Nahost-Konflikt: Friedensabkommen zwischen USA und Iran steht angeblich kurz bevor

Israel/Iran - Die USA und der Iran ringen weiter um eine Verhandlungslösung: Während Teheran nach eigenen Angaben einen neuen Vorschlag der USA zur Beendigung des Iran-Kriegs prüft, warnt US-Präsident Donald Trump (79) vor einem Scheitern der Gespräche und der Wiederaufnahme der Angriffe auf den Iran.

Laut US-Präsident Donald Trump (79) befinden sich die Verhandlungen zum Iran-Krieg in der "Endphase".  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

"Es steht wirklich auf des Messers Schneide", sagte Trump am Mittwoch. Israel versetzte seine Armee in "höchste Alarmbereitschaft".

Trump sagte, die Verhandlungen befänden sich in der "Endphase". Eine Einigung könne "sehr schnell" oder "in wenigen Tagen" zustande kommen, sagte der US-Präsident. Teheran müsse dafür aber "zu 100 Prozent gute Antworten" liefern.

Trump richtete zugleich neue Warnungen an Teheran. "Wenn wir nicht die richtigen Antworten bekommen, geht es sehr schnell", sagte er mit Blick auf neue Angriffe auf den Iran. "Wir sind alle bereit."

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Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei sagte, Teheran prüfe derzeit einen neuen Vorschlag mit den "Standpunkten der amerikanischen Seite".

Er bekräftigte die iranischen Bedingungen für eine Beendigung des Krieges, darunter die Freigabe eingefrorener iranischer Guthaben und ein Ende der US-Blockade der iranischen Häfen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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21. Mai, 20.55 Uhr: Iranische Medien berichten, dass Abkommen mit USA bevorstehen soll

Auf ihrem Telegram-Kanal hat die iranische Nachrichtenagentur ILNA eine Meldung des Fernsehsenders Al-Arabiya veröffentlicht.

Demnach sollen die USA und der Iran eine Einigung über einen von Pakistan vermittelten Entwurf erzielt haben. In den kommenden Stunden solle er vorgestellt werden, wie auch Investing Live berichtet. Ob sich die Gerüchte bewahrheiten, bleibt abzuwarten.

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Kann US-Präsident Donald Trump (79) bald gute Nachrichten überbringen?  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

21. Mai, 20.17 Uhr: Pistorius will sich auch künftig für Libanon engagieren

Verteidigungsminister Boris Pistorius (66) hält für die Zeit nach dem Ende des Blauhelm-Einsatzes im Libanon (Unifil) ein weiteres Engagement Deutschlands zur Stärkung der libanesischen Streitkräfte für nötig.

Die Stabilisierung Libanons bleibe "in unser aller Interesse", sagte der SPD-Politiker in einer Bundestagsdebatte zur geplanten letztmaligen Verlängerung des Mandats für den Einsatz deutscher Unifil-Soldaten.

"Der Aufbau leistungsfähiger libanesischer Streitkräfte bleibt dafür entscheidend. Wie wir uns weiter engagieren, werden wir natürlich auch vor allem hier im Deutschen Bundestag diskutieren müssen", sagte Pistorius.

Der UN-Sicherheitsrat hatte im August 2025 die Beendigung der gesamten Unifil-Mission beschlossen. Sie wurde 1978 zur Überwachung des Grenzgebiets zwischen Israel und dem Libanon gestartet. Derzeit sind noch 10.000 Soldaten beteiligt.

Nach ihrem Abzug soll die libanesische Armee die Kontrolle übernehmen. Die Bundesregierung will den Einsatz der Deutschen Marine vor der Küste des Libanon ein letztes Mal bis zum 30. Juni 2027 verlängern und bittet die Abgeordneten um Zustimmung.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (66) hält das deutsche Engagement gegenüber Libanon für äußerst wichtig,  © Bernd von Jutrczenka/dpa

21. Mai, 15.30 Uhr: Israel beendet Abschiebung Hunderter Gaza-Aktivisten

Israel hat nach Angaben des Außenministeriums Hunderte Gaza-Aktivisten ausgewiesen. In einer Erklärung auf der Plattform X hieß es, Israel dulde keinen Verstoß gegen die Seeblockade des Gazastreifens. Die Abriegelung wurde dabei als rechtmäßig bezeichnet.

