Flug-Zwischenfälle am Airport München geben Rätsel auf: Flugschreiber sichergestellt

Von Sabine Dobel, Cordula Dieckmann

München - Zwei Zwischenfälle kurz hintereinander am Flughafen München binnen zwei Tagen - und das an derselben Start- und Landebahn: In beiden Fällen sind viele Fragen offen, beide Fälle untersucht die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) - und in beiden Fällen wurden die Flugschreiber sichergestellt. 

Eine Lufthansa-Maschine des Typs Airbus A380 rollt nach seiner Landung auf dem Flughafen in München zum Hangar. (Archivbild)  © Peter Kneffel/dpa

Bei dem Vorfall mit der vietnamesischen Boeing 787-9 entgingen die rund 270 Passagiere und die Crew nach Expertenansicht am Samstagnachmittag nur knapp einer Katastrophe.

Die Maschine nahm auf dem Rollfeld nicht die nötige Geschwindigkeit auf - doch für einen Abbruch des Starts war es nach Angaben der vietnamesischen Luftfahrtbehörde auf Basis des Berichts der Piloten zu spät. 

Die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat den Vorfall näher erläutert. Die Boeing sei um 13.57 Uhr am Samstag auf der Piste 26L gestartet und habe spät abgehoben, schreibt die Behörde in einer Mitteilung. 

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Zum Moment kurz vor dem Abheben heißt es: "Während der Rotationsphase berührte das Heck den Boden." Man habe auch Reifenspuren am Ende der Piste identifiziert, die dem Flugzeug zugeordnet werden könnten.

Um 15.58 Uhr sei das Flugzeug schließlich auf der Piste 26R am Münchner Airport gelandet.

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Heck berührte den Boden: Untersuchungen nach Beinahe-Katastrophe am Münchner Flughafen

Ein Boeing-Dreamliner der Vietnam Airlines startet am Flughafen München in Richtung Hanoi. Am Samstag war eine solche Maschine beim Start in Schwierigkeiten geraten.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Experten der BFU in Braunschweig untersuchen derzeit die Flugschreiber des Dreamliners. "Das Auslesen und die Analyse der Daten wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen", hieß es. An der Untersuchung beteiligt sind laut der Bundesanstalt auch entsprechende Stellen in Vietnam und den USA, wo der Flugzeughersteller Boeing ansässig ist. 

Welche Gründe zu dem Beinahe-Unfall führten, ist nach Angaben der Behörde noch offen. "Es müssen noch weitere Fakten zu den Bereichen Mensch und Technik sowie den organisatorischen Einflussfaktoren ermittelt werden", teilte die BFU mit. In einem Untersuchungsbericht werde man die Fakten analysieren, Schlussfolgerungen ziehen und auch die Ursachen des Unfalls nennen. 

Die Bundesanstalt erklärte, dass ihre Erkenntnisse nur dazu dienen, künftig derartige Unfälle und Störungen zu vermeiden.

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"Die Untersuchung dient nicht der Feststellung des Verschuldens, der Haftung oder von Ansprüchen", stellte die Behörde klar.

Beim Start einer Maschine des Vietnam Airlines gab es Probleme. Untersuchungen sollen nun künftige solche Unfälle vermeiden. (Archivbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Airbus A380 der Lufthansa zu früh aufgesetzt

Der mit 351 Passagieren besetzte Airbus A380 der Lufthansa wiederum setzte nach Angaben der Airline auf dem Beton, aber vor der mit weißen Blockstreifen markierten Landebahnschwelle auf. Auch hier wurde die Beleuchtung beschädigt. Das Flugzeug, das in San Francisco an der US-Westküste gestartet war, sei sicher gelandet, sagte eine Lufthansa-Sprecherin auf Anfrage.

Zuvor hatten RTL und "aero.de" berichtet. Die Fluggäste verließen das Flugzeug regulär. Warum die Maschine so früh aufsetzte, ist unklar.

Erstmeldung 6.45 Uhr, zuletzt aktualisiert 8.03 Uhr

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