Nahost-Konflikt: "Präventivschlag" von Israel und USA - Iran beginnt Gegenangriff

Nahost - Israel greift erneut den Iran an. Der Staat Israel habe einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um Bedrohungen für Israel zu beseitigen, gab Verteidigungsminister Israel Katz bekannt.

Zivilisten stehen in einem Schutzraum, nachdem Alarm ausgelöst wurde infolge eines israelischen Angriffs auf den Iran
Zivilisten stehen in einem Schutzraum, nachdem Alarm ausgelöst wurde infolge eines israelischen Angriffs auf den Iran  © Oded Balilty/AP/dpa

Die USA beteiligen sich nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 an den Angriffen des Verbündeten. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, ehe Israel den Iran angriff.

Die USA schlossen sich den Luftangriffen an und bombardierten zentrale Atomanlagen. Irans Luftstreitkräfte feuerten daraufhin ballistische Raketen auf Israel.

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

28. Februar, 9.55 Uhr: Netanjahu sagt, Angriff auf Iran wegen existenzieller Bedrohung

Israel will nach Darstellung seines Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit den neuen Angriffen im Iran gemeinsam mit den USA eine existenzielle Bedrohung durch Teheran beseitigen.

"Es darf nicht zugelassen werden, dass sich das mörderische Terrorregime mit Atomwaffen ausrüstet, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen", sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Er danke dem US-Präsidenten Donald Trump "für seine historische Führung".

"Unser gemeinsames Handeln wird die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das mutige iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nimmt", sagte der Regierungschef mit Blick auf die iranische Protestbewegung. "Die Zeit ist gekommen für alle Teile des iranischen Volkes (...), das Joch der Tyrannei abzuwerfen und ein freies, friedliebendes Iran zu schaffen."

Netanjahu rief die Bürger Israels dazu auf, sich an die Anweisungen des Zivilschutzes zu halten. "In den kommenden Tagen der Operation "Brüllen des Löwen" werden wir alle Geduld und seelische Stärke benötigen."

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76).
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76).  © Alex Brandon/AP/dpa

28. Februar, 9.53 Uhr: Iran hat Raketenwelle auf Israel gefeuert

Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben eine Raketenwelle auf Israel gefeuert.

Die Revolutionsgarden sprachen von einer "Antwort auf die Aggression des feindlichen und verbrecherischen Gegners", wie aus einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur Irna hervorging.

Ein Ehepaar mit seinen zwei Kindern eilt in einen Schutzraum, nachdem eine Warnsirene nach israelischen Angriffen auf den Iran ertönt ist.
Ein Ehepaar mit seinen zwei Kindern eilt in einen Schutzraum, nachdem eine Warnsirene nach israelischen Angriffen auf den Iran ertönt ist.  © Leo Correa/AP/dpa

28. Februar, 9.28 Uhr: Iran beginnt Gegenangriff

Der Iran hat nach Angaben des israelischen Militärs zum Gegenschlag ausgeholt. Es seien Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden, teilte das Militär mit.

Die iranischen Revolutionsgarden sprachen von einer "Antwort auf die Aggression des feindlichen und verbrecherischen Gegners", wie aus einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur Irna hervorging. Die israelische Luftabwehr sei aktiviert, teilte das Militär mit.

In Irans Hauptstadt Teheran gab es Explosionen im Zentrum. In der Millionenmetropole brach Panik aus. Menschen versuchten massenhaft, die Hauptstadt zu verlassen, wie Augenzeugen berichteten.

Iranische Staatsmedien meldeten zudem Explosionen am Rande der Stadt Isfahan. Südöstlich davon liegt ein Nuklearzentrum, das bereits im vergangenen Jahr vom US-Militär in Begleitung israelischer Angriffe bombardiert worden war.

Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran.
Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran.  © Uncredited/AP/dpa

28. Februar, 9. 26 Uhr: Iran meldet massive Cyberangriffe

Der Iran ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars Ziel von massiven Cyberangriffen geworden.

Betroffen sind demnach mehrere inländische Nachrichtenagenturen und zentrale Plattformen, die mit erheblichen Störungen zu kämpfen hätten. Dazu zählten auch die Websites der Nachrichtenagenturen Irna und Isna. Die Agentur Fars steht den Revolutionsgarden nahe.

Viele Menschen im Iran umgehen staatliche Medien und informieren sich - solange sie Zugang zum Internet haben - über Websites der Auslandsopposition oder in sozialen Medien wie Instagram oder Telegram.

28. Februar, 9.12 Uhr: Präsident Peseschkian am Leben

Irans Präsident ist nach den Angriffen auf sein Land Staatsmedien zufolge am Leben. Massud Peseschkian sei wohlauf, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Bislang hat sich noch kein Regierungsmitglied zu den neuen Attacken der USA und Israel geäußert. Die Polizei teilte mit, die Lage sei unter Kontrolle und es bestehe keinerlei Anlass zur Sorge. Explosionsgeräusche waren neben Teheran auch in Ghom, Lorestan, Kermanschah, Karadsch und Tabris zu hören.

Aus dem Land dringen Nachrichten kaum nach außen und Kontakte waren nicht zu erreichen. Das Internet wurde wieder massiv eingeschränkt. Es gab Medienberichten zufolge parallel zu den Militärangriffen auch landesweit Cyberangriffe auf iranische Infrastruktur.

28. Februar, 9.05 Uhr: Trump sagt, Iran wird nie eine Atomwaffe haben

Trump kündigte an, die Raketen des Irans zu vernichten. "Wir werden ihre Marine vernichten", sagte Trump weiter.

Man werde sicherstellen, dass der Iran keine Atomwaffe haben werde. "Sie werden nie eine Atomwaffe haben", betonte er. Die iranische Führung werde bald lernen, dass man die Stärke der US-Streitkräfte nie herausfordern sollte.

Trump forderte die Revolutionsgarden, iranischen Streitkräfte und Polizeikräfte zudem auf, ihre Waffen niederzulegen. Er stellte in diesem Falle vollständige Immunität in Aussicht. Andernfalls würden sie einem sicheren Tod entgegensehen.

An das iranische Volk gewandt sagte Trump: "Die Stunde eurer Freiheit ist gekommen." Die Menschen sollten in Sicherheit bleiben und ihre Häuser nicht verlassen. Bomben würden fallen. "Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung."

Der US-Präsident Donald Trump (79).
Der US-Präsident Donald Trump (79).  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

28. Februar, 8.43 Uhr: Trump bestätigt Angriff gegen den Iran

Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump umfangreiche Angriffe gegen den Iran begonnen.

Vor der Bekanntmachung hatte Israel bereits mitgeteilt, einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet habe. Ziel sei es, das amerikanische Volk zu verteidigen, indem man die unmittelbare Bedrohung durch die iranische Führung beseitige.

US-Streitkräfte führten einen "massiven und andauernden Einsatz durch", um zu verhindern, dass durch diese "radikale Diktatur" die nationalen Sicherheitsinteressen der USA bedroht würden.

28. Februar, 8.40 Uhr: Israels Luftraum für zivile Flüge geschlossen

Nach Israels Angriff auf Ziele im Iran ist der Luftraum über Israel in Erwartung eines iranischen Gegenschlags bis auf weiteres geschlossen worden.

Verkehrsministerin Miri Regev habe die zivile Luftfahrtbehörde angewiesen, den Luftraumraum für zivile Flüge zu schließen, teilte die israelische Flughafenbehörde mit. Grund sei die Sicherheitslage. Reisende seien angewiesen, vorerst nicht zum Flughafen zu kommen. Passagiere im Ausland sollten die Fluginformationen über Medien und die verschiedenen Fluggesellschaften verfolgen.

Der israelische Zivilschutz veröffentlichte außerdem neue Anweisungen für die Bürger des Landes. Es sollten nur noch notwendige Aktivitäten im ganzen Land stattfinden. Schulen und andere Bildungseinrichtungen sollen vorerst geschlossen bleiben. Große Versammlungen sollen unterbleiben. Ausgenommen sei der lebensnotwendige Versorgungssektor. Die neuen Regelungen sollten vorerst bis Montagabend um 19.00 Uhr MEZ gelten.

Der israelische Ben-Gurion-Flughafen in Lod, in der Nähe von Tel Aviv, Israel, ist nach einem israelischen Militärschlag gegen den Iran von Passagieren leer.
Der israelische Ben-Gurion-Flughafen in Lod, in der Nähe von Tel Aviv, Israel, ist nach einem israelischen Militärschlag gegen den Iran von Passagieren leer.  © Ariel Schalit/AP/dpa

28. Februar, 8.30 Uhr: Iran nach Israels Angriff - Wir haben Euch gewarnt

Der Iran hat nach Beginn der Angriffe Israels und seines Verbündeten USA mit drastischen Worten reagiert.

"Wir haben Euch gewarnt. Nun habt Ihr einen Weg eingeschlagen, dessen Ausgang nicht mehr in Eurer Hand liegt", sagte der Leiter der Sicherheitskommission, Ebrahim Azizi. Israel hatte kurz zuvor einen "Präventivschlag" gegen den Erzfeind gestartet, "um Bedrohungen für Israel zu beseitigen", wie Verteidigungsminister Israel Katz sagte.

Nach Augenzeugenberichten aus der iranischen Hauptstadt Teheran wurde unter anderem die Residenz von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getroffen. Er selbst habe sich aber vermutlich in Sicherheit gebracht.

Irans Präsident Massud Peseschkian hatte mit einem "umfassenden Krieg" gedroht, sollte Chamenei attackiert werden.

Israel startete einen "Präventivschlag" gegen den Iran.
Israel startete einen "Präventivschlag" gegen den Iran.  © Vahid Salemi/AP/dpa

28. Februar, 8.16 Uhr: Iran drohte bereits mit Vergeltung

Irans Staatsführung betonte zuletzt ihre Bereitschaft zu einem Abkommen wie auch zu einer militärischen Eskalation.

Präsident Massud Peseschkian drohte mit einem "umfassenden Krieg", sollte etwa Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei attackiert werden.

Chamenei selbst warnte die USA Anfang Februar: "Die Amerikaner sollen wissen, wenn sie einen Krieg vom Zaun brechen, wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein." Der Iran wolle keinen Krieg und werde ihn auch nicht beginnen, sagte der Religionsführer, der in allen strategischen Belangen das letzte Wort in Teheran hat.

Titelfoto: Uncredited/AP/dpa

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