Schlaganfall, Epilepsie, Koma: Renate (65) lebt 16 Jahre in Angst, doch eine Methode ändert alles

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Witten - Erst ein Schlaganfall, dann Epilepsie und zweimal im Koma! Tief im Ruhrgebiet hat sich Seniorin Renate (65) nach heftigen Schicksalsschlägen zurück ins Leben gekämpft. Besonders eine Methode hat ihr nach 16 Jahren Leidenszeit neuen Lebensmut geschenkt.

Mehrfach landet Renate als Notfall im Krankenhaus - oftmals wegen schwerer Stürze innerhalb ihrer Anfälle.
Mehrfach landet Renate als Notfall im Krankenhaus - oftmals wegen schwerer Stürze innerhalb ihrer Anfälle.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ihr Leben lang war sie als leidenschaftliche Autofahrerin unterwegs, genoss die Zeit aktiv mit ihrer Familie und dem kleinen Dackel - von fremder Hilfe keine Spur.

Vor 16 Jahren dann der Schock: Renate erleidet zunächst einen Schlaganfall, 48 Stunden später den ersten epileptischen Anfall ihres Lebens.

Es folgen fast zwei Jahrzehnte regelmäßiger Anfälle, heftiger Stürze und Verletzungen, Krankenhausaufenthalte und jede Menge vielversprechende Therapieversuche. Sogar im Koma liegt Renate zweimal.

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"Das Schlimmste war die Ohnmacht. (...) Nicht mal mit meinem Dackel konnte ich alleine Gassi gehen", erklärt sie gegenüber dem deutschen Unternehmen Precisis.

Was sowohl sie selbst als auch ihre Familie zum damaligen Zeitpunkt nicht wissen: Epilepsie tritt in drei bis sechs Prozent der Fälle innerhalb der ersten sieben Tage nach einem Schlaganfall auf - zehn bis zwölf Prozent erst später. "Alle zwei bis drei Monate hatte ich einen großen Anfall, ganz zu schweigen von den kleineren. Im Krankenhaus kannten sie uns schon früh beim Namen."

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Renate aus Witten ist ihr Leben voller Angst und Ungewissheit endlich los.
Renate aus Witten ist ihr Leben voller Angst und Ungewissheit endlich los.  © Precisis

An die Einnahme und die Begleiterscheinungen sämtlicher Medikamente erinnert sich die Ruhrpottlerin nur ungern. "Ich war zum Beispiel ständig extrem müde und habe sogar angefangen zu halluzinieren. Ich nahm Dinge wahr, die gar nicht geschahen, bis ich irgendwann an meiner eigenen Wahrnehmung zweifelte."

Erst Ende des Vorjahres informierte ihr Neurologe sie schließlich über die neueste Methode - das EASEE System von Precisis.

Das Implantat stimuliert laut Firmenangaben "gezielt die Hirnregion, in der die epileptischen Anfälle entstehen - und das, ohne den Schädel zu öffnen oder das Gehirn selbst zu berühren".

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Für Renate begann nach dem Eingriff ein Weg aus der Hilflosigkeit und Ohnmacht zurück ins Leben - ohne Einschränkung. "Ich habe sofort gesagt: Ich mache das. Ich konnte nur was gewinnen. Seitdem ich das Implantat habe, habe ich keinen einzigen Anfall mehr", stellt Renate klar.

Nicht nur bei ihrem Neurologen hat sich die 65-Jährige seitdem bedankt, auch bei ihrer Familie. "Es war schwer, sich nach jedem Anfall immer wieder aufzurappeln. Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre der Weg viel schwerer gewesen."

Mit ihrer Geschichte will sie anderen Betroffenen Mut machen und Zuversicht geben. "Wir reden über so viele Erkrankungen. Warum sprechen wir so selten über Epilepsie? Ich wünsche mir, dass mehr Menschen wissen, wie sie helfen können."

Titelfoto: Precisis

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