Nahost-Konflikt: Auswärtiges Amt rät "dringend" von Reisen nach israel ab

Nahost - Die möglicherweise entscheidende Runde der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran ist ohne Durchbruch beendet worden.

Der US-Präsident Donald Trump (79).  © Michael Brochstein/ZUMA Press Wire/dpa

Omans Außenminister Badr al-Bussaidi (65), der zwischen beiden Staaten vermittelt, zeigte sich nach den Gesprächen in Genf dennoch optimistisch.

Er sprach von "bedeutenden Fortschritten" in den Verhandlungen. Nächste Woche seien in Wien Gespräche auf technischer Ebene geplant. Falls diese stattfinden, dürften Details eines möglichen Abkommens ausgehandelt werden.

Ob es dazu kommen wird, ist jedoch unklar. US-Präsident Donald Trump (79) hatte der iranischen Staatsführung vor einer Woche noch ein Ultimatum bis Anfang März gestellt.

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"Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich", sagte er. Im Raum steht, dass Trump zu einem militärischen Angriff auf die Führung in Teheran und ihren Machtapparat ausholt.

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27. Februar, 18.47 Uhr: Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Israel ab

Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für Israel herausgegeben.

"Von Reisen nach Israel sowie nach Ostjerusalem wird dringend abgeraten", hieß es darin. Deutsche Staatsangehörige, die sich darüber hinaus im Gazastreifen oder im Westjordanland aufhalten, sollten schnellstmöglich ausreisen.

"Die Sicherheitslage in der Region ist angespannt und zunehmend volatil. Bei einer Eskalation könnte es auch in Israel und den Palästinensischen Gebieten ohne Vorwarnung zu sicherheitsrelevanten Vorfällen kommen. Zudem muss jederzeit mit Einschränkungen des Flugverkehrs gerechnet werden: Flüge können storniert werden und auch längerfristige Sperrungen des Luftraums sind möglich", warnt das Auswärtige Amt.

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Das Auswärtige Amt rät deutschen Staatsbürgern "dringend" von einer Reise nach Israel ab.  © Katharina Kausche/dpa

27. Februar, 6.10 Uhr: US-Militärpräsenz in der Region massiv aufgestockt

Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region zuletzt stark ausgebaut. Dem "Wall Street Journal" zufolge ist es der größte Aufmarsch von US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irak-Krieg 2003.

Am Donnerstag lief der größte Flugzeugträger der US-Marine, die USS Gerald R. Ford, vor der griechischen Insel Kreta aus. Er dürfte die US-Flotte im Nahen Osten verstärken.

Anfang Februar hatten beide Staaten überraschend neue Verhandlungen aufgenommen. Zuvor hatte Trump der iranischen Führung wegen ihres brutalen Vorgehens gegen Massenproteste gedroht. Viele Menschen im Iran sehen die Gespräche ihrer Regierung mit den USA daher kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel und fürchten, ein Deal könne der Regierung den Rücken stärken.

Der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford der US-Marine liegt im Marinestützpunkt Souda in der Nähe der Stadt Chania auf der Insel Kreta vor Anker.  © Giannis Angelakis/AP/dpa

27. Februar, 6.09 Uhr: Iran übermittelte Entwurf für Abkommen

Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm.

Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Irans Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigt sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen.

Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Am Mittwoch übermittelte der Iran einen ersten Entwurf für ein neues Abkommen - Details des Entwurfs wurden nicht bekannt.

Über andere von den USA eingebrachte Themen will die Islamische Republik Iran nicht sprechen – darunter eine Begrenzung ihres Raketenarsenals oder ein Ende der Unterstützung militanter Gruppen wie der Hisbollah im Libanon.

25. Februar, 6.19 Uhr: Trump wirft Iran Bau von Raketen für mögliche Angriffe auf die USA vor

Die Iraner hätten "bereits Raketen entwickelt, die Europa und unsere Stützpunkte in Übersee bedrohen können, und sie arbeiten daran, Raketen zu bauen, die bald die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen werden", sagte Trump.

Mit Blick auf die Atomgespräche mit dem Iran sagte Trump, er bevorzuge eine diplomatische Lösung. Er hatte dem Land wiederholt mit einem Angriff gedroht und zwei Flugzeugträger in die Region beordert.

Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufgenommen.

Die westlichen Staaten werfen dem Iran seit Langem vor, eine Atombombe anzustreben. Teheran streitet dies ab und pocht auf sein Recht, den Atomsektor für zivile Zwecke auszubauen.

24. Februar, 21.08 Uhr: Eskalationsgefahr - Deutschland warnt Bundesbürger in Nahost

Angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran mit Folgen auch für Israel und weitere Länder in der Region hat das Auswärtige Amt Bundesbürger vor Ort zu Sicherheitsmaßnahmen aufgerufen.

Deutsche in Israel sollen sich etwa für den Fall, dass der Luftraum wegen iranischer Angriffe gesperrt wird, darauf vorbereiten, einige Zeit an ihrem Aufenthaltsort bleiben zu können.

Im Falle einer Luftraumschließung seien "die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Botschaft und das Auswärtige Amt sehr eingeschränkt", hieß es in einer Mitteilung weiter.

