Nahost-Konflikt: Iranischer Angriff auf Kriegsschiff? USA dementieren
Israel/Iran - Die USA wollen eine Initiative starten, um Schiffen zu helfen, die wegen der Blockade der Straße von Hormus feststecken. Der Iran verbittet sich jedoch jede Einmischung.
Für den Fall etwaiger Behinderungen der Initiative "Projekt Freiheit" drohte US-Präsident Donald Trump (79) auf seiner Plattform Truth Social, dagegen mit Härte vorzugehen.
Viele Details zum Ablauf der Initiative, die am Vormittag (Ortszeit Nahost) beginnen sollte, ließ Trump jedoch offen. Der Iran warnte die USA umgehend vor Aktionen in der strategisch wichtigen Meerenge.
Vor dem Krieg hatten Tanker etwa ein Fünftel der weltweit gehandelten Menge an Öl- und Flüssiggas durch die Straße von Hormus transportiert.
Der Iran kontrolliert die Meerenge seit Kriegsbeginn und hat den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen praktisch zum Erliegen gebracht. Die USA wiederum haben ihrerseits eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.
Aktuell gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe, doch bei den diplomatischen Bemühungen ist bislang kein Durchbruch in Sicht.
Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.
4. Mai, 13.35 Uhr: US-Kriegsschiff von Raketen getroffen?
Die USA dementieren, dass die iranischen Streitkräfte ein US-Kriegsschiff angegriffen haben.
Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte auf X mit, Berichte iranischer Medien, dass ein Schiff von zwei Raketen getroffen worden sei, seien falsch.
Zuvor hatten iranische Nachrichtenagenturen mit Verbindung zu den mächtigen Revolutionsgarden über einen solchen Angriff berichtet. Berichtet wurde auch, dass US-Militärschiffe daran gehindert wurden, durch die Straße von Hormus zu fahren. Zu diesem angeblichen Vorfall äußerten sich die US-Streitkräfte zunächst nicht.
Nach Verkündung des Starts einer neuen US-Initiative, die die wichtige Meerenge für die Schifffahrt freimachen soll, hatte der Iran mehrere Warnungen ausgesprochen. Schiffe, die ohne Absprache mit dem Iran die Straße von Hormus befahren, könnten angegriffen werden, sagte der Kommandeur der zentralen Militärführung, Ali Abdollahi Aliabadi, laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.
4. Mai, 11 Uhr: Fünf weitere Menschen im Iran hingerichtet
Im Iran sind fünf weitere Menschen in kurzer Folge hingerichtet worden.
Drei Männer seien am frühen Morgen im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar hingerichtet worden, berichtete die mit der iranischen Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Den Männern werde vorgeworfen, in der Stadt Maschad im Nordosten des Landes, an Protesten teilgenommen und an einer Verschwörung mit Verbindungen zu Israel beteiligt gewesen zu sein.
Erst am Samstag hatte der Iran zwei Männer hingerichtet. Der oberste Gerichtshof habe die Todesurteile wegen der Spionage für Israel und Kooperation mit dem israelischen Geheimdienst bestätigt, hieß es ebenfalls bei Misan. Die Männer hätten demnach vertrauliche Informationen weitergegeben.
4. Mai, 9.46 Uhr: Macron lehnt Beteiligung an Trumps Hormus-Mission ab
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Hilfe für in der Straße von Hormus feststeckende Schiffe begrüßt, eine französische Beteiligung aber ausgeschlossen.
"Wir werden uns nicht an irgendwelchen gewaltsamen Operationen beteiligen, zumal mir der Rahmen dafür nicht klar erscheint", sagte Macron bei einem Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) im armenischen Eriwan. "Ich weiß nicht, um welche Initiative es sich handelt."
Macron verwies auf das unter Führung Frankreichs und Großbritanniens geschmiedete internationale Bündnis für einen neutralen Marineeinsatz in der Meerenge nach einem Ende der Kampfhandlungen.
4. Mai, 6.27 Uhr: Neuer Angriff auf Schiff in Straße von Hormus
In der Straße von Hormus ist erneut ein Schiff angegriffen worden.
Ein Tanker sei von "unbekannten Projektilen" getroffen worden, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) auf der Plattform X mit.
Der Vorfall ereignete sich demnach am Sonntagabend in der strategisch bedeutenden Meerenge, rund 145 Kilometer nördlich von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Besatzung sei in Sicherheit und es seien keine Auswirkungen auf die Umwelt gemeldet worden.
4. Mai, 3 Uhr: Iran warnt USA vor Aktionen in der Straße von Hormus
Der Iran hat die USA vor Aktionen in der Straße von Hormus gewarnt.
Jede amerikanische Einmischung in der Meerenge werde als Verstoß gegen die Waffenruhe betrachtet, schrieb der Leiter der Sicherheitskommission im Parlament, Ebrahim Azizi, auf der Plattform X. Die Straße von Hormus und der Persische Golf würden nicht durch "Trumps wahnhafte Beiträge gesteuert".
Zuvor hatte US-Präsident Trump angekündigt, ab diesem Montag eine Initiative "Projekt Feriheit" zu starten, um Schiffen zu helfen, die wegen der Blockade der Straße von Hormus feststecken. Für den Fall etwaiger Behinderungen der Initiative drohte Trump, dagegen mit Härte vorzugehen.
Titelfoto: Vahid Salemi/AP/dpa
