Nahost-Konflikt: US-Delegation will am Samstag mit Iran Gespräche führen - in Pakistan

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Iran - Heftige Angriffe Israels im Libanon, neuer Beschuss aus dem Iran auf Länder in der Region und ein erneuter Stopp für die Schifffahrt in der Straße von Hormus könnten die Waffenruhe im Iran-Krieg gefährden.

US-Präsident Donald Trump (79) will die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen.
US-Präsident Donald Trump (79) will die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen.  © Alex Brandon/AP/dpa

Der Iran erwägt nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars wegen der israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon, aus der vereinbarten zweiwöchigen Feuerpause mit den USA auszusteigen.

Aus Protest gegen die Angriffe auf die verbündete Miliz stoppte der Iran den Angaben von Fars zufolge auch den Schiffsverkehr durch die für den Öl- und Gashandel wichtige Meerenge wieder. Diese Blockade widerspricht der Vereinbarung mit den USA.

Die israelische Armee griff den Libanon massiv an und sprach selbst vom "größten koordinierten Angriff" gegen militärische Infrastruktur der Hisbollah seit dem Wiederaufflammen des Konflikts mit der Miliz Anfang März. Aus Sicht der iranischen Führung verstößt Israel mit den Angriffen gegen die Vereinbarung. Pakistans Premier, Shehbaz Sharif, schrieb auf X, die Feuerpause gelte ausdrücklich auch für den Libanon.

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Israels Premier Benjamin Netanjahu (76) widersprach und betonte, der Waffenstillstand beziehe sich nur auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran – nicht aber auf den Einsatz gegen die Hisbollah. Israel wirft dem Iran vor, nach Inkrafttreten der Feuerpause seine Angriffe auf das Land fortgesetzt zu haben.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

8. April, 22.01 Uhr: Irans Parlamentspräsident nennt Waffenruhe-Verhandlungen mit den USA "unsinnig"

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64) hat das Waffenruhe-Abkommen und weitere Verhandlungen mit den USA als "unsinnig" bezeichnet. Als Grund nannte er beim Onlinedienst X am Mittwoch Verstöße der USA und Israels gegen den iranischen Zehn-Punkte-Plan, mit dem die Führung in Teheran in die Gespräche gegangen war.

Konkret führte Ghalibaf die fortdauernden israelischen Angriffe im Libanon, das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum am Mittwoch und den Widerstand Washingtons gegen das Recht des Iran auf die Anreicherung von Uran.

"Das tiefe historische Misstrauen, das wir den Vereinigten Staaten gegenüber hegen, rührt von ihren wiederholten Verstößen gegen alle Arten von Verpflichtungen her - ein Muster, das sich leider noch einmal wiederholt hat", führte Ghalibaf aus. "In einer solchen Situation sind eine bilaterale Waffenruhe oder Verhandlungen unsinnig".

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64) hält nichts von Verhandlungen mit den USA.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64) hält nichts von Verhandlungen mit den USA.  © Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa

8. April, 20.27 Uhr: Iran verlangt von USA klare Positionierung

Der Iran macht mit Verweis auf die Waffenruhe-Vereinbarung Druck auf die USA, Israel zur Einstellung der Angriffe im Libanon zu bewegen.

"Die Bedingungen für die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA sind klar und eindeutig: Die USA müssen sich entscheiden - entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben", schrieb Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X.

8. April, 20.25 Uhr: Netanjahu zur Iran-Waffenruhe - Finger bleibt am Abzug

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) hat betont, die Waffenruhe im Iran-Krieg sei "nicht das Ende des Kampfes". Es sei vielmehr eine "Station auf dem Weg zum Erreichen aller unserer Ziele", sagte Netanjahu in einer Ansprache.

Im Krieg mit dem Iran habe der Staat Israel "enorme Erfolge erzielt - Erfolge, die bis vor kurzem völlig unrealistisch schienen", sagte Netanjahu. "Der Iran ist schwächer als je zuvor, Israel ist stärker als je zuvor."

Gleichzeitig sagte der Premier, Israel habe "noch Ziele zu erreichen, und wir werden dies tun". Dies könne entweder durch eine Einigung oder eine Wiederaufnahme der Kämpfe geschehen. "Wir sind bereit, jederzeit die Kämpfe wieder aufzunehmen.", sagte der Regierungschef. Man habe weiter den "Finger am Abzug".

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) wetzt weiter die Messer.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) wetzt weiter die Messer.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

8. April, 20.10 Uhr: US-Delegation will am Samstag mit Iran Gespräche führen - in Pakistan

Nach der Vereinbarung einer Waffenruhe im Iran-Krieg sollen dem Weißen Haus zufolge am Samstag direkte Verhandlungen mit dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfinden.

US-Präsident Donald Trump (79) entsende dafür eine Delegation um Vizepräsident JD Vance (41), den Sondergesandten Steve Witkoff (69) sowie Jared Kushner (45), sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt in Washington. Erste Gespräche sollen demnach am Samstagmorgen (Ortszeit) stattfinden. In Pakistan ist es drei Stunden später als in Deutschland.

Vizepräsident JD Vance (41) soll an den Gesprächen teilnehmen.
Vizepräsident JD Vance (41) soll an den Gesprächen teilnehmen.  © Beata Zawrzel/ZUMA Press Wire/dpa

8. April, 19.27 Uhr: Israelische Armee meldet Angriff auf Hisbollah-Kommandeur in Beirut

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei einem Angriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut einen Kommandeur der pro-iranischen Hisbollah angegriffen. "Die IDF haben vor kurzem einen Hisbollah-Kommandeur in Beirut getroffen", teilte die israelische Armee am Mittwoch mit, ohne nähere Angaben zu dem Kommandeur zu machen.