Die israelischen Menschenrechtsorganisation Adalah hatte zuvor den Sicherheitsbehörden Folter, Demütigung und unrechtmäßige Haft friedlicher Aktivisten vorgeworfen.

Israel hatte die aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte Anfang der Woche in internationalen Gewässern bei Zypern gestoppt. Rund 430 Aktivisten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen.

Israel kontrolliert den Zugang zum Gazastreifen über den Seeweg seit 2007 im Rahmen von Sicherheitsmaßnahmen gegen die islamistische Terrororganisation Hamas, während Ägypten die Blockade an der südlichen Landgrenze mitvollzieht.

Nach heftiger Kritik beendete Israel die Abschiebung Hunderter Gaza-Aktivisten.  © Uncredited/Global Sumud Flotilla/AP/dpa

21. Mai, 14.46 Uhr: Israel beginnt mit Abschiebung Hunderter Gaza-Aktivisten

Israel hat mit der Abschiebung Hunderter Gaza-Aktivisten begonnen.

Alle Teilnehmer der Gaza-Hilfsflotte seien aus dem Gefängnis entlassen und würden nun außer Landes gebracht, teilte die Menschenrechtsorganisation Adalah mit.

Die Menschenrechtler warfen Israel Folter, Demütigung und unrechtmäßige Haft friedlicher Aktivisten vor. Das Nachrichtenportal "ynet" berichtete, vier Aktivisten seien bereits über den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv abgeschoben worden.

Ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir (50), das die Gaza-Aktivisten nach ihrer Festnahme in demütigender Weise zeigte, hatte zuvor international Empörung ausgelöst.

Zu sehen ist, wie der Minister mit einer Gruppe Anhängern und zwischen gefesselten Aktivisten umhergeht und eine israelische Flagge schwenkt.

Erste Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte werden in ihre Heimatländer zurückgebracht.  © Joan Mateu Parra/AP/dpa

21. Mai, 11.25 Uhr: Seeblockaden in Straße von Hormus verändern Schifffahrtswege

Die gegenseitigen Blockaden der Meerenge von Hormus verändern globale Schifffahrtsrouten. So erlebt der Handel durch den fernab liegenden Panamakanal einen Aufschwung.

Nach Angaben des internationalen Schifffahrtsverbands Bimco sind die Durchfahrten durch den Kanal dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent gestiegen. Ausschlaggebend waren vor allem Fahrten von Öl-Tankern.

Bimco aus Dänemark teilte mit, im laufenden Jahr habe es im Tagesschnitt 38 Durchfahrten gegeben. "Die tägliche Maximalkapazität des Panamakanals liegt bei etwa 36 bis 40 Durchfahrten, was bedeutet, dass er derzeit nahe seiner maximalen Kapazität betrieben wird", sagte Bimco-Analyst Filipe Gouveia.

Die Blockaden in der Straße von Hormus beleben den Handel im Panamakanal.  © -/kyodo/dpa

21. Mai, 11.23 Uhr: Erneut Hinrichtungen im Iran

Im Iran sind erneut zwei Männer hingerichtet worden. Nach Angaben des Justizportals "Misan" sollen die beiden "Mitglieder terroristischer Gruppen" gewesen sein und einen bewaffneten Aufstand organisiert haben.

Dies habe die nationale Sicherheit gefährdet. Die Hinrichtungen wurden vollstreckt, nachdem der Oberste Gerichtshof die Todesurteile bestätigt hatte.

Die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen sprach von kurdischen politischen Gefangenen.

Die Exekutionen kommen während einer Hinrichtungswelle im Iran. Derzeit werden nach den Massenprotesten im Januar, die die Führung des Landes brutal niederschlagen ließ, und in Zusammenhang mit Spionagevorwürfen viele Todesurteile vollstreckt.

21. Mai, 6.15 Uhr: Hitziges Telefonat zwischen Trump und Netanjahu

US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sind Medienberichten zufolge wegen des weiteren Vorgehens gegenüber dem Iran in einem Gespräch aneinandergeraten.

Grund dafür seien unterschiedliche Vorstellungen, wie mit einem neuen Vorschlag zur Beendigung des Iran-Kriegs umzugehen sei, berichteten das Portal "Axios" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf ungenannte Quellen.

