Kalifornien (USA) - Eine junge Frau aus den USA litt über ein Jahrzehnt unter heftigen Beschwerden, die einen normalen Alltag oft undenkbar machten. Doch von den Ärzten konnte sie sich keine Hilfe erhoffen, diese taten ihre Symptome lediglich als Stress-Nebenwirkungen ab und erklärten, dass sie einfach nur einen Reizdarm hätte. Als sie endlich ernst genommen und an einen Spezialisten verwiesen wurde, fand dieser schließlich die wahre Ursache für die jahrelangen Schmerzen.
Während ihre Freunde ein normales Leben führen konnten, waren die letzten elf Jahre für Ally Ostedt aus Kalifornien ein einziger Kampf.
Mit etwa 12 Jahren bekam Ally die Diagnose Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS), wobei es sich um eine komplexe Multisystem- und Stoffwechselerkrankung handelt. Ally litt dabei unter zystischer Akne, Gewichtszunahme, übermäßigem Haarwuchs, Erschöpfung und einem unregelmäßigen Menstruationszyklus. Statt der Sache auf den Grund zu gehen, verschrieb man ihr damals laut "Newsweek" einfach die Antibabypille.
Doch diese schlug nicht wirklich an. Ally hatte jahrelang mit schweren Magen-Darm-Problemen zu tun, die fast jede Mahlzeit zu einem Alptraum werden ließen.
Natürlich hörten Ally und ihre Eltern nicht auf, weiter nach eine Lösung und nach Antworten zu suchen. Ally unterzog sich vielen Untersuchungen, stellte ihre Ernährung um und probierte auch natürliche Heilmittel aus - vergeblich!
Diagnose erst nach mehr als zehn Jahren
"Es war schwer zu sehen, wie meine Freunde ein normales Leben führten, während ich mich ständig so krank fühlte", erinnert sich Ally an die schlimme Phase. Tief in ihr wusste sie, dass es noch einen anderen Grund geben musste, warum es ihr so schlecht ging.
Mit 21 Jahren entschloss sie sich, die Pille abzusetzen. Ihre Symptome verschlimmerten sich daraufhin gravierend. Zu den anderen Beschwerden kamen nun extrem schmerzhafte Regelblutungen, chronische Beckenschmerzen, lähmende Erschöpfung und ein allgemeines Krankheitsgefühl, was sie dazu zwang, sich arbeitsunfähig zu melden.
Ally gab schließlich ihren Job auf und zog zurück in ihr Elternhaus in Los Angeles. Dort kam es endlich zum Wendepunkt.
Dank einer auf den Beckenboden spezialisierten Physiotherapeutin, die ihre Leiden endlich ernst nahm, erhielt sie eine Überweisung zu einem Endometriose-Spezialisten, der eine Bauchspiegelung vornahm. "Es stellte sich heraus, dass ich an Endometriose im Stadium 2 litt", erklärt die heute 23-Jährige. Bei der Krankheit wuchert Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, an anderen Stellen im Körper und verursacht eine ganze Reihe von Beschwerden.
Endometriose-Betroffene macht anderen auf TikTok Mut
Ally Ostedt ist heute zwar nicht geheilt, kann aber dank der Diagnose ihre vielen Leiden endlich gezielt angehen. Dabei wird sie von Freunden und ihrer Familie unterstützt.
Zudem entschloss sie sich, auf TikTok von ihrem Schicksal zu berichten, um anderen Betroffenen zu helfen und ihnen Mut zu machen. "An alle Frauen, die vermuten, an Endometriose zu leiden und nicht ernst genommen werden: Kämpft weiter für euch selbst. Ihr wisst, dass mit eurem Körper etwas nicht stimmt – lasst euch von niemandem etwas anderes einreden", schreibt sie.