Riesiger Matcha-Hype in Deutschland: Doch der Tee hat auch Schattenseiten
Deutschland/Japan - "Iced Matcha Latte, zu spät beim Pilates" singt Rapperin Shirin David (31) in ihrem bekannten "Bauch, Beine, Po"-Song. Der Matcha-Trend ist längst aus Japan nach Europa herübergeschwappt und hat so manchen Kaffee-Liebhaber in einen Tee-Fan verwandelt. So riesig der Hype um das grüne Pulver ist, so gibt es auch einige Schattenseiten des Trendproduktes.
Um mehr über das beliebte Teegetränk zu erfahren, reist ZDF-Reporterin Victoria Reichelt (30) nach Uji. Die Großstadt nahe Kyoto gilt als Geburtsstätte der japanischen Matcha-Kultur.
Jintaro Yamamoto ist Teebauer sowie Matcha-Produzent. Für den 41-Jährigen hat die japanische Tradition höchste Priorität. "In unserer Teeplantage wird ausschließlich von Hand geerntet", sagt er in der ZDF-Sendung "Genuss mit Beigeschmack".
Das Pflücken einzelner Blätter dauert etwa zwei Wochen, während man mit einer Maschine die gleiche Menge an einem Tag ernten kann. Fünf Jahre braucht es, bis Teepflanzen geerntet werden können. Die Rahmenbedingungen für den traditionellen Matchaanbau sind auf die weltweite und gleichzeitig extrem hohe Nachfrage somit gar nicht ausgelegt.
Die Folge: Immer mehr minderwertige Matcha-Produkte erobern den Markt. Viele Unternehmen und Kaffeehausketten setzen deshalb auf günstiges Grünteepulver. Und das ist problemlos möglich, denn Matcha ist kein lebensmittelrechtlich geschützter Begriff.
So unterscheidet sich Matcha von Fake-Produkten
Demnach handelt es sich auch nicht um Verbrauchertäuschung, aber: "Ich befürchte schon, dass Unternehmen den Begriff Matcha dazu verwenden, um ihr Produkt deutlich teurer zu verkaufen als es eigentlich wert wäre", sagt Ernährungsexpertin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern.
Wer Grünteepulver von originalem Matcha unterscheiden will, der muss auf Aussehen und Geruch achten. Echter Matcha ist leuchtend grün und duftet mild-süßlich. Ein Fake-Produkt riecht grasig und ist vom Farbton her eher gräulich.
Trotzdem bleibt die Unterscheidung für Konsumenten schwierig: "Es ist kaum nachvollziehbar, woher der Matcha wirklich kommt. Es gibt keine strikten Siegel. Deswegen gehe ich auch davon aus, dass sehr viel getrickst wird", vermutet Matcha-Experte Marcel Karcher.
Welche Schattenseiten des "grünen Goldes" es noch gibt und was Neonikotinoide damit zu tun haben, seht Ihr am Sonntag ab 15.30 Uhr im ZDF oder schon jetzt auf Abruf in der ZDF-Mediathek.
Titelfoto: Bildmontage: ZDF/Ralf Gemmecke

