München - Der Start einer Boeing auf dem Weg nach Vietnam endete am Münchner Flughafen beinahe in einer Katastrophe, als die Maschine nicht rechtzeitig abhob.
Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge sollte die Boeing Dreamliner 787-9 der Vietnam Airline am Samstag um 13.35 Uhr in Richtung Hanoi abheben.
Die Maschine kam aber erst auf den letzten Metern der Startbahn in die Luft und beschädigte deshalb Teile der Anflugbefeuerung hinter dem Startbahnende.
Die Deutsche Flugsicherung erklärte gegenüber der SZ, dass der Start alles andere als planmäßig verlaufen sein. Inzwischen wurde die Bundesstelle für Luftfahrtunfälle zu den Ermittlungen hinzugezogen, bestätigte der Flughafen.
Auf einem Video des Starts ist zu sehen, wie das Flugzeug über die ganze Startbahn beschleunigt und erst ganz zum Schluss abhebt. Dabei steigt eine enorme Staubwolke am Ende der Bahn auf.
Video: Flugzeug der Vietnam Airline hebt am Münchner Flughafen zu spät ab
Betrieb am Flughafen München nach Unfall mit Notlandung zeitweise eingeschränkt
Nach dem holprigen Start habe der Pilot umkehren wollen. Dies sei jedoch nur unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen möglich gewesen. Das Kreisen der Maschine über München wurde auf dem Portal Flightradar24 festgehalten.
Vollgetankt war das Flugzeug nämlich zunächst zu schwer zur Landung. Erst nach rund zwei Stunden hatte die Maschine dann wieder Bodenkontakt.
Ein Sprecher des Flughafens bestätigte am Sonntag, dass an der Maschine Reifen und Fahrwerk beschädigt wurden. Ob dies beim Start oder der Notlandung passierte, muss noch ermittelt werden. Die Passagiere mussten mit Bussen zurück zum Terminal gebracht werden. Derweil wurde das manövrierunfähige Flugzeug in einen Hangar geschleppt. Dort laufen nun die weiteren Untersuchungen.
Die Aufräumarbeiten an der Startbahn dauerten bis in die Nacht. Derweil blieb die Bahn gesperrt. Schäden seien dort ausgebessert worden, sodass am Sonntagmorgen der Flugbetrieb wieder regulär aufgenommen werden konnte, erklärte der Flughafen.