Falschmeldungen auf Facebook: Gericht verhängt Ordnungsgeld gegen Meta

Von Jenny Tobien

Frankfurt am Main - Die Pressekammer des Landgerichts Frankfurt hat am Montag ein Ordnungsgeld in Höhe von 100.000 Euro gegen den Facebook-Konzern Meta wegen dessen schleppender Löschpraxis im Hinblick auf Falschmeldungen verhängt.

Ein Frankfurter Gericht wirft dem hinter den Plattformen Instagram und Facebook stehenden Meta-Konzern "strukturelle Fehlorganisationen" vor.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Laut dem Gericht wurden auf dem Netzwerk falsche Behauptungen über einen im Gazastreifen eingesetzten Soldaten gepostet und dieser zu Unrecht als Kriegsverbrecher bezeichnet. Auch sein Klarname und ein Bild von ihm seien veröffentlicht worden.

Den Angaben zufolge war der Mann gegen diese Einträge in einem Eilverfahren vorgegangen. Daraufhin untersagte die Kammer Meta am 23. März 2026 die Veröffentlichung dieser "wahrheitswidrigen Einträge" auf Facebook und drohte ein Ordnungsgeld an, sollte dies nicht beachtet werden. "Diese Anordnung wurde Meta einen Tag später zugestellt", hieß es.

Da die Einträge zunächst nicht gelöscht worden seien, habe der Soldat den Erlass eines Ordnungsgeldes beantragt. Die Posts seien dann am 8. beziehungsweise 10. April von der Plattform entfernt worden.

Facebook Verbraucherschützer klagen gegen Facebook: "Abschreckend hohe Preise"

Jedoch wurde das Ordnungsgeld laut dem Gericht verhängt, da Meta für insgesamt 15 beziehungsweise 17 Tage die Unterlassungs- und Löschungsanordnung nicht beachtet hatte.

Anzeige

Gericht wirft Meta bewusst aufrechterhaltene "strukturelle Fehlorganisationen" vor

Gegen den Beschluss des Frankfurter Landgerichts kann Beschwerde eingelegt werden. Ob der Meta-Konzern diesen Schritt geht, ist noch unklar.  © Hannes P Albert/dpa

"Dieser im Medienzeitalter erhebliche Zeitraum wiegt hier besonders schwer, weil unter Verwendung des Klarnamens und Bildnisses des Antragstellers Falschvorwürfe verbreitet wurden, wonach er Kriegsverbrechen begangen habe", erklärte die Kammer.

"Es obliegt Meta als Teil eines milliardenschweren Konzerns, seinen Betrieb so zu organisieren, dass die ihm auferlegten Verpflichtungen unverzüglich erfüllt werden können. Das gilt umso mehr, als dafür kein hoher Aufwand betrieben werden müsste."

Entsprechende Angaben von Meta zu internen Verzögerungsprozessen einschließlich Sprachhürden bewertete das Gericht eher als schulderhöhend.

Facebook Datenschutzverstöße: Meta muss einem Facebook-Nutzer 5000 Euro zahlen

"Denn damit räumt Meta ein, strukturelle Fehlorganisationen bewusst aufrechtzuerhalten, die eine unverzügliche Beachtung gerichtlicher Unterlassungsgebote unmöglich machen", hieß es.

Gegen den Beschluss kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde eingelegt werden.

Mehr zum Thema Facebook: