Nahost-Konflikt: Iran warnt USA vor Reaktion mit "voller Härte"

Nahost - Nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat Irans Außenminister Abbas Araghtschi den USA mit einem Gegenangriff gedroht und zugleich für eine Verhandlunglösung geworben. Wie der Vermittler Oman bestätigte, soll am Donnerstag in Genf eine neue Runde indirekter Gespräche über das iranische Atomprogramm stattfinden.

Nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) den USA mit einem Gegenangriff gedroht.  © Tatyana Makeyeva/Pool AFP/dpa

"Wenn die USA uns angreifen, dann haben wir jedes Recht, uns zu verteidigen", sagte Araghtschi am Sonntag im US-Sender CBS News. Er sehe aber "gute Chancen", den Konflikt über das iranische Atomprogramm auf diplomatischem Wege zu lösen.

"Wir setzen unsere Verhandlungen fort, arbeiten an den Elementen eines Abkommens und an einer ersten Textversion", sagte der iranische Chefdiplomat in dem Interview. Wenn diese Arbeit fortgesetzt werde, sei auch ein "schneller Deal" möglich.

Omans Außenminister Badr Albusaidi erklärte, die Gespräche würden am Donnerstag in Genf "mit einem positiven Schub wieder aufgenommen, um noch einen Schritt weiter zu gehen für den Abschluss eines Deals".

Israel Krieg Nahost-Konflikt: Israels Präsident Herzog freut sich über Entscheidung zum ESC

Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufgenommen. Es waren die ersten Gespräche seit dem Zwölf-Tage-Krieg zwischen Israel und dem Iran im Juni vergangenen Jahren, bei dem die USA an der Seite Israels eingriffen und mehrere iranische Atomanlagen bombardierten.

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23. Februar, 12.39 Uhr: Iran warnt vor Reaktion mit "voller Härte" auch auf "begrenzten" US-Angriff

Der Iran hat die USA erneut vor einem Angriff auf das Land gewarnt. Teheran würde wie jeder andere Staat auch "als Teil seines Rechts auf Selbstverteidigung mit voller Härte" auf jede Art von Angriff reagieren, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums Esmail Bakaei am Montag vor Journalisten.

Im Hinblick auf eine vorherige Äußerung von US-Präsident Donald Trump fügte er hinzu: "So etwas wie einen begrenzten Angriff gibt es meines Erachtens nicht. Ein Angriff ist ein Angriff."

Trump hatte am Freitag auf Nachfrage eines Journalisten gesagt, er erwäge einen "begrenzten" Angriff auf den Iran, wenn Teheran nicht zu einem Abkommen mit den USA bereit sei.

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Marineschiffe des iranischen Militärs während einer gemeinsamen Übung mit russischen Streitkräften im Indischen Ozean.  © Masoud Nazari Mehrabi/Iranian Army/AP/dpa

23. Februar, 10.57 Uhr: Hamas-Vertreter berichten über Wahl eines neuen Anführers

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas steht nach Angaben eines ranghohen Vertreters kurz vor der Wahl eines neuen Anführers.

Zur Auswahl stünden die langjährigen Hamas-Funktionäre Chaled Meschaal und Chalil al-Hajja, teilte der Hamas-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag mit. Zuvor seien in einer internen Wahl die Besetzung des Schura-Rates mit mehr als 80 Mitgliedern und des 18-köpfigen Politbüros bestimmt worden.

Ein weiterer Hamas-Vertreter bestätigte die Entwicklungen. Einem dritten Hamas-Vertreter zufolge wird der neue Anführer die Organisation nur ein Jahr lang leiten. Der neue Kopf der Organisation wird zwischen Forderungen der USA und Israels nach einer Entwaffnung der Hamas und dem Widerstand dagegen durch ihren bewaffneten Flügel, die Essedin-al-Kassam-Brigaden, navigieren müssen.

