Medizin-Wunder: Frau lässt ihre neue Nase aus dem 3-D-Drucker am Arm wachsen!

Toulouse (Frankreich) - Wer keine Nase hat, kann sich wohl inzwischen selbst eine nachwachsen lassen! Eine Frau in Frankreich tat genau dies: Ihr "wuchs" ihre nötige Nase auf ihrem Unterarm, da ihre eigene durch Krebs zerstört wurde.

Nach zwei Monaten Wachstum an ihrem Unterarm, war die Nase bereit für die Gesichtstransplantation
Nach zwei Monaten Wachstum an ihrem Unterarm, war die Nase bereit für die Gesichtstransplantation  © CHU de Toulouse/Facebook

Nachdem eine Frau ihren Nasenhöhlenkrebs im Jahr 2013 mithilfe von Strahlen- und Chemotherapie besiegt hatte, verlor sie durch die invasiven Behandlungen leider Teile ihrer Nase.

Trotz mehreren Versuchen, Nasen-Prothesen zu implantieren, klappten keine der Gesichtsrekonstruktionen.

Also kamen Teams der HNO Chirurgie des Krankenhauses CHU de Toulouse und des Claudius Regaud Instituts auf eine verrückte Idee: eine 3-D-gedruckte Nase!

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Prof. Dupret-Bories Agnes und Dr. Benjamin Vairel schlugen vor, eine Nase mit Biomaterialien selbst in einem 3-D-Drucker herzustellen, um ihren Nasenknorpel zu ersetzen.

Diese Kreation wurde dem medizinischen Personal durch die belgische Firma Cerhum ermöglicht, die sich auf das 3-D-Drucken von Knochen spezialisiert.

Anschließend wurde der Patientin der Nasenknorpel-Ersatz an ihrem Unterarm implantiert und mit einer Hauttransplantation von ihrer Schläfe ausgestattet, damit der Nasenknorpel mit Haut überwachsen konnte.

Erste Transplantation dieser Art wird voller Erfolg

Mithilfe von Mikrochirurgie wurden die Blutgefäße der neuen Nase mit umliegenden Blutgefäßen verbunden. (Symbolbild)
Mithilfe von Mikrochirurgie wurden die Blutgefäße der neuen Nase mit umliegenden Blutgefäßen verbunden. (Symbolbild)  © gpointstudio/123RF

Nach etwa zwei Monaten Wachszeit war es dann im September dieses Jahres so weit: Der Nasenersatz konnte von dem Unterarm der Patientin auf ihr Gesicht transplantiert werden.

Mithilfe von Mikrochirurgie verbanden die behandelnden Ärzte im Universitärem Toulouse-Oncopole Krebs Institute die Blutgefäße aus der Haut, die von dem Arm entnommen wurde, mit den umliegenden Blutgefäßen in ihrem Gesicht.

"Nach zehn Tagen im Krankenhaus und einer dreiwöchigen Antibiotika-Kur geht es der Patientin weiterhin gut", teilten Mediziner Evening Standard mit.

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"Diese Art der Rekonstruktion war noch nie zuvor an einem so empfindlichen und schlecht durchbluteten Bereich durchgeführt worden", fuhr das Krankenhaus fort.

"Diese neue Technik ermöglicht es auch, bestimmte Einschränkungen anderer Techniken zu überwinden."

Auch auf Facebook feierte das CHU de Toulouse ihren bahnbrechenden Erfolg. In einem Post am vergangenen Dienstag schrieben sie: "Herzlichen Glückwunsch an die Onkologie-Teams für ihre tägliche Arbeit, insbesondere an diejenigen, die dieses Verfahren möglich gemacht haben!"

Titelfoto: CHU de Toulouse/Facebook

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