Grippeähnliche Symptome: Baby an seltener Infektion gestorben

Von Mia Bucher

Berlin - Ein etwa drei Monate altes Baby ist in Berlin an den Folgen einer Meningokokken-Infektion gestorben.

Eine Infektion mit Meningokokken verläuft in etwa einem Drittel der Fälle tödlich. (Symbolfoto)
Eine Infektion mit Meningokokken verläuft in etwa einem Drittel der Fälle tödlich. (Symbolfoto)  © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Der Säugling sei am 24. Januar mit einem Hautausschlag und Bewusstseinstrübung in die Notaufnahme gekommen, heißt es in einem Bericht zu Infektionskrankheiten des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso).

"Er entwickelte ein Waterhouse-Friderichsen-Syndrom und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus", so die Experten.

Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom ist eine besonders schwere Form des septischen Schocks, die laut Robert Koch-Institut (RKI) in etwa einem Drittel der Fälle zum Tod führt. Zuvor hatte die "B.Z." über den Todesfall berichtet.

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Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfchen etwa beim Husten oder Niesen auf andere Menschen übertragen werden. Sie können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.

STIKO empfiehlt Impfung bei Säuglingen ab einem Alter von zwei Monaten

Auch wenn's pikst und wehtut: Eine Meningokokken-Impfung kann Leben retten. (Symbolfoto)
Auch wenn's pikst und wehtut: Eine Meningokokken-Impfung kann Leben retten. (Symbolfoto)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die Erkrankungen sind laut RKI in Deutschland zwar sehr selten, verlaufen jedoch meist sehr schwerwiegend. Die Todesfallrate betrage 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende litten an schweren Langzeitfolgen.

2024 gab es nach RKI-Angaben 344 schwere Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland, 2025 bis Mitte September 227.

Die Erkrankung beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, und der Gesundheitszustand verschlechtert sich innerhalb weniger Stunden rapide.

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In Deutschland empfiehlt die STIKO seit 2024 für Säuglinge ab dem Alter von zwei Monaten eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B.

Darüber hinaus wird seit Oktober 2025 standardmäßig für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren eine Impfung mit einem Impfstoff gegen die Serogruppen A, C, W und Y empfohlen.

Titelfoto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

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