Bundesbürgern in Israel sollten sich auch eine App auf dem Handy installieren, die vor anstehenden Raketenangriffen warnt. Betroffene sollen sich zudem Vorräte anschaffen.

Das Auswärtige Amt warnte vor einer Verschärfung der Sicherheitslage auch in Israels Nachbarland Libanon.

Angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran mit Folgen auch für Israel und weitere Länder in der Region hat das Auswärtige Amt Bundesbürger vor Ort zu Sicherheitsmaßnahmen aufgerufen.  © Elisa Schu/dpa

23. Februar, 20.25 Uhr: US-Botschaftspersonal soll Libanon verlassen

Inmitten der Spannungen zwischen Washington und Teheran hat das US-Außenministerium einen Teil seines Botschaftspersonals in Beirut zur Ausreise aus dem Libanon aufgefordert.

"Nicht für den Notfall" benötigtes Personal sowie berechtigte Familienangehörige aus der Botschaft sollten das Land verlassen, verlautete aus dem Ministerium in der US-Hauptstadt.

Nach einer jüngsten Bewertung der Sicherheitslage sei man zum Schluss gekommen, "dass es ratsam sei, unsere Präsenz auf das wesentliche Personal zu reduzieren", hieß es von einem hochrangigen Ministeriumsbeamten. Das US-Ministerium betonte, dass eine "Kernmannschaft" einsatzbereit bleibe und die Reduzierung des Personals nur temporär sei.

23. Februar, 12.39 Uhr: Iran warnt vor Reaktion mit "voller Härte" auch auf "begrenzten" US-Angriff

Der Iran hat die USA erneut vor einem Angriff auf das Land gewarnt. Teheran würde wie jeder andere Staat auch "als Teil seines Rechts auf Selbstverteidigung mit voller Härte" auf jede Art von Angriff reagieren, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums Esmail Bakaei am Montag vor Journalisten.

Im Hinblick auf eine vorherige Äußerung von US-Präsident Donald Trump fügte er hinzu: "So etwas wie einen begrenzten Angriff gibt es meines Erachtens nicht. Ein Angriff ist ein Angriff."

Trump hatte am Freitag auf Nachfrage eines Journalisten gesagt, er erwäge einen "begrenzten" Angriff auf den Iran, wenn Teheran nicht zu einem Abkommen mit den USA bereit sei.

Marineschiffe des iranischen Militärs während einer gemeinsamen Übung mit russischen Streitkräften im Indischen Ozean.  © Masoud Nazari Mehrabi/Iranian Army/AP/dpa

23. Februar, 10.57 Uhr: Hamas-Vertreter berichten über Wahl eines neuen Anführers

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas steht nach Angaben eines ranghohen Vertreters kurz vor der Wahl eines neuen Anführers.

Zur Auswahl stünden die langjährigen Hamas-Funktionäre Chaled Meschaal und Chalil al-Hajja, teilte der Hamas-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag mit. Zuvor seien in einer internen Wahl die Besetzung des Schura-Rates mit mehr als 80 Mitgliedern und des 18-köpfigen Politbüros bestimmt worden.

Ein weiterer Hamas-Vertreter bestätigte die Entwicklungen. Einem dritten Hamas-Vertreter zufolge wird der neue Anführer die Organisation nur ein Jahr lang leiten. Der neue Kopf der Organisation wird zwischen Forderungen der USA und Israels nach einer Entwaffnung der Hamas und dem Widerstand dagegen durch ihren bewaffneten Flügel, die Essedin-al-Kassam-Brigaden, navigieren müssen.

22. Februar, 21.19 Uhr: Iran - Verhandlungen mit USA wohl Donnerstag in Genf

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat im Konflikt um das umstrittene Atomprogramm des Landes eine weitere Verhandlungsrunde mit den USA in wenigen Tagen in Aussicht gestellt.

"Ich gehe davon aus, dass wir bei unserem erneuten Treffen an diesem Donnerstag in Genf einen tragfähigen Text ausarbeiten und rasch zu einer Einigung kommen können", sagte Araghtschi dem US-Sender CBS News.

Er zeigte sich zuversichtlich, dass ein besserer Deal als das Wiener Atomabkommen von 2015 möglich sei.

Die USA haben mit ihrer verstärkten Präsenz im Nahen Osten den Druck auf den Iran massiv erhöht. Der iranische Außenminister zeigt sich mit Blick auf die Verhandlungen mit den USA nun zuversichtlich.  © Tatyana Makeyeva/Pool AFP/dpa

22. Februar, 21.18 Uhr: Iran verlangt Aufhebung westlicher Sanktionen

Die USA und Israel haben bislang vom Iran die vollständige Aufgabe seines Atomprogramms und insbesondere eine Null‑Urananreicherung gefordert.

Teheran ist jedoch lediglich bereit, den derzeitigen Anreicherungsgrad von 60 Prozent zu senken, um zu bekräftigen, dass sein Nuklearprogramm friedlichen Zwecken dient und das Land – anders als im Westen befürchtet – nicht an Atomwaffen arbeitet. Im Gegenzug verlangt der Iran die Aufhebung der westlichen Sanktionen.

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