Von Marie-Hélèn Frech, Christian Rüdiger
Erfurt - Nach dem Angriff auf zwei Diakonie-Mitarbeiter wurde ein Asylbewerber abgeschoben.
Ein Asylantrag des Mannes sei abgelehnt worden und er damit seit dem 24. Januar 2026 vollziehbar ausreisepflichtig gewesen, teilte das Justizministerium mit.
Der 34-jährige Georgier soll vor etwa einer Woche in Schmalkalden zwei Flüchtlingshelfer angegriffen haben. Die beiden Sozialarbeiter der Diakonie hatten laut Ministeriumsangaben den Mann, seine Ehefrau und deren zwei minderjährige Kinder zur Grundschule begleitet. Dort sollte eines der Kinder angemeldet werden.
Nach dem Termin soll er die beiden Flüchtlingshelfer so schwer verletzt haben, dass diese ins Krankenhaus mussten. Rechtskräftig verurteilt wurde der 34-Jährige in der Sache nicht.
Der Flüchtling sei kurz darauf getrennt von der Frau und den Kindern untergebracht worden. In besonders gelagerten Fällen seien solche Familientrennungen zulässig, betonte der Ministeriumssprecher.
Von dem Georgier sei eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgegangen.
Migrationsministerin Meißner: "Asylsystem ist human, aber nicht naiv"
"Wer Menschen angreift, die helfen, greift unsere Gesellschaft an. Das tolerieren wir nicht", sagte Justiz- und Migrationsministerin Beate Meißner (43, CDU) zu dem Fall. "Unser Asylsystem ist human, aber nicht naiv. Die klare Botschaft: Unsere Gesetze gelten für jeden und Straftäter ohne Aufenthaltsrecht werden abgeschoben."
Die Landrätin des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Peggy Greiser (55, parteilos), forderte im Kontext des Falls, dass Asylverfahren von Personen aus Herkunftsländern, die mittlerweile als sicher eingestuft werden, noch schneller abgeschlossen und weitere Abschiebungen zügig umgesetzt werden müssten.