Nahost-Konflikt: Israel muss laut UNO Maßnahmen zur Verhinderung eines Völkermords in Gaza ergreifen

Israel/Iran - US-Präsident Donald Trump (79) droht mit einer Wiederaufnahme des Krieges gegen den Iran. "Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben", schrieb er auf der Plattform Truth Social. "DIE ZEIT DRÄNGT!"

US-Präsident Donald Trump (79) scheint nicht zu Scherzen aufgelegt. Er drohte dem Iran mit erneutem Krieg.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

Der US-Verbündete Israel stellt sich bereits auf einen möglichen Neubeginn der gemeinsamen Angriffe im Iran ein.

Ein iranischer Militärsprecher warnte laut Nachrichtenagentur Tasnim, jede neue "Torheit" der USA werde "noch vernichtendere und schwerere Schläge" zur Folge haben.

Das US-Nachrichtenportal "Axios" zitierte Trump nach einem Telefoninterview mit der Aussage, dass der Iran "viel härter" als zuvor getroffen werde, sollte die Führung des Landes in den Bemühungen um ein Kriegsende keinen besseren Vorschlag vorlegen.

Israel Krieg Ex-"Tagesschau"-Sprecher prangert Desinteresse am Iran an: "Wirklich tragisch"

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

18. Mai, 18.42 Uhr: Laut Libanon bisher mehr als 3000 Tote und knapp 10.000 Verletzte

Im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah sind im Libanon nach Behördenangaben bisher mehr als 3000 Menschen getötet worden.

Das Gesundheitsministerium in Beirut meldete, dass seit Ausbruch der jüngsten Eskalation Anfang März 3020 Menschen getötet und 9273 weitere Personen verletzt wurden. Das Ministerium unterscheidet bei seiner Zählung nicht zwischen Zivilisten und Mitgliedern der proiranischen Hisbollah-Miliz.

Anzeige
Ein Libanese spritzt mit einem Schlauch eine Straße vor den zerstörten Gebäuden ab, die von israelischen Luftangriffen in der südlichen Hafenstadt Tyrus getroffen wurden.  © Marwan Naamani/dpa

18. Mai, 17.36 Uhr: Israel muss laut UNO Maßnahmen zur Verhinderung eines Völkermords in Gaza ergreifen

Die Vereinten Nationen haben Israel aufgerufen, Maßnahmen zur Verhinderung eines Völkermords im Gazastreifen zu ergreifen. Israels militärisches Vorgehen in dem Palästinensergebiet seit Oktober 2023 beinhalte "grobe Verstöße" gegen das Völkerrecht, erklärte das UN-Menschenrechtsbüro in einem am Montag veröffentlichten Bericht. In vielen Fällen seien "Kriegsverbrechen und andere Gräueltaten" begangen worden.

Israel müsse "mit sofortiger Wirkung sicherstellen, dass sein Militär keine Völkermordhandlungen begeht", forderte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk in dem Bericht. Zudem sollten Maßnahmen ergriffen werden, um "die Anstiftung zum Völkermord zu verhindern und zu bestrafen". Israel weist den Vorwurf eines Völkermords entschieden zurück.

Annalena Baerbock (45) ist derzeit die Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen.  © Lev Radin/ZUMA Press Wire/dpa

18. Mai, 15.37 Uhr: Netanjahu verurteilt "böswilligen Plan" der Gaza-Aktivisten

Israel hat abermals eine Hilfsflotte für den Gazastreifen abgefangen.

Die israelischen Streitkräfte hätten "einen böswilligen Plan" vereitelt, um die gegen die "Hamas-Terroristen in Gaza" gerichtete Blockade zu durchbrechen, erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) am Montag.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) sieht die Dinge etwas anders.  © Alex Brandon/AP/dpa

18. Mai, 13.47 Uhr: Iran gründet Kontroll-Behörde für Schifffahrt in Straße von Hormus

Die "Behörde für die Straße des Persischen Golfs" (PGSA) verfüge über einen offiziellen Account, über den sie "Echtzeit-Updates zu den Operationen" in der Meerenge bereitstellen werde, erklärten Nationaler Sicherheitsrat und Marine.

