Mega-Waldbrand in NRW: Lage bleibt weiter "unberechenbar" - hilft jetzt das Wetter?

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Hürtgenwald/Monschau (Nordrhein-Westfalen) - Der riesige Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze hält die Feuerwehr weiterhin in Atem. In der Nacht zu Dienstag waren auch hunderte deutsche Einsatzkräfte vor Ort.

Die Löscharbeiten im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze laufen auch am Dienstag noch auf Hochtouren.
Die Löscharbeiten im Naturschutzgebiet Hohes Venn an der deutsch-belgischen Grenze laufen auch am Dienstag noch auf Hochtouren.  © Images VHP via Belga/dpa

Die Löscharbeiten seien sehr kräftezehrend und das Personal müsse regelmäßig ausgetauscht werden, teilte der Leiter der Feuerwehr der grenznahen Eifelstadt Monschau mit.

Ein Brandbekämpfer habe sogar von der Einsatzstelle ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Bei ihm bestehe der Verdacht auf einen Herzinfarkt, so der Feuerwehrleiter.

Auch für die Anwohner hat der Einsatz Folgen. Am Wochenende mussten einige Bewohner Monschaus ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Waldbrand in Sachsen: Einsatz noch nicht beendet, Löscharbeiten dauern weiterhin an
Feuerwehreinsätze Waldbrand in Sachsen: Einsatz noch nicht beendet, Löscharbeiten dauern weiterhin an

Schon zuvor waren die Floriansjünger in NRW mit einem Mega-Waldbrand beschäftigt. Im nahegelegenen Hürtgenwald verbrannten rund 300 Hektar - das entspricht einer Größe von etwa 420 Fußballfeldern.

TAG24 hält Euch in einem Liveticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

18. August, 6.34 Uhr: Lage bleibt weiter "unberechenbar" - hilft jetzt das Wetter?

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn laufen die Löscharbeiten weiterhin auf Hochtouren.

Zwar habe sich die Ausbreitung des Feuers am Montag aufgrund der günstigen Wetterbedingungen mit Regen stark verlangsamt, allerdings sei die Lage weiterhin unberechenbar, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin (55) der Nachrichtenagentur Belga. Zumal man laut dem Politiker mit Nachlöscharbeiten von mehreren Wochen rechnen müsse.

Am Dienstag liegt die Hoffnung der Einsatzkräfte erneut auf dem Wetter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für die Region nochmal mehr Regen als am Montag.

Der belgische Innenminister Bernard Quintin (55, Mitte) geht von wochenlangen Nachlöscharbeiten aus.
Der belgische Innenminister Bernard Quintin (55, Mitte) geht von wochenlangen Nachlöscharbeiten aus.  © Nicolas Lambert//dpa

17. August, 20.30 Uhr: Brandbekämpfer sind vorbereitet

Am Kampf gegen die verheerenden Brände im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn werden sich auch in der Nacht auf Dienstag zahlreiche Einsatzkräfte aus Deutschland beteiligen.

Die Brandlinie sei derzeit rund 2,3 Kilometer von der deutschen Landesgrenze entfernt, sagte der Sprecher der Feuerwehr Monschau, Tobias Schell, der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir müssen auf jeden Fall die ganze Nacht hier agieren und uns Bereiche freihalten." In mehreren Schichten seien insgesamt 240 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Polizei im Einsatz.

17. August, 18.44 Uhr: Lage hat sich weiter entspannt

Nach dem Waldbrand im Hürtgenwald in der Eifel hat sich die Lage weiter entspannt. Dies teilte der Kreis Düren mit.

Die Löscharbeiten hätten ihre Wirkung gezeigt. Auch Regen habe geholfen. "Petrus ist ein guter Feuerwehrmann", erklärte Landrat Ralf Nolten laut der Mitteilung. 

17. August, 16.26 Uhr: Kampf gegen Brand in Belgien - eine Feuerwehrkraft in Klinik

Beim Einsatz im belgischen Hohen Venn ist eine Einsatzkraft der unterstützenden Feuerwehr aus Monschau mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus gekommen.

Das berichtete der Leiter der Feuerwehr in der Eifelstadt, die direkt an der belgischen Grenze liegt. Aktuell löschen 60 Brandschützer aus Monschau mit Schläuchen. Das sei sehr kräftezehrend, das Personal müsse regelmäßig ausgetauscht werden.

