Dresden - Er wollte nie berühmt werden, mag es gar nicht so sehr, im Mittelpunkt zu stehen - und ist einfach nur ein Kaffee-Liebhaber. Bruno Stein (24) alias YourCoffeeDude ist einer der erfolgreichsten Coffee-Content-Creator der Welt. 1,2 Millionen Menschen folgen dem Dresdner auf Instagram und warten täglich auf seine Kaffee-Rezepte.
Angefangen hat alles ganz unspektakulär. "Ich habe in meinem Kinderzimmer angefangen und war einfach schon früh kaffeeverliebt", erzählt Bruno.
Die ersten Videos drehte er mit dem iPhone seines Vaters. Richtig ernst wurde es während Corona. "Da ging es so richtig los, man hatte nicht wirklich was zu tun."
Der Durchbruch kam nicht über Nacht, sondern über Konsequenz. "Ich habe über die letzten fünf Jahre eigentlich jeden Tag ein Rezept hochgeladen", sagt er.
Anfangs gab es Skepsis, auch bei den Eltern. "Meine Mama hat sich irgendwann Instagram geholt, um überhaupt zu verstehen, was ich da mache."
Bruno hat ein eigenes Büro und kleine Studios
Mittlerweile kommen seine Follower aus der ganzen Welt. Währenddessen ist Bruno privat ein ganz ruhiger Typ. Er geht gern durch den Großen Garten spazieren oder macht Ausflüge in die Sächsische Schweiz. "Mich zieht es vermehrt in die Natur anstatt in die Stadt", schmunzelt der 24-Jährige aus der Johannstadt.
Um seine Rezepte dauerhaft festzuhalten, schrieb Bruno E-Books. "Auf Social Media sind Rezepte nach ein, zwei Wochen wieder weg." Das erste verschenkte er, das zweite verkaufte er - mit großem Erfolg. "Die Leute schätzen das richtig wert, das Feedback war extrem gut."
Doch heute ist YourCoffeeDude längst mehr als ein Instagram-Account. Bruno hat ein eigenes Büro, eine feste Mitarbeiterin und kleine Studios. Denn er produziert Content für Maschinenhersteller, Kaffeebohnen-Brands und Sirupfirmen aus den USA, Frankreich oder El Salvador. "Ich mache das komplett hauptberuflich und bin sehr dankbar dafür."
Heute hat sich sein Blick auf Erfolg verändert. "Ich war früher sehr zahlengetrieben, aber ich habe gemerkt, dass mich das allein nicht glücklich macht." Stattdessen setzt er auf Ausgleich, lief letztes Jahr in Dresden den Halbmarathon. "Ich will, dass es meiner Firma gutgeht, aber nicht, dass mein ganzes Leben nur daraus besteht."