Wühlmaus-Bekämpfung geht mächtig schief: 19 Personen verletzt in Klinik!

Bitburg - Der Versuch einer Hausbesitzerin im rheinland-pfälzischen Bitburg, Wühlmäuse vom Grundstück zu vertreiben, endete in einer regelrechten Katastrophe. 19 Menschen mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.

Bei der Bekämpfung von Wühlmäusen unterlief einer Hausbesitzerin in Bitburg (Rheinland-Pfalz) ein schwerwiegender Fehler im Umgang mit Chemikalien.
Bei der Bekämpfung von Wühlmäusen unterlief einer Hausbesitzerin in Bitburg (Rheinland-Pfalz) ein schwerwiegender Fehler im Umgang mit Chemikalien.  © 123RF/creativenature

Wie die Polizei berichtet, wurde die Rettungsleitstelle um 21.38 Uhr am Dienstagabend zu einem Heckenbrand in einem Bitburger Stadtteil gerufen.

Vor Ort stellten die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei dann eine starke Rauchentwicklung fest. Hinzu kam ein beißender, für Feuer untypischer Geruch und die Tatsache, dass kein offener Brand entdeckt werden konnte.

Daraufhin teilte die Hausbesitzerin mit, dass sie erst vor Kurzem ein chemisches Mittel zur Bekämpfung von Wühlmäusen unter ihrer Hecke verteilt habe.

Essen auf Herd vergessen: Feuerwehreinsatz in Mehrfamilienhaus in Grimma
Feuerwehreinsätze Essen auf Herd vergessen: Feuerwehreinsatz in Mehrfamilienhaus in Grimma

Diese Chemikalien reagieren oftmals extrem stark auf Wasserkontakt und als sie ihre Hecke gewässert habe, habe es sofort angefangen heftig zu qualmen, weshalb sie einen Feuerausbruch vermutete.

Nach dieser Information sperrten die Einsatzkräfte den Gefahrenbereich rund um die Hecke sofort weiträumig ab und alarmierten unmittelbar eine Schnelleinsatzgruppe sowie den Gefahrenstoffzug der Feuerwehr.

Aufgrund der Erläuterung auf dem Datensicherheitsblatt der ausgelegten Chemikalie wurde direkt im Anschluss der Rettungsdienst sowie ein Notarzt zum Haus der Frau beordert.

Giftige Chemikalien wurden durch Nässe aktiviert: Einsatzort noch nicht wieder freigegeben

Infolge einer vorsorglichen Erstbehandlung vor Ort mussten letztlich 19 Menschen zur weiteren Beobachtung eventueller gesundheitlicher Reaktionen in mehrere Krankenhäuser eingeliefert werden. Darunter befanden sich 14 Feuerwehrleute, zwei Polizeibeamte, die Hausbesitzerin selbst sowie zwei weitere Personen.

Die hinzugezogenen Fachdienste der Feuerwehr konnten den Chemie-Rauch anschließend unter Kontrolle bringen. Bei einer Giftstoffmessung gegen 2 Uhr in der Nacht konnten keinerlei gefährdende Stoffe mehr festgestellt werden.

Der Vorfall wurde zudem der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Bitburg-Prüm gemeldet, die gemeinsam mit den Behörden im Laufe des Tages über die Freigabe des Einsatzortes entscheiden.

Weitere Ermittlungen der Polizeiinspektion Bitburg dauern an.

Titelfoto: 123RF/creativenature

Mehr zum Thema Feuerwehreinsätze: