Israel-Krieg: Hamas feuert erstmals seit vier Monaten Raketen auf Großraum Tel Aviv

Israel - Die Gespräche über eine Waffenruhe in Gaza stecken fest. Jetzt soll es einen neuen Anlauf geben. Doch noch gehen die Kämpfe unvermindert weiter - auch in Rafah.

Für die Zivilisten im Gazastreifen bleibt die Situation katastrophal.
Für die Zivilisten im Gazastreifen bleibt die Situation katastrophal.  © Bashar Taleb/AFP

Die Unterhändler der USA, Israels und Katars hätten sich am Ende ihres Treffens in Paris auf einen Neustart der Gespräche im Verlauf der nächsten Woche geeinigt, berichtete die "Times of Israel" am Samstagabend unter Berufung auf einen israelischen Beamten. Es gebe "neue Vorschläge".

Auch US-Beamte hätten von Fortschritten bei den Bemühungen um eine Wiederaufnahme der indirekten Verhandlungen gesprochen, es gebe aber noch keinen Termin, meldete das US-Nachrichtenportal "Axios".

Derweil setzt Israels Armee die Kämpfe im Gazastreifen fort - ungeachtet der Aufforderung des Internationalen Gerichtshofs (IGH), den Einsatz in Rafah im Süden des Küstenstreifens sofort zu beenden.

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Alle aktuellen Entwicklungen zum Krieg in Gaza und Israel findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

25. Mai, 13.26 Uhr: Hamas feuert erstmals seit vier Monaten Raketen auf Großraum Tel Aviv

Erstmals seit vier Monaten hat die islamistische Terrororganisation Hamas erneut Raketen auf den Großraum Tel Aviv gefeuert.

Im Stadtzentrum von Tel Aviv waren mehrere Explosionen zu hören. In mehreren Städten im Großraum der Küstenmetropole gab es Raketenalarm. Der militärische Hamas-Arm reklamierte die Angriffe für sich. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte oder Sachschäden. Nach israelischen Militärangaben wurden acht Raketen aus der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens auf die israelische Küstenmetropole abgefeuert. Zuletzt war Tel Aviv am 29. Januar mit Raketen aus dem Gazastreifen angegriffen worden.

26. Mai, 10.57 Uhr: US-Anlegestelle für Gaza-Hilfe durch Seegang beschädigt

Hohe Wellen und stürmischer Seegang haben die vor gut einer Woche fertiggestellte provisorische Anlegestelle für humanitäre Lieferungen in den Gazastreifen beschädigt.

Wegen des Seegangs hätten sich vier an der Mission beteiligte US-Militärschiffe aus ihrer Verankerung gelöst, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (Centcom) mit. Zwei der Schiffe ankerten nun am Strand nahe dem temporären Pier vor dem Gazastreifen. Die beiden anderen seien vor der israelischen Küste bei Aschkelon gestrandet.

Die Stadt liegt rund 15 Kilometer von Gaza entfernt. Das israelische Militär helfe bei der Bergung aller vier Schiffe, hieß es in der Mitteilung. US-Soldaten würden den Gazastreifen nicht betreten. Es gebe keine Verletzten und der Pier sei weiter funktionsfähig.

26. Mai, 10.50 Uhr: Lkw passieren offenbar wieder Grenzübergang Kerem Schalom

Über den Grenzübergang Kerem Schalom sind offenbar wieder Hilfslieferungen in den Gazastreifen möglich.

Der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Qahera News berichtete, 200 Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern seien von Rafah nach Kerem Schalom gefahren, die Einfahrt in den blockierten Gazastreifen habe begonnen. Auch vier Lastwagen mit Treibstoff seien Teil des Transports.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi (69) hatte sich in einem Gespräch mit seinem US-Kollegen Joe Biden (81) verständigt, die Lieferung humanitärer Hilfe, die von den Vereinten Nationen bereitgestellt werde, über den Grenzübergang Kerem Schalom "vorläufig" zuzulassen.

26. Mai, 8 Uhr: Massenproteste gegen Netanjahu in Israel

Samstagnacht kam es in mehreren Städten in Israel erneut zu Massenprotesten gegen die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (74).

Wie die "Times of Israel" berichtete, forderten die Demonstranten den Rücktritt von Netanjahu, vorgezogene Wahlen und eine Einigung über die Freilassung der von der islamistischen Hamas in Gaza festgehaltenen Geiseln.

Wenn die Regierung jetzt keine Einigung über die Freilassung der mehr als hundert Geiseln erziele, "wird Israel letztendlich gezwungen sein, den Krieg ohne die Rückkehr der Geiseln zu beenden", zitierte die Zeitung eine Angehörige der Entführten.

Bei einer zentralen Kundgebung in Tel Aviv mit nach Angaben der Organisatoren mehr als 80.000 Teilnehmern sei es zu Festnahmen gekommen, hieß es.
Bei einer zentralen Kundgebung in Tel Aviv mit nach Angaben der Organisatoren mehr als 80.000 Teilnehmern sei es zu Festnahmen gekommen, hieß es.  © JACK GUEZ/AFP

26. Mai, 7.23 Uhr: Israel soll Verhandlungsposition angepasst haben

Die indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas, bei denen Ägypten, Katar und die USA vermitteln, waren vor zwei Wochen nach mehrtägigen Gesprächen in Kairo und Doha in eine Sackgasse geraten.

Im Wesentlichen geht es darum, dass die Hamas die von ihr verschleppten israelischen Geiseln freilässt. Im Gegenzug dafür soll Israel eine große Zahl palästinensischer Häftlinge aus seinen Gefängnissen entlassen. Zudem soll der jüdische Staat seinen Militäreinsatz im Gazastreifen einstellen - ob zeitlich befristet oder endgültig, ist einer der Streitpunkte.

Das israelische Kriegskabinett hatte am Donnerstag den Spielraum des eigenen Verhandlungsteams erweitert. Dies machte es offenbar möglich, dass die indirekten Gespräche zwischen Israel und der Hamas weitergehen können.

25. Mai, 16.49 Uhr: Habeck wirft Israel völkerrechtswidriges Vorgehen in Gaza vor

Vizekanzler Robert Habeck (54, Grüne) hat Israels Vorgehen im Gaza-Krieg als völkerrechtswidrig kritisiert.

"Selbstverständlich muss Israel sich an das Völkerrecht halten. Und die Hungersnot, das Leid der palästinensischen Bevölkerung, die Angriffe im Gazastreifen sind – wie wir jetzt auch ja gerichtlich sehen – mit dem Völkerrecht nicht vereinbar", sagte Habeck am Samstag in einem Bürgergespräch beim Demokratiefest anlässlich des 75-jährigen Grundgesetz-Jubiläums in Berlin. "Das heißt, es ist in der Tat so, dass Israel dort Grenzen überschritten hat, und das darf es nicht tun."

Gleichzeitig verwies der Grünen-Politiker darauf, dass die Hamas im Gazastreifen den Krieg sofort beenden könnte, wenn sie ihre Waffen niederlegen würde.

Bei einem Demokratiefest in Berlin hat Vizekanzler Robert Habeck (54, Grüne) deutliche Kritik am Vorgehen Israels im Gaza-Krieg geübt.
Bei einem Demokratiefest in Berlin hat Vizekanzler Robert Habeck (54, Grüne) deutliche Kritik am Vorgehen Israels im Gaza-Krieg geübt.  © Christophe Gateau/dpa

25. Mai, 16.40 Uhr: Anlegestelle für Gaza-Hilfe durch hohen Seegang beschädigt

Hohe Wellen und eine stürmische See haben die vor einer Woche errichtete provisorische Anlegestelle für humanitäre Lieferungen in den Gazastreifen beschädigt.

Augenzeugen berichteten am Samstag, dass der Behelfshafen für Transporte über das Meer derzeit nicht funktioniere. Arbeiter seien damit beschäftigt, den Schaden zu reparieren.

Die Webseite des israelischen Fernsehsenders N12 berichtete, dass Teile der Anlegestelle von der starken Strömung an die Küste bei Aschdod getrieben wurden. Die israelische Stadt liegt gut 30 Kilometer von Gaza entfernt.

25. Mai, 16.29 Uhr: Indirekte Gaza-Verhandlungen könnten weitergehen

Israel, Katar und die USA haben sich für die Fortführung der feststeckenden indirekten Verhandlungen über eine Geiselfreilassung und Waffenruhe im Gazastreifen in der nächsten Woche ausgesprochen.

Dies sei das Ergebnis von Gesprächen, die der CIA-Direktor William Burns (68), Mossad-Chef David Barnea (59) und der katarische Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani (43) in Paris führten, wie der gut vernetzte israelische Journalist Barak Ravid (44) am Samstag unter Berufung auf einen israelischen Regierungsbeamten auf X berichtete.

Die indirekt geführten Verhandlungen, bei denen Ägypten, Katar und die USA vermitteln, waren im April in eine Sackgasse geraten. Im Wesentlichen geht es darum, dass die radikalislamische Hamas die von ihr in den Gazastreifen verschleppten israelischen Geiseln freilässt.

25. Mai, 13.11 Uhr: Trotz Gerichtsentscheids setzt Israel Militäreinsatz in Rafah fort

Ungeachtet der Aufforderung des Internationalen Gerichtshofs (IGH), den Militäreinsatz in Rafah unverzüglich zu beenden, sind Israels Streitkräfte in der südlichsten Stadt des Gazastreifens am Samstag aktiv geblieben.

Israelische Soldaten töteten mehrere palästinensische Bewaffnete, die zuvor auf die Israelis geschossen hatten, teilte die Armee am Samstag mit. Zudem habe man in Rafah weitere Waffenlager und Tunnelschächte gefunden.

Der Schwerpunkt der Kämpfe lag wie schon in den vergangenen Tagen in der Flüchtlingssiedlung Dschabalia im Norden des Gazastreifens. Israelische Soldaten töteten nach Darstellung der Armee in den letzten 24 Stunden Dutzende feindliche Kämpfer, teils im Nahkampf, teils durch gezielte Luftangriffe. Die israelischen Truppen zerstörten demnach Raketenabschussstellungen und Tunnelschächte und fanden eine große Zahl an Waffen.

Bei einem israelischen Luftangriff sei in Rafah ein Zivilist ums Leben gekommen, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf Krankenhausmitarbeiter. (Archivbild)
Bei einem israelischen Luftangriff sei in Rafah ein Zivilist ums Leben gekommen, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf Krankenhausmitarbeiter. (Archivbild)  © Mahmoud Zaki/XinHua/dpa

25. Mai, 13 Uhr: Israelischer Angriff tötet zwei Hisbollah-Kämpfer in Syrien

Bei einem israelischen Drohnenangriff in Zentralsyrien wurden am Samstag zwei Kämpfer der vom Iran unterstützten Hisbollah-Bewegung getötet.

"Eine israelische Drohne feuerte zwei Raketen auf ein Auto und einen Lastwagen der Hisbollah in der Nähe der Stadt Qusayr in der Provinz Homs ab, als diese auf dem Weg zum Militärflughafen Al-Dabaa waren. Dabei wurden mindestens zwei Hisbollah-Kämpfer getötet und weitere verletzt", so die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Der Angriff war der dritte auf auf Hisbollah-Ziele in Syrien innerhalb von etwa einer Woche.

Titelfoto: /XinHua | Tomer Neuberg

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