Wieder Stress am Tagebau: Polizei vertreibt Baum-Besetzer aus dem Sündenwäldchen

Von Marc Herwig

Kerpen - In einem Großeinsatz hat die Polizei ein letztes von Aktivisten besetztes Waldstück am Braunkohle-Tagebau Hambach im Rheinischen Revier geräumt.

Diese Luftaufnahme zeigt das besetzte Waldstück mit Baumhäusern, im Hintergrund liegt der Tagebau Hambach.
Diese Luftaufnahme zeigt das besetzte Waldstück mit Baumhäusern, im Hintergrund liegt der Tagebau Hambach.  © Sascha Thelen/dpa

Spezialisten für Einsätze in großer Höhe holten mehrere Braunkohle-Gegner aus den Bäumen. Nach Angaben der Polizei befinden sich dort nun keine weiteren Aktivisten mehr.

14 Personen wurden aus dem betroffenen Bereich begleitet, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Polizei erstattete Strafanzeigen wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch.

Die Aktivisten kündigten von Beginn an Widerstand gegen die Räumung an. "Wir werden bleiben, solange wir können", schrieb die Initiative "Lützerath lebt". "Wir sind hier, um Wald und Natur vor den zerstörerischen Plänen von RWE zu schützen."

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Dennoch war zu beobachten, wie sich die Polizei Stück für Stück in dem Areal vorarbeitete. Nachdem der Einsatz in den Morgenstunden begonnen hatte, waren am Nachmittag bereits weniger Einsatzkräfte vor Ort, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Der Großteil der Bäume sei im Tagesverlauf bereits gefällt worden. Auch am frühen Abend liefen die Fällarbeiten noch.

Immer wieder Auseinandersetzungen

Nur noch ein kleiner Rest des Sündenwäldchens ist nach dem Beginn der Rodung durch RWE Power noch übrig.
Nur noch ein kleiner Rest des Sündenwäldchens ist nach dem Beginn der Rodung durch RWE Power noch übrig.  © Henning Kaiser/dpa

Aktivistinnen und Aktivisten hatten sich seit mehr als einem Jahr in dem nur noch sehr kleinen Waldstück westlich von Köln aufgehalten und dort Baumhäuser gebaut.

Mit der Besetzung wollten sie die Abholzung des Wäldchens verhindern. Es war schon mehrfach zu Polizeieinsätzen gekommen.

RWE will das etwa ein Hektar große Waldstück am Rande des Tagebaus roden, um Kies abbauen zu können. So soll die Böschung eines später dort geplanten Sees stabilisiert werden.

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Um RWE die geplanten Arbeiten zu ermöglichen, hatte die Stadt Kerpen Ende September ein Aufenthalts- und Betretungsverbot für das Waldstück verhängt. RWE verfüge über alle rechtlichen Voraussetzungen und dürfe das Waldstück roden, heißt es darin.

Doch weil sich die Aktivisten nicht an diese Verfügung hielten und trotzdem in dem Waldstück blieben, kam es nun zu dem Einsatz der Polizei.

Erstmeldung am 18. November um 9.20 Uhr, Update um 21.18 Uhr.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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