22. Februar, 21.19 Uhr: Iran - Verhandlungen mit USA wohl Donnerstag in Genf

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat im Konflikt um das umstrittene Atomprogramm des Landes eine weitere Verhandlungsrunde mit den USA in wenigen Tagen in Aussicht gestellt.

"Ich gehe davon aus, dass wir bei unserem erneuten Treffen an diesem Donnerstag in Genf einen tragfähigen Text ausarbeiten und rasch zu einer Einigung kommen können", sagte Araghtschi dem US-Sender CBS News.

Er zeigte sich zuversichtlich, dass ein besserer Deal als das Wiener Atomabkommen von 2015 möglich sei.

Die USA haben mit ihrer verstärkten Präsenz im Nahen Osten den Druck auf den Iran massiv erhöht. Der iranische Außenminister zeigt sich mit Blick auf die Verhandlungen mit den USA nun zuversichtlich.  © Tatyana Makeyeva/Pool AFP/dpa

22. Februar, 21.18 Uhr: Iran verlangt Aufhebung westlicher Sanktionen

Die USA und Israel haben bislang vom Iran die vollständige Aufgabe seines Atomprogramms und insbesondere eine Null‑Urananreicherung gefordert.

Teheran ist jedoch lediglich bereit, den derzeitigen Anreicherungsgrad von 60 Prozent zu senken, um zu bekräftigen, dass sein Nuklearprogramm friedlichen Zwecken dient und das Land – anders als im Westen befürchtet – nicht an Atomwaffen arbeitet. Im Gegenzug verlangt der Iran die Aufhebung der westlichen Sanktionen.

22. Februar, 7.21 Uhr: US-Botschafter erzürnt arabische Welt mit Israel-These

Arabische und muslimische Staaten haben empört auf Aussagen des US-Botschafters in Israel, Mike Huckabee, reagiert, wonach der jüdische Staat ein biblisches Recht auf weite Teile des Nahen Ostens habe.

In einem Interview hatte ihn der rechte Online-Kommentator Tucker Carlson gefragt, ob Israel gemäß wörtlicher Auslegung der Bibel das Recht habe, große Teile des heutigen Nahen Ostens zu beanspruchen. Huckabee antwortete: "Es wäre in Ordnung, wenn sie alles nähmen." Kurz darauf ruderte er zurück und sagte, Carlsons Frage sei irrelevant, da Israel keine solchen Absichten habe. Israel habe das Recht, in dem Land zu leben, das es derzeit besitze, sagte er.

In einer vom saudischen Außenministerium auf der Plattform X veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme verurteilten die Außenministerien mehrerer arabischer und muslimischer Staaten zusammen mit der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), der Arabischen Liga und dem Golf-Kooperationsrat die Äußerungen des US-Botschafters "auf das Schärfste".

Sie äußerten ihre "tiefe Besorgnis" darüber. Huckabees "gefährliche und hetzerische Äußerungen" stellten einen "eklatanten Verstoß" gegen die Grundsätze des Völkerrechts und die Charta der Vereinten Nationen dar.

Arabische und muslimische Staaten haben empört auf Aussagen des US-Botschafters in Israel, Mike Huckabee (70), reagiert.  © Daniel Torok/White House/dpa

21. Februar, 22.27 Uhr: Neue Proteste an iranischer Elite-Universität

Mit Beginn des neuen Semesters im Iran sind an einer renommierten Universität neue Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem ausgebrochen.

An der Scharif-Universität für Technologie in der Hauptstadt Teheran riefen Studierende Protestslogans, wie Aktivisten in den sozialen Medien berichteten. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit den paramilitärischen Basidsch-Einheiten, wie es in dem Bericht des studentischen Newsletters "Amirkabir" hieß. Weitere Proteste gab es demnach auch von Medizinstudenten in der nordöstlichen Millionenmetropole Maschhad.

Anfang Januar wurden Proteste im Iran brutal niedergeschlagen. An einer berühmten Universität kommt es mit Beginn des neuen Semesters zu neuen Zusammenstößen. (Archivbild)  © Rouzbeh Fouladi/ZUMA Wire/dpa

21. Februar, 15.14 Uhr: Libanon - Israels Angriffe untergraben Stabilisierungsbemühungen

Libanons Präsident Joseph Aoun hat Israel nach den jüngsten tödlichen Angriffen auf Stellungen der Hisbollah vorgeworfen, die diplomatischen Bemühungen zur Stabilisierung seines Landes zu untergraben.

Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium kamen bei den Angriffen im Libanon am Freitagabend zehn Menschen ums Leben. Demnach wurden 24 weitere verletzt, darunter drei Kinder. Die Schiitenmiliz Hisbollah teilte mit, unter den Toten seien acht ihrer Mitglieder und eine Hausangestellte aus Äthiopien.

Israels Armee teilte am Morgen mit, sie habe mehrere Mitglieder der Hisbollah getötet, die für Raketenbeschuss zuständig gewesen seien. Demnach soll die vom Iran unterstützte Organisation zuletzt Raketenangriffe auf Israel geplant haben. Die Hisbollah-Mitglieder seien in Kommandozentralen der Miliz im Osten des Nachbarlandes getroffen worden.

21. Februar, 8.15 Uhr: Nach Protesten im Iran drohen laut Amnesty 30 Todesstrafen

Mindestens 30 Menschen im Iran droht im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten laut Informationen von Amnesty International die Todesstrafe.

In acht Fällen sei bereits ein Urteil gesprochen worden, berichtete die bekannte Menschenrechtsorganisation. Unter den 22 weiteren vor Gericht verhandelten Fällen seien zwei Männer noch minderjährig, berichtete Amnesty weiter. Die iranische Justiz hat bislang offiziell kein Todesurteil verkündet.

Amnesty wirft der iranischen Führung vor, mit den Todesurteilen und deren möglichen Vollstreckung die Protestbewegung brechen zu wollen.

"Indem sie die Todesstrafe als Waffe einsetzen, versuchen sie, Angst zu schüren und den Geist einer Bevölkerung zu brechen, die grundlegende Veränderungen fordert", sagte Diana Eltahawy, stellvertretende Regionaldirektorin für den Nahen Osten.

Irans Oberster Richter Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi.  © Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpa

21. Februar, 6 Uhr: Zweiter US-Flugzeugträger im Mittelmeer eingetroffen

Vor dem Hintergrund der militärischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran hat ein zweiter US-Flugzeugträger das Mittelmeer erreicht.

Von Gibraltar aus war am Freitag zu sehen, wie die "USS Gerald R. Ford" - der größte Flugzeugträger der Welt - die Straße von Gilbraltar passierte, die Meerenge zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer. Trump hatte zuvor bereits den Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" entsandt, er ist seit Ende Januar in der Nahost-Region.

Mit Blick auf die Atomverhandlungen mit Teheran hatte Trump zuvor erklärt, er erwäge einen "begrenzten Militärschlag" auf den Iran, falls es zu keiner Einigung kommen sollte. Zuvor hatte er Teheran eine Frist bis Anfang März gesetzt.

20. Februar, 22.21 Uhr: Tote bei israelischem Angriff auf Hisbollah-Ziele im Libanon

Bei israelischen Luftangriffen im Osten des Libanon sind einem libanesischen Bericht zufolge sechs Menschen getötet und 25 weitere verletzt worden.

Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete insgesamt sechs Luftangriffe auf Gebäude, unter anderem nahe der Stadt Baalbek. Israels Armee bestätigte Angriffe in der Gegend und erklärte, Ziel seien Kommandozentralen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz gewesen.

Unter den Getöteten ist ein hochrangiger Hisbollah-Kommandeur, wie es aus Sicherheitskreisen im Libanon hieß. Zur Identität der anderen Opfer war zunächst nichts bekannt.

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