7.49 Uhr: Wind bereitet aktuell keine Probleme

Anders als noch am Montag befürchtet, gibt es am Dienstagmorgen bisher keinen ungünstigen West- oder Südwestwind, der die Feuer-Walze weiter in Richtung der deutschen Grenze treiben könnte. Das teilte der stellvertretende Bürgermeister von Monschau, Franz-Karl Boden, mit.

Am Montagabend war die Brandlinie nach Angaben der Feuerwehr Monschau rund 2,3 Kilometer von der Grenze entfernt.

18. August, 6.34 Uhr: Lage bleibt weiter "unberechenbar" - hilft jetzt das Wetter?

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn laufen die Löscharbeiten weiterhin auf Hochtouren.

Zwar habe sich die Ausbreitung des Feuers am Montag aufgrund der günstigen Wetterbedingungen mit Regen stark verlangsamt, allerdings sei die Lage weiterhin unberechenbar, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin (55) der Nachrichtenagentur Belga. Zumal man laut dem Politiker mit Nachlöscharbeiten von mehreren Wochen rechnen müsse.

Am Dienstag liegt die Hoffnung der Einsatzkräfte erneut auf dem Wetter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für die Region nochmal mehr Regen als am Montag.

Der belgische Innenminister Bernard Quintin (55, Mitte) geht von wochenlangen Nachlöscharbeiten aus.
Der belgische Innenminister Bernard Quintin (55, Mitte) geht von wochenlangen Nachlöscharbeiten aus.  © Nicolas Lambert//dpa

17. August, 20.30 Uhr: Brandbekämpfer sind vorbereitet

Am Kampf gegen die verheerenden Brände im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn werden sich auch in der Nacht auf Dienstag zahlreiche Einsatzkräfte aus Deutschland beteiligen.

Die Brandlinie sei derzeit rund 2,3 Kilometer von der deutschen Landesgrenze entfernt, sagte der Sprecher der Feuerwehr Monschau, Tobias Schell, der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir müssen auf jeden Fall die ganze Nacht hier agieren und uns Bereiche freihalten." In mehreren Schichten seien insgesamt 240 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Polizei im Einsatz.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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