Das Fachblatt "Lloyd's List" hatte Anfang Mai berichtet, die Behörde werde dafür zuständig sein, Durchfahrtsgenehmigungen zu erteilten und Mautgebühren zu erheben.

Schiffe, welche die Straße von Hormus befahren wollen, müssten "detaillierte Aufzeichnungen über Eigentümer, Versicherung, Besatzung und die geplante Transitroute" machen.

Vor dem Iran-Krieg konnten Schiffe die Meerenge kostenfrei passieren. Nach dem Angriff auf den Iran machte Teheran den neuralgischen Punkt für die Schifffahrt und den Transport von Rohöl und Flüssiggas dicht.  © -/The Visible Earth/NASA/dpa

18. Mai, 11.42 Uhr: Teheran schickt neue Verhandlungsvorschläge nach Washington

Inmitten festgefahrener Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA hat Teheran nach eigenen Angaben wieder neue Vorschläge nach Washington geschickt.

Man habe über den Vermittler Pakistan seine Standpunkte übermittelt, so Außenamtssprecher Ismail Baghai. Zuvor hatten die USA Antworten auf Irans vorangegangenen Vorschlag übermittelt. US-Präsident Donald Trump hatte diesen öffentlich als "dämlichen Vorschlag" abgetan.

Beide Parteien rücken derzeit kaum von ihren Forderungen ab. Besonders bei Fragen rund um Irans Atomprogramm herrscht Uneinigkeit.

Ismail Baghai, Sprecher des iranischen Außenministeriums, informierte über den aktuellen Stand der Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. (Archivfoto)  © Shadati)/XinHua/dpa

18. Mai, 10.41 Uhr: Israel geht erneut gegen Gaza-Hilfsflotte vor

Auf einer Live-Videoübertragung der "Global Sumud Flotilla" war zu sehen, wie Soldaten der israelischen Marine ein Boot mit Aktivisten enterten.

Laut ihres eigenen Trackers war die Flotte westlich von Zypern unterwegs. Die Veranstalter sprachen von einer "Attacke" Israels auf ihre Boote, die sich etwa 250 Seemeilen von Gaza entfernt ereignet habe.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, die Marine habe die Kontrolle über Boote der Hilfsflotte übernommen. Die Aktivisten an Bord sollten festgenommen und auf ein Schiff der Marine gebracht werden, auf dem sich ein "schwimmendes Gefängnis" befinde.

Das israelische Außenministerium warf den Aktivisten in einem Post auf der Plattform X, es ginge ihnen nur um Provokation und nicht um humanitäre Hilfe.

Boote der Hilfsflotte "Global Sumud Flotilla" verlassen den Hafen von Marmaris in der Türkei in Richtung Gaza.  © Murat Kocabas/AP/dpa

18. Mai, 6.25 Uhr: Israel tötet Kommandeur des Islamischen Dschihad

Bei israelischen Angriffen im Libanon sind am Sonntag nach libanesischen Angaben sieben Menschen getötet worden, darunter ein Kommandeur der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in der Ortschaft Tayr Felsay drei Menschen getötet, darunter ein Kind. Zwei Tote, unter ihnen ein weiteres Kind, gab es demnach in Tayr Debba. Bei den Angriffen wurden nach Angaben des Ministeriums elf Menschen verletzt; vier weitere Menschen wurden bei Angriffen auf zwei andere Orte im Süden verletzt.

Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete später, ein israelischer Raketenangriff habe eine Wohnung am Rand der ostlibanesischen Stadt Baalbek getroffen. Dabei wurden demnach ein Kommandeur des Islamischen Dschihad, Wael Abdel Halim, und seine 17-jährige Tochter getötet.

Israel nahm auch am Sonntag Ziele im Libanon ins Visier.  © KAWNAT HAJU / AFP

17. Mai, 19.38 Uhr: Trump droht mit Zerstörung - "Für den Iran tickt die Uhr"

US-Präsident Donald Trump (79) droht dem Iran inmitten der festgefahrenen diplomatischen Bemühungen mit Zerstörung.

"Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. "DIE ZEIT DRÄNGT!"

US-Präsident Donald Trump (79).  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

17. Mai, 17.06 Uhr: Drohnenangriff auf Atomkraftwerk in den Emiraten

Bei einem Drohnenangriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist an einem Atomkraftwerk ein Feuer ausgebrochen.

Ein Stromgenerator der Anlage in der Wüstenregion westlich von Abu Dhabi sei in Brand geraten, teilte das Medienbüro der Hauptstadt mit. Der Brand habe die Sicherheit der Anlage aber nicht gefährdet und der Betrieb laufe normal, hieß es. Auch Verletzte habe es nicht gegeben.

Der Verdacht richtete sich schnell gegen den Iran, der die Emirate seit Kriegsbeginn im Nahen und Mittleren Osten besonders stark angegriffen hat. Das Land meldete seit Ende Februar nahezu 3000 iranische Angriffe mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern.

Bei einem Drohnenangriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist an einem Atomkraftwerk ein Feuer ausgebrochen. (Symbolbild)  © Uncredited/Emirates News Agency WAM/dpa

17. Mai, 15.10 Uhr: Netanjahu bestätigt Ausweitung von Kontrolle Israels in Gaza

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Ausweitung des von Israel kontrollierten Gebiets im Gazastreifen bestätigt.

"In Gaza halten wir jetzt nicht mehr 50 Prozent, sondern bereits 60 Prozent (des Gebiets)", sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros.

Die Zeitung "Israel Hajom" hatte zuletzt berichtet, dass das israelische Militär nun 64 Prozent des im Krieg weitgehend zerstörten Küstenstreifens kontrolliere. Israel habe damit weitere elf Prozent des Palästinensergebiets unter seine Kontrolle gebracht, was 34 Quadratkilometern entspreche.

Nach Vereinbarung einer Waffenruhe kontrolliert Israel laut Ministerpräsident Netanjahu mehr als die Hälfte des im Krieg weitgehend zerstörten Gazastreifens.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

17. Mai, 10.46 Uhr: Israel rechnet mit möglichem Neubeginn des Iran-Kriegs

Israel stellt sich nach Medienberichten auf eine mögliche Wiederaufnahme der Angriffe im Iran ein. Die israelische Armee sei in höchster Bereitschaft, schrieb die Zeitung "Jediot Achronot".

Dem Bericht zufolge warten israelische Vertreter auf eine Entscheidung von US-Präsident Donald Trump. Zugleich mehrten sich die Anzeichen, dass Trump neue Militärschläge gegen den Iran anordnen könnte.

Die "New York Times" hatte bereits am Freitag berichtet, das Pentagon bereite sich auf einen möglichen Neubeginn des Kriegs vor.

Israel bereitetet sich derzeit intensiv auf eine mögliche Wiederaufnahme der Kämpfe vor.  © Ariel Schalit/AP/dpa

17. Mai, 7.24 Uhr: London bringt kostengünstigere Drohnenabwehr in Nahen Osten

Vom Iran angegriffene Golfstaaten und deren Verbündete schießen mit teils sündhaft teuren Abfangraketen vergleichsweise spottbillige Drohnen ab - dieses Problem geht Großbritannien nun an.

Das Verteidigungsministerium in London erklärte, seine Kampfflugzeuge im Nahen Osten vom Typ Typhoon würden mit neuen und kostengünstigen Raketen speziell zur Drohnenabwehr ausgerüstet. Damit sei die präzise Zerstörung von Zielen möglich.

Das Waffensystem sei innerhalb weniger Monate von ersten Tests zur Auslieferung in den Nahen Osten gegangen. Es werde der Luftwaffe helfen, "bei viel geringeren Kosten viel mehr Drohnen abzuschießen", erklärte Verteidigungsminister Luke Pollard.

Laut dem britischen Verteidigungsministerium seien die Kampfflugzeuge vom Typ Typhoon mit neuen und kostengünstigen Raketen speziell zur Drohnenabwehr ausgerüstet worden.  © Sgt Lee Goddard/Mod Crown Copyri/PA Media/dpa

16. Mai, 17.47 Uhr: Iranischer Hackerangriff auf US-Tankstellen

Einem Medienbericht des US-Senders CNN zufolge, vermuten US-Beamte, dass iranische Hacker die Daten mehrerer Kraftstofflager in den USA manipuliert haben könnten.

Die Hacker sollen sich dabei online Zugriff auf automatische Tankmessgeräte (ATG) verschafft haben, welche die Lagertanks überwachen, von denen aus Tankstellen in mehreren US-Bundesstaaten mit Sprit versorgt werden. Während die Hacker dadurch keine Möglichkeit hätten, mit dem tatsächlich im Tank lagernden Sprit zu interagieren, sei es durch den Cyberangriff möglich gewesen, die Anzeige für die Kraftstoffbestände zu manipulieren. In der Theorie wäre es möglich, dass die Anzeige des Tanks dann einen deutlich höheren oder niedrigen Wert anzeigt, der nicht dem realen Inhalt des Tanks entspricht.

Laut CNN hätten die Hacker dabei relativ simpel auf die Tankmessgeräte zugreifen können, die nichtmal durch ein Passwort geschützt worden seien. Obwohl bisher keine durch den Hackerangriff entstandenen Schäden bekannt seien, werfe der Vorfall Sicherheitsbedenken auf. Laut US-Beamten hätten die Hacker auf diese Weise im schlimmsten Fall einen Gasleck in einem der Tanks vertuschen können.

Iranische Hacker haben offenbar Zugriff auf Tankmessgeräte in den USA erlangen können. (Symbolbild)  © Kenneth Martin/ZUMA Press Wire/dpa

16. Mai, 12.44 Uhr: Israels Militär bestätigt Tod von Hamas-Chef im Gazastreifen

Das israelische Militär und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet haben den Tod des Militärchefs der Hamas im Gazastreifen, Iss al-Did al-Haddad, bei einem israelischen Luftangriff am Vortag bestätigt.

Al-Haddad wurde in einer Mitteilung als einer der Architekten des Terrorangriffs am 7. Oktober 2023 bezeichnet. Bei dem Angriff töteten Terroristen der Hamas und andere Islamisten rund 1200 Menschen in Israel und verschleppten mehr als 250 in den Gazastreifen.

Al-Haddad war nach der Tötung von Mohammed Sinwar zum Militärchef der Hamas im Gazastreifen aufgerückt. Nach israelischen Militärangaben gehörte er zu den dienstältesten Kommandeuren der Hamas. Er habe sich der Terrororganisation in ihrer Gründungsphase angeschlossen, hieß es. Israel hat eine Reihe politischer und militärischer Führer der Hamas gezielt getötet.

Eine offizielle Bestätigung des Todes durch die Hamas gibt es bisher nicht. Seine Familie bestätigte hingegen, dass al-Haddad, seine Frau und eine seiner Töchter bei dem israelischen Angriff in einem Stadtteil von Gaza am Freitag ums Leben gekommen sei.

Das israelische Militär griff am Freitag Gaza-Stadt an. Dabei soll der militärische Führer der Hamas, Iss al-Did al-Haddad, ums Leben gekommen sein.  © Jehad Alshrafi/AP/dpa

16. Mai, 11.10 Uhr: Israel greift Hisbollah-Ziele im Südlibanon an

Die israelische Luftwaffe hat nach Angaben eines Militärsprechers Ziele der proiranischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon angegriffen. Nähere Angaben machte das Militär zunächst nicht.

Vor dem Angriff hatte das Militär die Bevölkerung mehrerer Ortschaften im Südlibanon aufgefordert, wegen der bevorstehenden Attacke ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Die Angriffe wurden mit Verstößen der Hisbollah gegen die bestehende Feuerpause begründet.

Mehr zum Thema Israel Krieg: