Zecken immer aktiver: Darauf sollten Spaziergänger und Tierhalter jetzt achten

Von Alina Grünky

Mainz/Koblenz - Zecken können Experten zufolge nicht nur im Sommer vermehrt unterwegs sein. "Anders als früher sind Zecken wegen steigender Temperaturen und milder Winter nicht mehr saisonal, sondern immer häufiger ganzjährig aktiv", sagte ein Sprecher des Naturschutzbunds (Nabu) in Rheinland-Pfalz.

Durch die milden Winter nehmen Zahl und Aktivität der Zecken zu.  © Holger Hollemann/dpa

Zeckenexpertin Ute Mackenstedt geht zudem von einem Sommer mit hoher Zeckenaktivität aus. "Da der gesamte Entwicklungszyklus der Zecke - gemeint ist in diesem Fall - mehrere Jahre dauert, hängt die Anzahl der Zecken, die jetzt auf Wirtssuche gehen, auch davon ab, wie viele den Winter überlebt haben", sagte die Expertin.

"Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass die tiefen Temperaturen, die wir in den letzten Wochen erlebt haben, einen großen Einfluss auf die Zeckenpopulationen gehabt haben, da die Kälteperioden nicht lang genug waren", so Mackenstedt.

Der Gemeine Holzbock ist dem Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen in Rheinland-Pfalz zufolge vor allem bei Temperaturen zwischen circa 7 Grad und 30 Grad aktiv.

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Untersuchungen des Zentrums haben ergeben, dass die Tage, an denen Zecken witterungsbedingt aktiv sein können, über die Jahre zugenommen haben. Daraus schließt das Zentrum, dass der Klimawandel einen erheblichen Einfluss auf die Populationsdichte von Zecken ausüben könne.

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Gesundheitsrisiken durch Zeckenbisse

Der Gemeine Holzbock ist die am häufigsten in Deutschland vorkommende Zeckenart.  © Marijan Murat/dpa

Das Landesuntersuchungsamt sieht in Zecken ein Gesundheitsrisiko, "da sie sowohl die Lyme-Borreliose als auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können", sagte eine Sprecherin.

Demnach sind die Fallzahlen von Lyme-Borreliose 2025 deutlich höher ausgefallen als in den vier Jahren davor, bleiben jedoch unter den Zahlen im Zeitraum 2012 bis 2020. Die Meldezahlen von FSME sind den Angaben nach in den letzten Jahren konstant gewesen.

Gegen Lyme-Borreliose hilft an erster Stelle, sich vor Zeckenbissen zu schützen, so die Amtssprecherin. "Sollte sich ein Zeckenbiss trotzdem ereignen, ist eine möglichst schnelle Entfernung der Zecke nach dem Biss sehr wichtig."

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Für Personen, die in FSME-Risikogebieten gegenüber Zecken exponiert sind oder etwa in der Landwirtschaft arbeiten, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die FSME-Impfung, wie das Robert Koch-Institut (RKI) aufführt.

Die Impfempfehlung gilt auch für Menschen, die außerhalb von Deutschland in FSME-Risikogebiete reisen.

Impfung von Haustieren: Darauf muss geachtet werden

Während Hunde den Impfstoff Permethrin gut vertragen, kann dieser für Katzen tödlich sein.  © Sebastian Gollnow/dpa

Auch Haustiere können von Zecken befallen werden. Dazu weist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit darauf hin, dass die Wahl des richtigen Tierarzneimittels zum Schutz vor Zecken, Flöhen und anderen Ektoparasiten enorm wichtig sei.

Während der Wirkstoff Permethrin von Hunden in der Regel gut vertragen werde, könne er bei Katzen zu schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen. Es sei ratsam, eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen.

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Wo Zecken lauern und wie man schützt

Zecken halten sich gern in dichten, niedrigen Kraut- und Strauchzonen auf.  © Patrick Pleul/dpa

Generell halten sich Zecken laut Nabu gern in dichten, niedrigen Kraut- und Strauchzonen mit feuchtem Kleinklima, Sonnen- und Windschutz auf.

Daher kommen sie besonders häufig in Wäldern, Waldrändern, Wiesen und Flussauen vor.

Nach jedem Besuch eines möglichen Zeckengebiets sollte der ganze Körper nach den Tieren abgesucht werden, sagte der Nabu-Sprecher.

Der beste Schutz sei das Tragen geschlossener Kleidung, also etwa fester Schuhe und langer Hosen. Zeckensprays können helfen, allerdings nur zeitlich begrenzt.

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