Eine der Quellen habe "Axios" gesagt, Netanjahu sei nach dem Gespräch am Dienstag in Aufruhr gewesen, ihm habe der Kopf geraucht. Katar und Pakistan hatten demnach zusammen mit anderen Partnern einen überarbeiteten Friedensvorschlag vorgelegt, um die Differenzen zwischen den USA und dem Iran zu überbrücken.

Netanjahu steht den Verhandlungen laut den Medienberichten skeptisch gegenüber und möchte den Ende Februar gemeinsam begonnenen Krieg wieder aufnehmen, um die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen.

Trump bezeichnete Netanjahu am Mittwoch vor Journalisten als "sehr guten Mann" und sagte: "Er wird tun, was immer ich von ihm verlange".

US-Präsident Trump will im Iran einen schnellen Sieg verkünden. Israels Regierungschef Netanjahu will weiter gegen Teheran vorgehen. Nun sollen die beiden aneinandergeraten sein.  © Evan Vucci/AP/dpa

20. Mai, 22.36 Uhr: Wadephul äußert sich zu Video von Ben-Gvir

In der Kontroverse um ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir (50), das Gaza-Aktivisten in demütigender Weise zeigt, hat auch Außenminister Johann Wadephul (63) das Verhalten des Politikers als "vollkommen inakzeptabel" bezeichnet.

"Es widerspricht den Werten, für die Deutschland mit Israel gemeinsam stehen will, fundamental", sagte Wadephul der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Er sei seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar dankbar "für die klaren Worte, die er für dieses unsägliche Verhalten gefunden hat". Zuvor hatte bereits der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, ähnliche Worte der Kritik gefunden.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (63) äußerte sich kritisch gegenüber Itamar Ben-Gvir (50).  © Christophe Gateau/dpa

20. Mai, 19.20 Uhr: Ben-Gvirs Umgang mit Aktivisten "inakzeptabel"

In der Kontroverse um ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir (50) nach dem Vorgehen gegen die internationale Gaza-Hilfsflotte hat die Bundesregierung das Verhalten des Politikers dem Auswärtigen Amt zufolge kritisiert.

Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert (65), habe für die Bundesregierung unterstrichen, dass die Behandlung der festgehaltenen Aktivisten durch Minister Ben-Gvir "gänzlich inakzeptabel und inkompatibel mit den grundlegenden Werten Deutschlands und Israels ist", teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts auf Anfrage mit.

Er fügte hinzu, man begrüße ausdrücklich, dass sich der israelische Premierminister und der israelische Außenminister, genauso wie viele andere Stimmen in der israelischen Gesellschaft, klar vom Verhalten Ben-Gvirs distanziert hätten.

20. Mai, 17.43 Uhr: Türkei verurteilt die "barbarische" israelische Regierung

Die Türkei hat am Mittwoch die israelische Regierung scharf kritisiert, nachdem einer ihrer Minister ein Video veröffentlicht hatte.

Dieses zeigte gefesselte und kniende Aktivisten auf einer abgefangenen, nach Gaza unterwegs befindlichen Flottille.

Das Außenministerium in Ankara erklärte, der rechtsextreme nationale Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir (50) habe "der Welt einmal mehr die gewalttätige und barbarische Mentalität der Netanyahu-Regierung offen demonstriert".

Nun rutsche der israelische Minister Itamar Ben Gvir (50) ins Visier der Türkei.  © AFP

20. Mai, 15.51 Uhr: Kritik an Räumungsorder im Westjordanland

Die Bundesregierung hat die israelische Regierung davor gewarnt, die Menschen aus dem Beduinendorf Chan al-Ahmar in einem strategisch wichtigen Teil des Westjordanlands zu vertreiben.

Man habe die Ankündigung entsprechender Pläne von Israels Finanzminister Bezalel Smotrich (46) "mit äußerster Sorge zur Kenntnis genommen und wir lehnen diese Äußerungen entschieden ab", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin.

Vertreibungen dürfe es nicht geben. Man fordere die israelische Regierung auf, von diesen Plänen abzusehen.

Einseitige Maßnahmen als Teil einer umfassenden Intensivierung der Siedlungspolitik im Westjordanland "verstoßen gegen das Völkerrecht", kritisierte der Sprecher.

Er ergänzte: "Sie bergen auch das Risiko für noch mehr Instabilität in der Region, im Westjordanland selbst zu sorgen, und stehen einer Zweistaatenlösung erheblich im Wege."

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