Im belgischen Hohen Venn kämpfen auch deutsche Einsatzkräfte gegen den Waldbrand.
Im belgischen Hohen Venn kämpfen auch deutsche Einsatzkräfte gegen den Waldbrand.  © Federico Gambarini/dpa

17. August, 16.23 Uhr: Wegen Klimawandel: Mehr Tage mit Waldbrandgefahr

Infolge des Klimawandels haben die Tage mit hoher Waldbrandgefahr in den vergangenen Jahrzehnten laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zugenommen.

Die Anzahl der Tage mit Gefahrenstufe vier - hohe Gefahr - sei vor allem über die letzten zwei bis drei Jahrzehnte hinweg deutlich gestiegen, schilderte der DWD-Agrarmeteorologe Andreas Brömser. 

17. August, 14 Uhr: König Philippe macht sich Bild von der Brandlage

Belgiens König Philippe (66) hat sich im Krisenzentrum der Gemeinde Herstal über die verheerenden Brände im Hohen Venn informieren lassen. Anschließend waren Gespräche mit den Einsatzkräften direkt am Brandort geplant.

Das Feuer war am Sonntag bis auf rund 300 Meter an die deutsche Grenze bei Monschau herangerückt. Der einsetzende Regen sorgt bei den Einsatzkräften zwar für Erleichterung, ist bislang aber noch zu schwach, um den Brand entscheidend einzudämmen. Für die kommenden Tage ist weiterer Regen vorhergesagt.

Belgiens König Philippe (66) informiert sich vor Ort über die Lage rund um den verheerenden Waldbrand im Hohen Venn.
Belgiens König Philippe (66) informiert sich vor Ort über die Lage rund um den verheerenden Waldbrand im Hohen Venn.  © Marius Burgelman/AP/dpa

17. August, 13.05 Uhr: Feuerwehr-Gewerkschaft fordert mehr Fokus auf Waldbrände

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordert angesichts zunehmender Waldbrände ein bundesweites Gesamtkonzept.

Einsatzkräfte bräuchten unter anderem mehr Spezialfahrzeuge, Drohnen, Pumpen und bessere Schutzausrüstung. Auch Ausbildung und die Unterstützung freiwilliger Feuerwehren müssten verbessert werden. Zudem solle die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft besser vorbereitet werden.

17. August, 12.36 Uhr: Trinkwasser in Monschau kann sich eintrüben

Wegen der erhöhten Wasserentnahme für die Löscharbeiten im Hohen Venn kann das Trinkwasser in der Region Monschau derzeit leicht eingetrübt sein.

Laut Wasserversorger ist das gesundheitlich unbedenklich. Das Leitungsnetz soll bis Montagnachmittag wieder vollständig ausgespült sein.

17. August, 11.14 Uhr: Keine weiteren Evakuierungen in Monschau geplant

Die am Sonntagabend vorsorglich evakuierten rund 30 Menschen aus Monschau-Kalterherberg können noch nicht in ihre Häuser zurück. Weitere Evakuierungen seien laut Einsatzleiter Philipp Krüger aber aktuell nicht nötig.

"Die nächste Linie zur weiteren Evakuierung liegt noch weit, weit entfernt", stellte er klar. Entlastung bringt der einsetzende Regen sowie der geringe Wind.

Auf deutscher Seite sind derzeit rund 200 bis 250 Feuerwehrleute im Einsatz. Im Laufe des Tages könnte die Zahl der Kräfte möglicherweise reduziert werden.

Einsatzkräfte und Feuerwehrfahrzeuge kämpfen gegen den Waldbrand im Hürtgenwald.
Einsatzkräfte und Feuerwehrfahrzeuge kämpfen gegen den Waldbrand im Hürtgenwald.  © Federico Gambarini/dpa

17. August, 10.07 Uhr: 100.000 FFP2-Masken für Einsatzkräfte im Hohen Venn

Angesichts der starken Rauchentwicklung im Hohen Venn sollen die Helfer vor Ort besser geschützt werden. Das belgische Gesundheitsministerium stellt dafür rund 100.000 FFP2-Masken zur Verfügung.

Die ersten Exemplare sollen bereits am Montagabend an Feuerwehrleute und weitere Einsatzkräfte ausgegeben werden. Auch die Provinz Lüttich empfiehlt der Bevölkerung, in besonders stark verrauchten Bereichen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Am Sonntag wurden dort erhöhte Feinstaubwerte festgestellt. Über die Website Wallonair.be können sich Anwohner über die aktuelle Luftqualität informieren.

Titelfoto: Images VHP via Belga/dpa

Mehr zum Thema Feuerwehreinsätze: