Macht Social Media süchtig? Meta-Chef Mark Zuckerberg vor Gericht

USA - Macht Social Media süchtig? Mit dieser Frage musste sich Meta-CEO Mark Zuckerberg (41) vor Gericht auseinandersetzen. Seinem Unternehmen wurde vorgeworfen, dass der Algorithmus der Apps süchtig machend sei.

Meta-CEO Mark Zuckerberg (41, M.) sagte vor wenigen Tagen vor Gericht aus.
Meta-CEO Mark Zuckerberg (41, M.) sagte vor wenigen Tagen vor Gericht aus.  © Ryan Sun/FR172110 AP/AP/dpa

Der Facebook-Gründer sagte am Mittwoch vor dem Obersten Gerichtshof in der US-Metropole Los Angeles aus. Er wurde zur Social-Media-Sucht und deren Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen befragt, so People.

Auslöser des Verfahrens war die Klage einer jungen Frau, die lediglich als Kaley bezeichnet wird. Sie wirft Meta vor, bewusst Funktionen entwickelt zu haben, die junge Menschen bereits im Kindesalter von Apps wie Instagram und Co. abhängig machen sollen - mittlerweile folgten weitere Klagen.

Den Vorwürfen zufolge seien die Plattformen bewusst so gestaltet worden, dass süchtiges und schädliches Verhalten verstärkt werde. Kaley selbst gab an, durch die Nutzung der Apps psychische Probleme entwickelt zu haben.

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Während seiner Aussage betonte der 41-Jährige, der Instagram-Algorithmus sei nicht absichtlich darauf ausgelegt, junge Nutzer süchtig zu machen.

Klägerin Kaley nutzte bereits im Alter von neun Jahren Instagram

In dem Prozess geht es um die Frage, ob Social Media süchtig machend sei - besonders für Kinder und Jugendliche.
In dem Prozess geht es um die Frage, ob Social Media süchtig machend sei - besonders für Kinder und Jugendliche.  © Alicia Windzio/dpa

"Wenn man etwas tut, das den Menschen nicht guttut, verbringen sie vielleicht kurzfristig mehr Zeit [auf Instagram], aber wenn sie damit nicht zufrieden sind, werden sie es langfristig nicht nutzen. Ich versuche nicht, die Zeit zu maximieren, die Menschen jeden Monat dort verbringen", erklärte Zuckerberg.

Weitere Fragen zu dieser Thematik wies der CEO zurück. Später fügte er hinzu: "Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich glaube nicht, dass das hier zutrifft."

Der Anwalt der heute 20-jährigen Kaley erklärte vor Gericht, seine Mandantin habe bereits im Alter von neun Jahren begonnen, Instagram zu nutzen. Im Jahr 2019 führte die Social-Media-App eine Altersabfrage ein, um sicherzustellen, dass Personen unter 13 Jahren diese nicht verwenden.

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Zuckerberg betonte daraufhin, es habe vor Einführung der Regel 2019 "einige Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes" gegeben, er halte die gefundene Lösung jedoch für richtig.

Prozess rund um Social Media könnte sich noch über Jahre hinziehen

Das US-Unternehmen Meta wies die Vorwürfe der Klägerin Kaley zurück.
Das US-Unternehmen Meta wies die Vorwürfe der Klägerin Kaley zurück.  © Jens Büttner/dpa

Laut CNN reisten zudem Eltern von Kindern, die nach eigenen Angaben durch soziale Medien schwer geschädigt worden oder infolgedessen gestorben seien, an, um den Prozess persönlich zu verfolgen.

Seit Jahren steht Meta immer wieder in der Kritik, zum möglichen Schaden von Kindern und Jugendlichen beigetragen zu haben. Das Unternehmen selbst bestritt in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen der Klägerin Kaley, dass die App die Ursache für ihre "psychischen Probleme" gewesen sei.

Sollte die Klage Erfolg haben, könnten die Technologieunternehmen zu Zahlungen in Höhe von Milliarden Dollar verpflichtet werden. Zudem müssten erhebliche Änderungen an den Funktionsweisen von Plattformen wie Facebook, Instagram und Co. vorgenommen werden.

Das Verfahren werde noch in diesem Jahr fortgesetzt, könnte sich allerdings über mehrere Jahre hinziehen.

Solltet Ihr selbst von psychischen Problemen betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Montage: Ryan Sun/FR172110 AP/AP/dpa, Alicia Windzio/dpa

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