Erbsen-Schnitzel? Darum sind Hülsenfrüchte gesund und ein guter Fleisch-Ersatz

Berlin - Heute essen wir Erbsen-Schnitzel und zum Nachtisch Lupinen-Eis! Beide Lebensmittel sollen nach Milchprodukten oder Fleisch schmecken. Sie wurden aber aus Pflanzen hergestellt!

Die volle bunte Palette: Hülsenfrüchte sind nicht nur besser als ihr Ruf, sondern schonen gleichzeitig die Umwelt.
Die volle bunte Palette: Hülsenfrüchte sind nicht nur besser als ihr Ruf, sondern schonen gleichzeitig die Umwelt.  © Silas Stein/dpa

Da kommen die Hülsenfrüchte ins Spiel: also etwa Bohnen, Erbsen und Linsen. Diese kleinen, bunten, runden Feldfrüchte können eine Menge.

Elisabeth Berlinghof kennt die speziellen Eigenschaften genau: "Hülsenfrüchte werden auch Eiweißpflanzen genannt", sagt die Wissenschaftlerin. Der Begriff zeigt schon ihre Bedeutung: Eiweiß ist der Baustoff im menschlichen Körper. Unsere Muskeln und Organe, unsere Haut und unsere Haare: Alles ist aus Eiweißen aufgebaut.

"Außerdem enthalten Hülsenfrüchte lösliche und unlösliche Ballaststoffe", erklärt Frau Berlinghof. "Die geben uns das Gefühl, satt zu sein. Außerdem sind sie wichtig für die Bakterien im Darm."

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Die wiederum sorgen mit dafür, dass unsere Verdauung funktioniert. Wenn die Bakterien die Ballaststoffe zersetzen, entstehen allerdings Gase. Darum pupsen wir, wenn wir Erbsen, Bohnen oder andere Ballaststoffe essen.

Weltweit kommen Hülsenfrüchte auf den Tisch. Typisch für Amerika sind etwa Bohneneintopf oder Bohnen in Tacos. In arabischen Ländern essen Menschen Falafel-Bällchen und Hummus aus Kichererbsen. In Indien und Pakistan kocht man aus Linsen Dal. In China und Japan isst man Tofu aus Sojabohnen mit Reis. Und wie ist das in Deutschland?

Hülsenfrüchte sind besser als ihr Ruf

Gut verdaulich, lecker und sehr gesund: Mit der richtigen Zubereitung können Bohnen viel Positives bewirken.
Gut verdaulich, lecker und sehr gesund: Mit der richtigen Zubereitung können Bohnen viel Positives bewirken.  © Robert Günther/dpa

"Bei uns wurde früher zum Beispiel Bohneneintopf oder Linsen mit Spätzle gegessen", erzählt die Expertin. Nur haben wir das wohl etwas vergessen.

"Hülsenfrüchte galten irgendwann als billiges Essen für ärmere Leute. Die Reichen konnten sich Fleisch leisten und mochten das lieber." So wurden die guten Hülsenfrüchte immer häufiger zu Tierfutter.

Langsam ändert sich das wieder. Die Leute essen deshalb nicht unbedingt mehr pure Bohnen und Erbsen. Stattdessen sind sogenannte Fleischersatz-Produkte aus Hülsenfrüchten beliebt. Schnitzel, Würstchen und Hack aus pflanzlichem Eiweiß werden wie Fleisch zubereitet und sollen so ähnlich schmecken.

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Viele Fachleute finden diese Entwicklung richtig. Denn pflanzliches Eiweiß ist nicht nur gesund, es schont auch die Umwelt. Landwirte brauchen weniger Ackerfläche, Wasser und Energie für die Ernte von Hülsenfrüchten als etwa für die Erzeugung von Fleisch.

Auf den Wert von Bohnen, Linsen und Erbsen macht die Organisation Vereinte Nationen sogar mit einem Tag der Hülsenfrüchte aufmerksam: Der ist am 10. Februar. Experten der Ernährungswissenschaft empfehlen, täglich 75 Gramm Hülsenfrüchte zu essen. Noch sind es in Deutschland meist viel weniger.

Titelfoto: Silas Stein/dpa

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