Kurz zuvor hatte die staatliche libanesische Nachrichtenagentur ANI gemeldet, dass Israel erneut die Hauptstadt Beirut attackiert und ein Wohngebiet angegriffen habe. "Ein feindlicher Angriff hatte Tallet al-Chajjat in Beirut zum Ziel", meldete die Agentur. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten Explosionen im nahegelegenen Gebiet Hamra.

Die radikalislamische Hisbollah erklärte unterdessen, sie habe das "Recht", auf die israelische Angriffswelle zu reagieren, bei der am Mittwoch mindestens 112 Menschen getötet und 837 weitere verletzt wurden.

Sidon: Rettungskräfte versammeln sich vor einem zerstörten religiösen Komplex, der bei einem israelischen Luftangriff in der südlichen Hafenstadt Sidon getroffen wurde.
Sidon: Rettungskräfte versammeln sich vor einem zerstörten religiösen Komplex, der bei einem israelischen Luftangriff in der südlichen Hafenstadt Sidon getroffen wurde.  © Mohammed Zaatari/AP/dpa

8. April, 18.48 Uhr: Trump - Führen zeitnah direkte Gespräche mit dem Iran

Nach der vereinbarten Waffenruhe im Iran-Krieg soll die US-Seite nach dem Willen von Präsident Donald Trump zeitnah direkte Verhandlungen mit Teheran führen.

"Es wird schon sehr bald dazu kommen", zitiert die "New York Post" aus einem Telefoninterview. Auf US-Seite seien Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sowie der Sondergesandte Steve Witkoff dabei sowie möglicherweise Vizepräsident JD Vance.

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif hatte zuvor Delegationen der USA und des Iran für weitere Gespräche am Freitag in die Hauptstadt Islamabad eingeladen, wo sie über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts beraten sollen.

8. April, 18.22 Uhr: Waffenruhe im Iran-Krieg gilt laut Trump nicht für den Libanon

US-Präsident Donald Trump (79) hat israelische Angaben bestätigt, wonach die Waffenruhe im Iran-Krieg nicht für den Libanon gilt. Grund sei die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon, sagte Trump dem Sender PBS.

Auf die Frage, ob er mit den anhaltenden israelischen Angriffen auf die Hisbollah einverstanden sei, antwortete Trump nach Angaben von PBS-Reporterin Liz Landers, das sei "Teil der Einigung" und werde später geregelt.

Deutschland, andere europäische Staaten und Kanada hatten dazu aufgerufen, die Waffenruhe "auch im Libanon" umzusetzen.

8. April, 18 Uhr: Experten rechnen trotz Iran-Waffenruhe noch monatelang mit wirtschaftlichen Folgen

Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges gegen den Iran werden voraussichtlich noch monatelang zu spüren sein. Der Chef der Internationalen Energie-Agentur, Fatih Birol (68), sprach von "vielen Monaten, wenn nicht Jahren", die eine Normalisierung dauern werde. Energieanalysten hoben die Lage bei Flüssigerdgas (LNG) hervor: Viele Produktionsanlagen in Nahost seien beschädigt. Der Reeder Hapag-Lloyd, kündigte an, die Straße von Hormus vorerst weiter zu meiden.

"Es wird Zeit brauchen, die stillgelegten Anlagen sicher wieder in Betrieb zu nehmen", sagte IEA-Chef Birol der Süddeutschen Zeitung. "Auch die Tanker, die die Golfregion verlassen, benötigen Zeit, um ihre Zielmärkte zu erreichen. Für Südasien dauert dies nur wenige Tage, für weiter entfernte Märkte in Asien und Europa jedoch mehrere Wochen."

Auf niedrige Tankpreise braucht man in naher Zukunft wohl nicht zu hoffen.
Auf niedrige Tankpreise braucht man in naher Zukunft wohl nicht zu hoffen.  © Sebastian Kahnert/dpa

8. April, 17.39 Uhr: Katar meldet Beschuss aus dem Iran mit Raketen und Drohnen

Ungeachtet einer Waffenruhe hat der Iran seine Angriffe auf Katar fortgesetzt. Das Verteidigungsministerium des Golfstaats teilte mit, das Land sei heute mit sieben ballistischen Raketen und mehreren Drohnen aus dem Iran angegriffen worden. Die katarische Armee habe alle Raketen und Drohnen erfolgreich abgefangen.

Auch die Golfstaaten Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten selbst nach Verkündung einer Waffenruhe neuen Beschuss aus dem Iran gemeldet.

Katars Außenamtssprecher Madschid al-Ansari hatte die Verkündung einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran in der Nacht als "ersten Schritt zur Deeskalation" begrüßt. Er bekräftigte in einem Post auf der Plattform X "die Notwendigkeit, darauf dringend aufzubauen, um eine Ausweitung der Spannungen in der Region zu verhindern".

Katar ist erneut Opfer von Iran-Angriffen geworden.
Katar ist erneut Opfer von Iran-Angriffen geworden.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

8. April, 17.05 Uhr: Iran droht mit Ausstieg aus Waffenruhe

Der Iran erwägt nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, aus der vereinbarten zweiwöchige Feuerpause mit den USA auszusteigen.

Hintergrund seien die anhaltenden israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon, berichtet Fars unter Berufung auf eine informierte Quelle. Die Hisbollah gilt als wichtigster Verbündeter Irans in der Region.

Zugleich drohte ein anonymer Militärvertreter laut Nachrichtenagentur Fars Israel mit weiteren Angriffen, falls die Angriffe gegen die Hisbollah weitergingen.

Nach Einschätzung der iranischen Führung verstößt Israel gegen die mit den USA abgestimmte Waffenruhe.

Titelfoto: Beata Zawrzel/ZUMA Press Wire/dpa

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