Nahost-Konflikt: Israel attackiert erstmals seit Waffenruhe Beiruter Vorort

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Israel/Iran - US-Präsident Donald Trump (79) dringt im Konflikt mit dem Iran auf einen diplomatischen Durchbruch – und fährt dabei einen Schlingerkurs.

US-Präsident Trump setzt den Einsatz in der Straße von Hormus überraschend nach nur einem Tag wieder aus.
US-Präsident Trump setzt den Einsatz in der Straße von Hormus überraschend nach nur einem Tag wieder aus.  © Matt Rourke/AP/dpa

Erst kündigte er am Dienstagabend (Ortszeit Washington) in einem Schritt zur Deeskalation überraschend an, den am Montag begonnenen US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus "für kurze Zeit" auszusetzen.

Während des Stopps von "Projekt Freiheit" solle geprüft werden, ob ein Abkommen mit dem Iran abgeschlossen und unterzeichnet werden könne. Es habe "große Fortschritte" für ein "umfassendes und abschließendes" Abkommen gegeben.

Wenig später, in einem weiteren Post vom Mittwochmorgen (Ortszeit US-Ostküste) drohte Trump dem Iran aber erneut mit Militärschlägen, falls dieser US-Vorschlägen nicht zustimme.

Nahost-Konflikt: Rubio warnt vor iranischen Mautplänen für Straße von Hormus
Israel Krieg Nahost-Konflikt: Rubio warnt vor iranischen Mautplänen für Straße von Hormus

Nach gegenseitigen Angriffen in der Straße von Hormus seit Montag waren Befürchtungen gewachsen, die seit rund einem Monat geltende und von Trump zuletzt einseitig auf unbestimmte Zeit verlängerte Waffenruhe könnte scheitern.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

6. Mai: 19.45 Uhr: USA zielen laut Irans Parlamentspräsident auf "Kapitulation" Teherans

Die USA wollen den Iran nach den Worten des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf (64) durch verschiedene Methoden zum Aufgeben bewegen.

"Der Feind versucht in seiner neuen Strategie, durch eine Seeblockade, wirtschaftlichen Druck und Medienmanipulation den Zusammenhalt des Landes zu zerstören, um uns zur Kapitulation zu zwingen", sagte Ghalibaf in einer am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Botschaft.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64) will sich nicht so leicht geschlagen geben.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64) will sich nicht so leicht geschlagen geben.  © Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa

6. Mai: 19.41 Uhr: Israel attackiert erstmals seit Waffenruhe Beiruter Vorort

Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor drei Wochen hat die israelische Luftwaffe wieder in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen.

Ziel sei ein Kommandeur der Radwan-Einheit der libansischen Hisbollah-Miliz gewesen, hieß es in einer Mitteilung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (76) und des Verteidigungsministers Israel Katz. Man habe ihn dabei "eliminieren" wollen.

Ein Porträt des getöteten iranischen Führers Ajatollah Chamenei ist auf einem Gebäude angebracht, das bei früheren israelischen Luftangriffen in einem südlichen Vorort von Beirut zerstört wurde.
Ein Porträt des getöteten iranischen Führers Ajatollah Chamenei ist auf einem Gebäude angebracht, das bei früheren israelischen Luftangriffen in einem südlichen Vorort von Beirut zerstört wurde.  © Bilal Hussein/AP/dpa

6. Mai: 18.02 Uhr: Libanons Premier sieht Treffen mit Netanjahu als verfrüht an

Libanons Regierung sieht aktuell ein Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) als verfrüht an.

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam (72) sagte vor Reportern, Gespräche auf hoher Ebene mit Israel seien verfrüht und erforderten umfassende Vorbereitungen. Der Libanon strebe keine Normalisierung der Beziehungen zu Israel an, sondern Frieden.

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam (72) strebt Frieden an.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam (72) strebt Frieden an.  © Markus Lenhardt/dpa

6. Mai: 17.51 Uhr: Vier Tote bei israelischen Angriffen auf Hisbollah-Ziele im Libanon

Bei israelischen Angriffen auf Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon sind den Behörden zufolge in der östlichen Region Bekaa mindestens vier Menschen getötet worden. Eines der Ziele sei die dort gelegene Stadt Sellaja gewesen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die staatliche Nachrichtenagentur ANI berichtete, der Angriff habe das Haus des Bürgermeisters getroffen, der wie drei Mitglieder seiner Familie getötet worden sei.

Die israelische Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit neuen Angriffen auf Hisbollah-Ziele in mehreren Regionen des Libanon begonnen habe. Dabei werde die "Terrorinfrastruktur der Hisbollah" attackiert, erklärte die Armee.

6. Mai: 17.48 Uhr: Französischer Flugzeugträger bringt sich für Hormus-Einsatz in Stellung

Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle ist am Mittwoch durch den Suezkanal gefahren, um sich für einen möglichen Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus in Stellung zu bringen.

"Es soll zeigen, dass wir nicht nur bereit sind, die Straße von Hormus abzusichern, sondern auch fähig", erklärte das französische Präsidialamt. Der Flugzeugträger sei auf dem Weg ins südliche Rote Meer, um die Zeit für einen Einsatz zu verkürzen, "sobald die Umstände dies erlauben", fügte das französische Verteidigungsministerium hinzu.

6. Mai: 17.12 Uhr: US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" verlässt Mittelmeer in Richtung Heimathafen

Der aus dem Iran-Krieg abgezogene US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" hat das Mittelmeer nach Angaben der Website MarineTraffic und laut Augenzeugenberichten über die Straße von Gibraltar verlassen.

Bilder in Onlinenetzwerken vom Mittwoch zeigten, wie der weltweit größte Flugzeugträger mit Dutzenden Kampfjets an Bord die Meerenge in Richtung Westen durchquerte. Das Schiff hatte die Golfregion vergangene Woche verlassen, nachdem es zuvor an Militäreinsätzen gegen den Iran beteiligt war.

6. Mai: 17.09 Uhr: Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte vorerst weiter in Gewahrsam - UNO fordert Freilassung

Zwei Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte sind vor einem israelischen Berufungsgericht damit gescheitert, ihre Freilassung aus dem verlängerten Gewahrsam zu erreichen.

Das Bezirksgericht in Beersheba habe die Entscheidung der unteren Instanz bestätigt, wonach der Spanier Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Ávila bis Sonntag festgehalten werden dürften, sagte ihr Anwalt am Mittwoch. Die UNO hatte Israel aufgefordert, die beiden Männer "unverzüglich und bedingungslos" freizulassen.

6. Mai: 15.56 Uhr: Iran prüft neuen US-Verhandlungsvorschlag

Inmitten neuer Drohungen von US-Präsident Donald Trump (79) prüft der Iran einen neuen US-Verhandlungsvorschlag. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte der iranischen Nachrichtenagentur Isna, nach Prüfung des Vorschlages werde der Iran seine Position dazu an den Vermittlerstaat Pakistan übermitteln. Über Inhalte des Vorschlages machte Baghai demnach keine Angaben.

Indes wies Baghai einen US-Medienbericht der Nachrichtenwebseite "Axios" über einen möglicherweise bevorstehendes Abkommen zwischen den Kriegsparteien als überzogen zurück.

Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai dämpft die Erwartungen.
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai dämpft die Erwartungen.  © Shadati/XinHua/dpa

6. Mai: 10.50 Uhr: Schiff französischer Reederei in Hormus-Meerenge angegriffen

Ein Schiff der französischen Reederei CMA CGM ist in der Straße von Hormus angegriffen worden.

Mitglieder der Crew wurden verletzt und evakuiert, teilte das Unternehmen mit Sitz in Marseille mit. Der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter "San Antonio" wurde bei dem Angriff am Dienstag demnach beschädigt.

Nähere Details zu dem Angriff während der Durchfahrt der Meeresenge nannte die Reederei nicht - auch nicht zur Frage, wer dafür verantwortlich war. Auch zum Zustand der Verletzten gab das Unternehmen keine Auskunft.

Ein europäischer Frachter ist in der Straße von Hormus angegriffen worden.
Ein europäischer Frachter ist in der Straße von Hormus angegriffen worden.  © Boris Horvat/AFP/dpa

6. Mai, 10.48 Uhr: Weitere Tote bei israelischen Angriffen im Libanon

Trotz einer geltenden Waffenruhe greifen Israel und die Hisbollah-Miliz im Libanon sich weiterhin gegenseitig an.

Israel griff mit Kampfflugzeugen und Drohnen im südlichen Libanon an, wie NNA berichtete. Der Ort Maifadun sei dabei auch mit Artillerie beschossen worden. Dabei habe es zwei Tote gegeben. Auch in der Bekaa-Ebene im Osten meldete die NNA zwei Tote nach einem israelischen Luftangriff.

Israel müsse wegen Verstößen der Hisbollah gegen die Waffenruhe "energisch" gegen die Miliz vorgehen, erklärte ein israelischer Armeesprecher. In den vergangenen 24 Stunden seien rund 25 Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah ins Visier genommen worden, darunter Waffenlager.

Die Hisbollah teilte in der Nacht mit, sie habe im Süden des Landes israelische Soldaten mit einer Drohne und eine neue Stellung der Bodentruppen mit Raketen angegriffen.

Titelfoto: Bilal Hussein/AP/dpa

Mehr zum Thema Israel Krieg: