Social Media erst ab 14? Diese Bundesländer fordern Verbot

Von Christopher Weckwerth und Stefan Hantzschmann

Hannover/Erfurt - Niedersachsen und Thüringen setzen sich auf Bundesebene für ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige ein.

Niedersachsen und Thüringen fordern ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige. (Archivbild)  © Alicia Windzio/dpa

Die rot-grüne Landesregierung in Hannover und die Brombeer-Koalition in Erfurt beschlossen die Einbringung einer gemeinsamen Bundesratsinitiative, um Kinder und Jugendliche in den sozialen Medien besser zu schützen.

"Uns darf nicht egal sein, welche Themen und Bilder wir unseren Kindern online in den sozialen Medien zumuten. Und viele Kinder und Jugendliche spüren selbst, dass sie da schon jetzt mehr Zeit verbringen als ihnen guttut", sagte Ministerpräsident Olaf Lies (58, SPD).

Das Ziel der Anbieter sei eine möglichst lange Nutzungsdauer durch suchtverstärkende Algorithmen, kritisierte der SPD-Politiker. Minderjährige seien diesen Mechanismen schutzlos ausgeliefert.

"Es ist an der Zeit, dass wir diesen Schutz von den Plattformanbietern wirksam einfordern und durchsetzen – auf nationaler und auf europäischer Ebene."

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Thüringens Regierungschef will "digitales Experiment" beenden

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) sagte, der Antrag fordere "klare, verbindliche Altersgrenzen, echte Alterskontrollen und mehr Verantwortung für die Plattformen" ein.

Australien löse das Problem mit hohen Strafgeldern. "Ich kann mir auch noch weitergehende Vorschläge vorstellen – zum Beispiel, dass man bei Nichteinhalten der Regeln den Plattformen für eine gewisse Zeit auch untersagt, in Deutschland aktiv zu sein oder in Europa", sagte der CDU-Politiker. Das müsse nun diskutiert werden. Ziel sei es, für Rechtsklarheit zu sorgen und die Kinder und Jugendlichen zu schützen.

Über eine Generation lang habe man eine Art "digitales Experiment in Social Media" zugelassen, sagte Voigt. Nun setze man sich für ein digitales Erwachsenwerden ein.

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