Bewaffneter Überfall auf Ebola-Klinik: Messer-Männer entführen Mutter und Tochter

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Butembo (Demokratische Republik Kongo) - Eine Sechsjährige musste ins Krankenhaus, weil sie sich mit der extrem gefährlichen Bundibugyo-Variante des Ebolavirus' infiziert haben soll. Plötzlich stürmte eine bewaffnete Gruppe Männer in das Krankenzimmer und nahm die Mutter und ihre Tochter mit.

Derzeit gibt es gegen die Bundibugyo-Variante des Ebolavirus' noch keinen Impfstoff. Die Entwicklung eines solchen kann laut der WHO noch mehrere Monate dauern.
Derzeit gibt es gegen die Bundibugyo-Variante des Ebolavirus' noch keinen Impfstoff. Die Entwicklung eines solchen kann laut der WHO noch mehrere Monate dauern.  © Moses Sawasawa/AP/dpa

Diese unfassbare Szene spielte sich am vergangenen Montag im Wanamahika-Krankenhaus in der Stadt Butembo - im Osten der Demokratischen Republik Kongo - ab. Wie ein örtlicher Gesundheitsbeamter gegenüber der Rundfunkanstalt "BBC" erklärte, waren die "sehr wütenden" Männer mit Messern bewaffnet, als sie Mutter und Tochter an sich rissen.

Ob die Angreifer und die beiden Patienten sich kannten, ist demnach noch ungewiss. Derzeit läuft die Suche nach der Infizierten auf Hochtouren. Dabei schweben allerdings nicht nur Mutter und Tochter in Lebensgefahr. Je länger sich die beiden außerhalb steriler, kontrollierter Räumlichkeiten aufhalten, desto höher ist das Risiko, dass sie weitere Menschen in ihrer Umgebung mit dem tödlichen Virus anstecken.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Reuters" appellierte Dr. Lubambo Maboko Gaston, der örtliche Gesundheitsbeamte, an die Vernunft der Mutter und ihres Schützlings. Um weitere Opfer zu verschonen und ihr eigenes Leben zu schützen, sollen sie schleunigst wieder in ärztliche Behandlung kommen.

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Doch diese Bitte wird sehr wahrscheinlich auf großes Unverständnis stoßen. Denn die Angst und das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber Ebola-Behandlungszentren nimmt stetig zu.

Das kleine Viruspartikel sieht unscheinbar aus, doch Menschen die an Ebola erkranken, kämpfen nicht selten um ihr Leben.
Das kleine Viruspartikel sieht unscheinbar aus, doch Menschen die an Ebola erkranken, kämpfen nicht selten um ihr Leben.  © Frederick Murphy/CDC/AP/dpa

Immer häufiger Ausschreitungen vor Ebola-Zentren

Selbst die Verstorbenen sind noch hoch-ansteckend, sodass auch die Beerdigung unter strengen Vorsichtsmaßnahmen stattfinden muss. Das löst bei vielen Angehörigen großen Unmut aus. (Archivbild)
Selbst die Verstorbenen sind noch hoch-ansteckend, sodass auch die Beerdigung unter strengen Vorsichtsmaßnahmen stattfinden muss. Das löst bei vielen Angehörigen großen Unmut aus. (Archivbild)  © Moses Sawasawa/AP/dpa

So heißt es in dem Beitrag von BBC weiter, dass die Behörden erst im vergangenen Monat Warnschüsse abgeben mussten, weil eine Menschenmenge versucht hatte, Leichen aus einem der Behandlungszentren zu holen.

Einige Tage danach setzte ein anderer wütender Mob einige Isolierzelte vor einem weiteren Krankenhaus in Brand, nachdem die Menschen daran gehindert wurden, einen vermeintlichen Ebola-Toten mitzunehmen.

Das große Problem daran ist, dass selbst die sterblichen Überreste der Infizierten hochinfektiös sind, sodass sich das Virus auch noch nach dem Tod des eigentlichen Trägers weiter verbreiten kann.

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"Die Menschen sind nicht ausreichend informiert oder sensibilisiert für das, was geschieht. Für einen bestimmten Teil der Bevölkerung, insbesondere in abgelegenen Gebieten, ist Ebola eine Erfindung von Fremden – es existiert nicht", schilderte ein Politiker gegenüber dem Nachrichtensender. Viele Menschen glauben daran, dass das Ebolavirus nur eine Erfindung von NGOs und Krankenhäusern ist, um auf Kosten der Armen Geld zu verdienen.

Knapp einen Monat nach dem Ausbruch des Virus sind bereits über 200 Menschen an Ebola gestorben. In keinem der vergangenen Ebola-Ausbrüche war die Zahl der Infizierten im ersten Monat so hoch wie in diesem.

Titelfoto: Fotomontage: Moses Sawasawa/AP/dpa, Frederick Murphy/CDC/AP/dpa

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